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Die Trommler beim Heggbacher Sommerfest der St. Elisabeth-Stiftung.

Biberach – Unbestritten: Musizieren aktiviert das Gehirn, fördert die Koordination und schafft Gemeinschaft. Dies gilt auch für Menschen mit Behinderung. Für sie ist in Musikgruppen und Vereinen aber meist kein Platz, es bedarf spezieller Angebote. Ganz besonders, wenn sie dem Schulalter entwachsen sind. 

Ingrid Barth (46) bewahrt Ruhe und Humor auch wenn‘s rundgeht. Da ihr Mann geschäftlich unterwegs ist, kommt die Reporterin am frühen Abend nach Hause und lernt beim Gespräch die kleine Tochter, den Sohn und die Hauskatze kennen. Und auch Arnfried Oehme, den zweiten Vorsitzenden von Musik fürs Leben e.V. Die Heilpädagogin spielte bis zur Geburt ihrer ersten Tochter begeistert Klarinette im Musikverein Mittelbuch und freut sich, dass auch ihre drei Kinder musizieren. Oehme (59) ist Sonderpädagoge und Musiklehrer und spielt Tuba. Seit zwölf Jahren leitet er die Heggbacher Trommler. Außer ihrer Liebe zur Musik verbindet sie noch etwas: Beide haben ein Kind mit Behinderung.

Eltern der Bruno-Frey-Musikschule gründeten vor Jahren den Verein „Musik fürs Leben“, der sich für musikalische Teilhabe engagiert: Er unterstützt Menschen mit Behinderung bei der Finanzierung von Instrumentalunterricht, bei der Organisation und Finanzierung von Fahrten zu Unterricht und Auftritten sowie bei der Anschaffung, Wartung und Reparatur von Instrumenten. Musiziert wird in unterschiedlichen Ensembles und Orchestern, in denen auch immer Lehrende der Musikschule mitspielen. Etwa die Rissmusikanten oder der Risstalexpress. „Die Namen wählen die Musizierenden selbst“, erklärt Oehme. „Da bei Vielen konventionelles Notenlesen nicht möglich ist, spielt man nach Farbnotation“. Besonders beliebt sind seit Jahren Schlaginstrumente, Akkordeon, Blockflöte und Gitarre. 

Engagieren sich für den Verein Musik fürs Leben: v. links. Kaja Simmerdinger, Gabriele Rapp, Ingrid Barth, Ewald Bayerschmidt, Denise Philippe und Arnfried Oehme. Foto: Theresa Merk

Der Verein Musik fürs Leben e.V. hat im Oktober 2025 im Jazzkeller der Bruno-Frey-Musikschule Biberach eine neue Vorstandschaft gewählt Zur ersten Vorsitzenden wurde Ingrid Barth gewählt. Arnfried Oehme übernimmt das Amt des zweiten Vorsitzenden. Um die Finanzen des Vereins kümmert sich Denise Philippe als Kassiererin. Gabriele Rapp und Katja Simmendinger wurden als Schriftführerinnen in den Vorstand gewählt. Der Verein stand kurz vor der Auflösung. Schön, dass sich neue Verantwortliche gefunden haben. „Wir wollen alles ein bisschen entstauben“, sagt Vorständin Ingrid Barth, und freut sich auf viele Mitwirkende. Als Bindeglied zwischen dem Verein und der Bruno-Frey-Musikschule betätigt sich schon seit Jahren der Gesangs-Dozent, Chorleiter und Tenor Ewald Bayerschmidt. Seit 2019 ist er Betreuer des Fachbereiches „Musik mit Menschen mit Behinderung“.

Am 28. März trifft sich das Inklusive Orchester zum Orchestererlebnistag in der Bruno-Frey-Musikschule, da können alle aus der Musikschule mitmachen. Am 9. Mai tritt das Inklusive Orchester beim Biberacher Musikfrühling im Ochsenhauser Hof auf. Der Musikschultag findet am 25. Mai statt. Das Landratsamt bezuschusst den Verein, der auf weitere Mitglieder und  Spenden angewiesen ist. 

www.musikschule-bc.de

Autorin: Andrea Reck


erschienen in März

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