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Vom Baum in die Flasche

„Küchen on Tour“ besucht Schlenkerhof und Bio-Obstgroßmarkt in Ravensburg

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Foto: BMR
Küchen on Tour: spannende Einblicke in die Apfelsortierung beim Bio-Obstgroßmarkt.
veröffentlicht am: 27.03.2026
Autor: Katharina Eckel, Landratsamt Ravensburg
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Landkreis Ravensburg – Bei der Exkursion „Küchen on Tour – Obst im Fokus“ erhielten Teilnehmende Einblicke in die regionale Verarbeitung und Vermarktung von Äpfeln. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe von den Bio-Musterregionen Biberach und Ravensburg für interessierte Küchenleitungen in Großküchen, aber auch Gastronominnen und Gastronomen und Mitarbeitende in Küchen.

Am 19. März 2026 besuchte „Küchen on Tour“ die Kelterei Schlenkerhof sowie den Bio-Obstgroßmarkt der BayWa in Ravensburg. Im Fokus standen Produktion, Verarbeitung und Vermarktung regionaler Bio-Obstprodukte. Die Exkursion begann mit der Vorstellung des Streuobst-Apfelsaft-Projektes des BUND Ravensburg-Weingarten gefolgt von einer Führung durch die Kelterei Schlenkerhof. Anschließend besuchten die Teilnehmenden den Bio-Obstgroßmarkt in Ravensburg.

Streuobst-Saft: Naturschutz zum Trinken

Das Projekt des BUND Ravensburg-Weingarten begann 1988 und kooperiert mit drei Keltereien, unter anderem mit den Ravensburger Fruchtsaft-Keltereien Schlenkerhof und Stiefel. Seit 2010 ist der Saft Bio-zertifiziert. Das Besondere: Erzeuger/innen erhalten einen Mindestpreis von 24 Euro/dt. Rund 70 Landwirt/innen pflegen auf circa 150 Hektar etwa 10.000 Streuobstbäume und sind damit aktive Naturschützer/innen. Streuobstwiesen sind in der Region in den letzten Jahrzehnten um 50–80 Prozent zurückgegangen, bieten aber Lebensraum für über 5.000 Tier- und Pflanzenarten. Ulfried Miller, ehemaliger Geschäftsführer des BUND Ravensburg-Weingarten, betonte: „Jeder der unseren Saft trinkt, ist Naturschützer und Wirtschaftsförderer für die Region.“

Kelterei Schlenkerhof – der Weg in die Flasche

Der in dritter Generation von Willi Jehle geführte Schlenkerhof presst während der Haupternte im Herbst täglich in der Regel bis zu 80 Tonnen Obst zu leckerem Apfelsaft; rund ein Drittel der Produktion entspricht Bio-Qualität. Die Abfüllanlage kann bis zu 50.000 Flaschen am Tag befüllen. Vertriebskanäle sind Getränkefachhandel, Brauereien und Direktverkauf. Besonders beeindruckend war das Tanklager mit zahlreichen großen Safttanks, um die Regionalität des Safts zu gewährleisten und erntebedingte Schwankungen auszugleichen. Am Ende durfte natürlich auch die Verkostung der eigenen Produkte nicht fehlen.

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Bio-Obstgroßmarkt – so sortieren die Profis

Der Bio-Obstgroßmarkt der BayWa in Ravensburg sortiert, verpackt und kommissioniert jährlich rund 20.000 Tonnen Obst. Äpfel machen dabei etwa 75 Prozent aus; der Rest sind Birnen, Beeren und Steinobst. Sortier- und Packanlagen erreichen hohe Durchsätze. „Wenn alles stimmt, können wir ca. 15 Tonnen Äpfel pro Stunde sortieren und bis zu 60 Tonnen an acht Packstraßen pro Tag verpacken.“, zeigte Jürgen Scheithauer bei der Führung spannende Zahlen auf. Besonders beeindruckend war die Sortieranlage, die von jedem Apfel pro Sekunde sieben Fotos schießt und den Apfel sogar durchleuchten kann, um z.B. Kernhausfäule festzustellen. So können die Äpfel vollautomatisiert in verschiedenste Kategorien eingeteilt werden, je nach Größe, Ausfärbung, Schorfbefall, und weiteren Kriterien.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewannen wertvolle Einblicke in die regionale Bio-Wertschöpfungskette des Apfels und konnten sich vor Ort von der Qualität der produzierten Lebensmittel überzeugen. Der Besuch bot eine einzigartige Möglichkeit, die Herkunft der Produkte kennenzulernen und den direkten Austausch zwischen Erzeugern und Abnehmern zu fördern.

Die „Küchen on Tour“-Reihe wird mit drei weiteren Veranstaltungen in diesem Jahr fortgesetzt. Diese Veranstaltungsreihe bietet die Gelegenheit für Küchenprofis, sich über nachhaltige Verpflegungskonzepte auszutauschen und voneinander zu lernen, sowie regionale Produzenten persönlich vor Ort kennenzulernen. Sie unterstreicht die wachsende Bedeutung von Bio-regionalen Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie und zeigt praktische Wege zur Umsetzung auf.

Interessierte finden weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten auf der Homepage der Bio-Musterregionen unter www.biomusterregionen-bw.de.

Der Streuobstapfelsaft des BUND ist gut erkennbar am etablierten gemeinsamen Etikett (Bild: BMR)
Sina Schüle und Willi Jehle führen durch die Produktion und erklären den Prozess vom Apfel zum Saft. (Bild: BMR)

Die Äpfel werden schwimmend transportiert und zur Verpackung gebracht. (Bild: BMR)
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Katharina Eckel, Landratsamt Ravensburg
veröffentlicht am
27.03.2026
Lesedauer: ca. 4 Minuten
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