
Paris, 1959. In den verrauchten Cafés der Rive Gauche brodelt die intellektuelle Unruhe. Der junge, radikale Kritiker Jean-Luc Godard (Guillaume Marbeck) ist es leid, Filme nur zu analysieren – er will sie zertrümmern, um sie neu zusammenzusetzen.
Mit der Verpflichtung des ungestümen Boxers Jean-Paul Belmondo (Aubry Dullin) und der ätherischen US-Ikone Jean Seberg (Zoey Deutch) stürzt er sich in ein Wagnis ohne klassisches Drehbuch. Während sein Weggefährte François Truffaut (Adrien Rouyard) im Hintergrund die diplomatischen Fäden zieht, entsteht auf den Straßen von Paris unter bewusster Missachtung aller handwerklichen Regeln ein Werk, das die Statik des Kinos weltweit erschüttern soll. Richard Linklater fängt diesen kreativen Taumel in berauschendem Schwarz-Weiß ein und inszeniert die Entstehung von Außer Atem als pulsierende Momentaufnahme einer Jugend, die keine Grenzen akzeptiert. Linklater revitalisiert den Mythos der Nouvelle Vague mit einer kinetischen Energie, die den Zuschauer begreifen lässt, warum dieser radikale Regelbruch auch nach fast sieben Jahrzehnten nichts von seiner elektrisierenden Wirkung verloren hat.
START: 12. März
Autor: Christian Oita
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Filmpreview: Nouvelle Vague







