
Zußdorf – Die Fernsehserie über Jugendliche auf dem oberschwäbischen Land war nicht nur deutschlandweit zu sehen, sondern erhält jetzt auch noch eine Auszeichnung von bundesweiter Bedeutung. Die Comedy-Serie „Tschappel“ bekommt den renommierten Grimme-Preis verliehen, nachdem die Heimatgeschichte bereits im Mai 2025 die Titelgeschichte in BLIX war. Kein Wunder, stellt sich doch die existenzielle Frage: „Gibt es ein Leben nach dem Dorf?“
Die erste Staffel von „Tschappel“ wurde im Sommer 2024 in und um Zußdorf bei Wilhelmsdorf gedreht und im Sommer 2025 auf ZDF neo ausgestrahlt. Der 1000-Einwohner-Ort liegt in ländlicher Idylle im oberschwäbischen Bodensee-Hinterland. In der Serie wird Zußdorf, der Heimatort der beiden Produzenten und Cousins Marius und Paul Beck, zum fiktiven „Hintervorderbach“ und damit zum Schauplatz eines ziemlich abgedrehten Dorflebens von drei Freunden, die mit ihren Schnapsideen das Dorfleben auf den Kopf stellen. Sie funktionieren eine Güllegrube zum Pool um, feiern Bauwagenpartys und stehen sich im Liebeskummer bei. Der 18-jährige Carlo und seine zwei besten Freunde sind die Hauptdarsteller der Serie. Es geht um das Thema Jugend auf dem Land und das Gewagte dabei: Alle Darsteller schwätzen mehr oder weniger schwäbisch.
Das fanden die Verantwortlichen beim ZDF offenbar auch interessant, denn sie holten „Tschappel“ ins überregionale Programm. Mit Erfolg. Das ZDF gab bereits eine zweite Staffel in Auftrag, an der momentan gearbeitet wird. Die Drehbücher sind fertig, im April stehen Castings für ein paar neue Rollen an. Der Großteil der Figuren und Darsteller werde bleiben, erklärt Marius Beck, der am Drehbuch mitarbeitet. Mitte April beginnen in Zußdorf die Vorbereitungen für die Dreharbeiten. Dann werden zum Beispiel mit dem Kameramann Orte angeschaut, an denen einzelne Szenen spielen sollen. Gedreht wird im Sommer.

Die beiden Cousins erklären: „Wir wollen in der Serie zeigen, wie es jungen Leuten auf dem Dorf geht. Für viele stellt sich nach der Schule die Frage, ob sie bleiben oder gehen. Das wird nicht so oft thematisiert in Filmen, meist spielt die Handlung eher in der Stadt.“ Wohin es die beiden Cousins ebenfalls gezogen hat. Sie haben sich mit ihrer Produktionsfirma Apollonia Film in München niedergelassen.
„Tschappel“ ist in der Kategorie Fiktion als Preisträger in Gesellschaft der Serie „Die Affäre Cum-Ex“ sowie der beiden Spielfilme „Tatort – Dunkelheit“ und „Die Nichte des Polizisten“. Der Grimme-Preis ist nicht mit einem Preisgeld dotiert, stellt aber eine bedeutende Auszeichnung in der Branche dar. Die offizielle Verleihung der insgesamt sechzehn Grimme-Preise sowie der drei Sonderpreise findet am 24. April im Theater in Marl in Nordrhein-Westfalen statt, wo das Grimme-Institut seinen Sitz hat. Durch die Preisverleihung führt in diesem Jahr die Fernsehmoderatorin Linda Zervakis. Hoffentlich verstolpert „Tschappel“ die Gala nicht, denn „Tschappel“, so die Definition, ist ein Tollpatsch.
Autor: Roland Reck
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„Tschappel“ ausgezeichnet







