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Leutkirch – Bei der Volksbank Allgäu-Oberschwaben (VBAO) ist man mit dem Geschäftsjahr 2025 äußerst zufrieden. In allen maßgeblichen Bereichen erzielte die Genossenschaft Zuwächse. Im Vorstand steht eine personelle Veränderung bevor.
Die Bilanzsumme stieg gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf 5,22 Milliarden Euro, das betreute Kundenvolumen erhöhte sich um satte 5,8 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro, die Kundeneinlagen wuchsen um vier Prozent auf 3,7 Milliarden Euro und das Kreditvolumen kletterte um 5,2 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. „Vier Zahlen, viermal Wachstum – und das, obwohl die geopolitischen Rahmenbedingungen alles andere als auf Grün waren“, freute sich Vorstandssprecher Josef Hodrus bei der Bilanzpressekonferenz.
Mehr als 83.000 Mitglieder
Der starke Zufluss an Kundeneinlagen vor allem im letzten Quartal und „die schiere Größe“ des betreuten Kundenvolumens in Höhe von 11,7 Milliarden Euro zeige, wie gut verankert die VBAO mit den Menschen in der Region sei, sagte Hodrus. Das verdeutlichten auch die Mitgliederzahlen, die sich nach einer kleinen Delle im vorangegangenen Jahr wieder positiv entwickelten. So wurde bis zum Jahresende 2025 die Zahl 83.000 geknackt, für 2026 rechnet man mit einem weiteren Wachstum von 1500 Mitgliedern. Damit sind fast die Hälfte aller Kundinnen und Kunden der VBAO (174.301) auch Mitglied. Ihnen allen wird für das Jahr 2025 eine Dividende von vier Prozent in Aussicht gestellt.
Auch im gewerblichen Bereich vermeldet die Bank positive Zahlen: So wuchs das Darlehensneugeschäft um 8,4 Prozent auf 335 Millionen Euro.
Mit dem Verhältnis zwischen Einnahmen und Kostenstruktur bewege man sich absolut im anvisierten Bereich, betonte der Vorstandssprecher. „Unser Betriebsergebnis vor Risiko ist von 0,77 auf 0,92 Prozent der Bilanzsumme gestiegen“, erklärte Hodrus. Die Cost Income Ratio – so werden die Kosten bezeichnet, die ein Unternehmen aufbringen muss, um einen Euro zu verdienen – sei erfreulicherweise von 65 Prozent (65 Cent je Euro) auf 59,7 Prozent (59,7 Cent je Euro) gesunken.
Der Zinsüberschuss konnte im Jahr 2025 um 2,3 Prozent auf 77,7 Millionen Euro gesteigert werden, der Provisionsertrag stieg um 4,1 Prozent auf 36,6 Millionen Euro.
Dem gegenüber sanken der Verwaltungsaufwand (ohne Afa) um 6,5 Prozent auf 22,6 Millionen Euro und der Personalaufwand um 5,7 Prozent auf 40,4 Millionen Euro. Letzteres sei indes darauf zurückzuführen, dass nicht alle Personalstellen besetzt seien. Das bedaure man sehr, machte Hodrus klar. Aber wie überall tue man sich trotz aller Bemühungen auch bei der VBAO schwer, neues Personal zu gewinnen: „Die Babyboomer gehen in Rente und hinterlassen ein Loch.“
700 Mitarbeiter, davon 50 Azubis
Wer nach der Fusion mit der VR Laupheim-Illertal im Jahr 2024 befürchtet hatte, man werde nicht mehr gebraucht, sei längst eines Besseren belehrt worden: „Jeder Einzelne wird gebraucht.“ Und der Vorstandssprecher ist überzeugt: „Wir sind ein attraktiver Arbeitgeber.“ So lege man großen Wert auf eine permanente Weiterqualifizierung aller Beschäftigten, fügte Vorstandmitglied Werner Mayer an und verwies auf insgesamt 1094 Weiterbildungstage (ohne Webinare) für die insgesamt fast 700 Mitarbeitenden. Davon sind knapp 50 Azubis, die nach der Ausbildung in der Regel alle ein Beschäftigungsangebot erhalten, so Mayer.
4,2 Millionen Euro Gewerbesteuer gezahlt
Eine große Bedeutung messen Josef Hodrus und seine weiteren Vorstandsmitglieder Werner Mayer und Stephanie Bernickel dem Engagement und Nutzen der VBAO für die Region bei. So seien insgesamt 4,2 Millionen Euro Gewerbesteuer in die Kommunen des Geschäftsgebiets geflossen.
700.000 Euro Spenden und Sponsoring
Außerdem habe die Bank über Spenden und Sponsoring mit rund 700.000 Euro lokale Projekte und Initiativen gefördert. Allein 150.000 Euro seien über die VBAO-Adventskalenderaktion ausgeschüttet worden.
Das VBAO-Radeln am 14. Juni
Dieselbe Summe – 150.000 € – wird dieses Jahr auch beim VBAO-Radeln am 14. Juni ausgelobt. „Vor zwei Jahren hatten wir bei der Aktion im Gebiet der VR Laupheim-Illertal 4000 Radlerinnen und Radler. Dieses Jahr weiten wir es auf das gesamte VBAO-Gebiet aus und hoffen auf 9000 Teilnehmende“, sagte Stephanie Bernickel. Ziel ist, möglichst viele Kilometer und somit Stempel zu sammeln und damit ein Projekt nach Wahl zu unterstützen.
Wohnungsbau weiter im Fokus
Ein weiteres wichtiges Thema der Bilanz-Pressekonferenz war die strategische Ausrichtung der VBAO. Neben der Weiterentwicklung der digitalen Services setze man weiterhin auf den Ausbau des Wohnungsbaus. „Wir konnten vergangenes Jahr viele Wohnträume verwirklichen“, sagte Josef Hodrus. In Zahlen: Bei Privatkunden wurden Finanzierungswünsche in Höhe von 292 Millionen Euro erfüllt, was einen Zuwachs von 11,9 Prozent bedeutet. Insgesamt aber stagniere der Wohnungsbau, so dass der Staat mit neuen Konjunkturprogrammen gefordert sei.
Allerdings stelle er eine große Unzufriedenheit der Menschen mit der deutschen Regierung fest, meinte Hodrus: „Die Hoffnung auf bessere Zeiten ist verglüht wie eine Rakete auf der Startrampe. Das schürt die Verunsicherung bei den Kunden.“
Positiver Ausblick in schwierigen Zeiten – Festhalten an Filialen
Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehe man bei der Volksbank Allgäu-Oberschwaben optimistisch in die Zukunft, betonte der Vorstandssprecher. „Was sich geopolitisch aber noch ändern wird, haben wir nicht in der Hand“, sagte er. Man plane jedenfalls das Wachstum fortzusetzen, die digitalen Herausforderungen anzunehmen und dennoch den persönlichen Kontakt zu den Kunden weiterhin zu pflegen. An den aktuell 20 Filialen mit Personal wolle man ebenso festhalten wie an den ebenfalls 20 Filialen mit Selbstbedienung, betonte Stephanie Bernickel. Jedoch werde man gerade bei den Geldausgabeautomaten genau beobachten, wie sich deren Nutzung entwickelt.
Als starke Anerkennung der Kunden für die Arbeit der VBAO werte man die Resonanz auf die Erhöhung der Kontogebühren – der ersten seit acht (VBAO) beziehungsweise sechs Jahren (VR Laupheim-Illertal). „Wir haben im Moment fast 70 Prozent Zustimmungsquote und bisher keinerlei aktive Ablehnung“, erklärte Stephanie Bernickel.
Vorstand: Spiegler soll auf Mayer folgen
Eine geplante Änderung in den eigenen Reihen vermeldete der Vorstand der VBAO bei der Pressekonferenz: Vorstandsmitglied Werner Mayer wird in naher Zukunft in die Altersteilzeit wechseln. Als sein Nachfolger wurde Jürgen Spiegler vom Aufsichtsrat einstimmig zum neuen Vorstandsmitglied bestellt. Der 45-jährige Leutkircher ist bislang Generalbevollmächtigter und Bereichsleiter Unternehmensentwicklung bei der VBAO. Sein Wechsel in den Vorstand ist, nach erfolgter Genehmigung durch die BaFin, für den 1. Juli 2026 vorgesehen.
Reiner Schick


































