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    „Energiegipfel“ im Kurhaus

    Solararchitektin Astrid Schneider: „Ich bin begeistert von Isny“

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    Foto: Julian Aicher
    Architektin Astrid Schneider mit Schülern des Gymnasiums Isny und Dr. Guntram Fischer vom Regionalen Energieforum Isny.
    veröffentlicht am: 20.03.2026
    Autor: Julian Aicher
    Lesedauer: ca. 4 Minuten

    Isny – 15. März im Kurhaus Isny. Stunden einer wunderbaren Wirklichkeit. Schülerinnen und Schüler reden nicht nur über „Energiesparen“, sondern bauen selber ein Haus. Es fängt mehr Sonnenenergie ein als es verbraucht. Praktisch lernen. In dieser Welt gibt es auch eine Bundeshauptstadt mit Regierungsviertel – zu 80 % energieversorgt aus erneuerbar natürlichen Quellen. Klimaverträglich. Das alles und noch viel mehr lässt sich beim mehrtägigen „Energiegipfel“ Isny innerhalb weniger Stunden erfahren. Unser Reporter Julian Aicher hat zugehört.

    Dr. Guntram Fischer vom Regionalen Energieforum Isny stellt das Konzept von REFI vor. Foto: Julian Aicher

    Hören, sehen, lernen – tun. Handfest, ganz praktisch. Sowohl Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Isny über Jahre als auch das Energiegipfel-Isny-Publikum bekamen vielfältigste Informationen. Sachangaben dazu, wie sich Energie, die derzeit besonders teuer wirkt, direkt ab Haus aus Sonnenlicht viel billiger beziehen lässt. Es geht im Kurhaus an diesem Sonntagmittag darum, „dass die Öffentlichkeit nicht nur informiert, sondern beteiligt wird“. So sagt’s Dr. Guntram Fischer vom veranstaltenden Regionalen Energieforum Isny (REFI). REFI setzt sich derzeit ein für ein nahes Sonnenstromkraftwerk über bäuerlichem Boden (agriPV). Es kann dann der Landwirtschaft erlauben, dort weiter zu sähen und zu ernten als auch dem nahen Betrieb Strom aus diesem Sonnenlichtsammler für rund 12 Cent die elektrische Kilowattstunde günstig zu bekommen.

    „Ich bin begeistert von Isny.“ So freut sich die Architektin Astrid Schneider (Bld). Sie lebt derzeit in Helsinki, gab aber auch schon ein mehrtätiges Seminar im indischen Hyderabat und arbeitet mit Forschungsauftrag an der Technischen Universität Wien. Ihr Fachgebiet: „solar architecture“. Von ihr ganz praktisch etwa an denkmalgeschützten Häusern so gestaltet, dass es manchen auf den ersten Blick gar nicht auffällt. 

    Sonnenstrom aus Fensterläden

    Ab 1992 entwickelte Astrid Schneider als Berliner Haupt von Eurosolar zusammen mit Leuten wie „Solarpapst“ Hermann Scheer Konzepte für ein solares Regierungsviertel. Ergebnis: Sowohl das Bundeskanzleramt als auch das Reichstagsgebäude und Häuser drumrum beziehen heute 80 % ihrer Energie aus erneuerbaren Quellen. Wissen das diejenigen, die dort beschließen und regieren? Die Frage bleibt offen. Für den Rest Deutschlands planen politische Gewählte jedenfalls diese 80 % allein im Stromsektor bis 2030 ein. 2025 waren’s bundesweit 55,1%.

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    Anhand der Bilder, die Solararchitektin Astrid Schneider zeigt, ist zu erkennen: Die Expertin versucht, möglichst mit Vorhandenem zu arbeiten. So wandelt sie Fensterläden in Solarmodule um. Naheliegend, dass sich Sonnen-Schneider dann auch für die vielen Fensterläden in Isny begeistert. Aber auch andere Flächen haben es ihr angetan. Etwa Parkplätze. Dächer aus Solarmodulen über den Stellflächen könnten „ein Viertel des Potenzials“ an Energie liefern, die Deutschland heute verbraucht.

    Wenn Schülerinnen und Schüler günstig schön bauen

    Sehen, hören, lernen – machen. Diesem Grundsatz folgten am Gymnasium Isny Schülerinnen und Schüler über mehrere Jahre. Ergebnis: Ein gut 100 Quadratmeter großes „Plus-Energiehaus“ neben der Lehranstalt. Die Idee zum Haus kam 2026 auf. „Am Anfang war das als Utopie geplant“, erinnert sich einer der damals beteiligten Schüler auf der Energiegipfel-Bühne im Kurhaus. Da viele dabei mitlenkten und handfest mit anpackten, ließen sich Kosten sparen. Insgesamt waren 320.000 Euro dafür aufzubringen. „Das wird jetzt über die PV-Anlagen zurückgezahlt“, sagt der Schüler. Also über Stromverkauf aus den Solarmodulen. 

    „Hinter jedem Bauabschnitt steckt eine Überlegung“, erinnert sich ein anderer Beteiligter. Von den begleiteten Lehrern bekamen die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe, selbst nach Lösungen zu suchen. Bei Bedarf mit Nachfragen bei einer Architektin. Die „Holzkiste“, wie die fleißig jugendlichen Bauarbeitskräfte das Gebäude nennen, dient heute unter anderem fürs Musikabitur – wegen ihrer hervorragenden Akustik. Das Haus (Bild) mit 60 Stühlen und Kaffeenische drin lässt sich auch mieten – für rund 100 Euro/Tag. Das „Energiegipfel“-Besuchspublikum zeigte sich am Sonntagnachmittag in dem sonnigen Gebäude so beeindruckt wie begeistert.

    Immer teurere Energiekosten, Umweltprobleme, internationale Kriege um Erdgas und Erdöl. Stattdessen kann Energie direkt ab Haus von der Sonne und ihren Töchtern bezogen werden. Friedlich, großenteils lautlos und extrem billig. Zum Beispiel für 12 Cent Gewerbestrom. Sonnige Aussichten für eine angenehme Zukunft also. Beeindruckende Einblicke in diese vielen Möglichkeiten vermittelte Mitte März der Energiegipfel Isny. Höchste Zeit, dass nicht nur Interessierte im Allgäu, sondern auch Regierende in Stuttgart, München und Berlin davon erfahren.

    Die Vorträge des „Energiegipfels“ Isny sind demnächst hör- und sehbar als Filme auf der Seite des Regionalen Energieforum Isny (REFI) Isny unter:
    https://www.energieforum-isny.de
    Julian Aicher

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    Julian Aicher
    veröffentlicht am
    20.03.2026
    Lesedauer: ca. 4 Minuten
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