
Im Jahr 2020, zu Beginn der Corona Pandemie, liegen im kleinen Wüstenkaff Eddington, irgendwo in New Mexiko, die Nerven der Einwohner blank. Sheriff Joe Cross (Joaquin Phoenix), ein eigenbrödlerischer Maßnahmenverweigerer und Bürgermeister Ted Garcia (Pedro Pascal), ein militanter Regelbefolger, liegen im Clinch miteinander. Dass die beiden zudem eine unrühmliche Vergangenheit verbindet, in der Joe‘s Frau Louise (Emma Stone) eine zentrale Rolle spielt, macht die Sache noch prekärer. Befeuert von Angst und Isolation spaltet sich nach und nach die gesamte Stadt in zwei Lager und es kommt zu einer wahrhaftigen Explosion aus Chaos und Gewalt.
Der Regisseur und Drehbuchautor Ari Aster gehört zu den derzeit interessantesten Filmemachern Hollywoods. Mit seinen beiden hochgelobten Werken „Heredity“ und „Midsommar“ hob der New Yorker den Horrorfilm auf ein neues Level. Mit „Eddington“ verlässt er allerdings das Genre und zimmert einen wilden Mix zusammen, der irgendwo zwischen Thriller, Drama und Gesellschaftssatire jongliert. Dafür eignet sich das Thema Corona natürlich bestens, um die Spaltung der Gesellschaft in den Fokus zu rücken. So wird die Kleinstadt Eddington symbolisch zur Weltbühne mit all dem Irrsinn, der uns derzeit täglich in den Nachrichten begegnet. Interessant dabei ist, dass Aster nicht wertet und keine Partei ergreift, er lässt die Dinge einfach geschehen, beobachtend und mit lakonischem Witz. Dabei beweist der Filmemacher auch beim Cast das richtige Händchen. Neben den Schwergewichten Joaquin Phoenix, Pedro Pascal und Emma Stone überzeugen angesagte Newcomer wie Austin Butler und Luke Grimes. Vor allem aber Phoenix liefert mal wieder eine eindringliche Performance und beweist, dass er noch immer zu den besten Schauspielern Hollywoods zählt. Während der Film anfangs noch etwas behäbig voran schreitet, zieht er schon in der zweiten Hälfte sein Tempo enorm an. Was man Ari Aster dabei vorwerfen kann ist womöglich, dass er etwas zu viel in die Handlung gepackt hat – auf der anderen Seite lädt vielleicht auch genau das zum mehrmaligen Schauen ein. Eddington ist Kino mit Verstand, daher eine klare Empfehlung.
Erscheinungsdatum: 6. März 2026
Laufzeit: 143 Min. / FSK: 16
Autor: Alexander Koschny
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