Stadtkapelle feierte mit großem Showprogramm und Tombola ihr 50. Bockbierfest

Bad Wurzach – Die 50. Auflage des Bad Wurzacher Bockbierfestes in der Turn- und Festhalle, das vom unvergessenen Fritz Harscher 1973 ins Leben gerufenen wurde, wurde an den beiden Tagen wieder in einer rappelvollen Turn- und Festhalle gefeiert.
Dass dem so ist, hat natürlich seine Gründe: Da wäre zum einen die mitreißende, von einer „kleinen“ Besetzung der Stadtkapelle unter Petra Springer dargebotene Stimmungsmusik zu nennen, zum anderen aber auch die hervorragende Küche mit bayerisch-schwäbischen Schmankerln, die in Verbindung mit dem süffigen Bockbier den Abend bzw. den Frühschoppen am Sonntag zu einem lukullischen Erlebnis macht. Eine geniale logistische Meisterleistung, wenn man die örtlichen Gegebenheiten kennt…
Auch viele Vereine waren zu Gast
Und so war es dann auch kein Wunder, dass auch diesem Jahr Vorstandssprecher Wolfgang Grösser neben vielen Ehrenmitgliedern auch wieder zahlreiche Vereine, wie die Feuerwehr, den Fanfarenzug, die Schalmeien, die TSG-Schützen und viele andere Vereinen mit großen Abordnungen begrüßen konnte. Einen besonderen Gruß entbot Grösser auch Bürgermeisterin Alexandra Scherer und ihrem Gatten Erwin, die den Abend sehr genossen. Und das, obwohl ja in der Nacht die Umstellung auf Sommerzeit „drohte“.
Mit Soloeinlagen
Standesgemäß wurde der Jubiläums-Bockbierfestsamstagabend musikalisch mit dem Bayerischen Defiliermarsch eröffnet, auf den Petra Springer und ihre Musiker noch viele Schätzchen der Blasmusik wie von Freund zu Freund, Unsere Reise, Böhmischer Traum, Kuschelpolka, Auf der Vogelwiese oder Dem Land Tirol die Treue folgten. Aber auch Ausflüge in die Sparten Pop und Schlager mit Sweet Caroline oder ABBA-Gold stellten die Musiker vor keine Probleme. Dazu kamen noch mehrere Soloeinlagen, etwa die von Günther Herdrich, der die laut Springer sauschwere „Farmers Tuba“ von Viera-Blech auf seinem riesigen Instrument blies und auch beim Frühschoppen mit der Musikkapelle Eggmannsried am nächsten Morgen noch einmal ran durfte.
Wolfgang Grösser fragte gleich zu Beginn im Publikum nach, wer von den Älteren damals vor 50 Jahren beim ersten Bockbierfest mit dabei war und bat sie, sich während der Umbaupause für ein Erinnerungs-Gruppenfoto zur Bühne zu kommen, ehe die beiden Glücksfeen die Gewinner der Tombola-Preise zogen.
Moderiert von Oswin Butscher
Der Moderator des Showprogramms, Oswin Butscher, bereitete das Publikum schon in seiner ersten Ansage darauf vor, was es erwarten durfte: Talente. Das Programm eröffneten denn auch die wepsigen Jungmusikanten, die von Butscher den Spitznamen die jungen Spritzer erhielten. Denn sie tanzten nicht nur mit einer gewissen Spritzigkeit über die Bühne und machten dabei Lust auf den nächsten Italienurlaub. Nein sie ließen sich vom Herren Ober Oswin Butscher auch noch ein erfrischendes Kaltgetränk mit einem ähnlichen Namen servieren. Nicht viele Worte zu machen brauchte Posaunist Markus Gindele. Seine Körpersprache sagte viel mehr aus, als sein dreimal wiederholtes staubtrocken vorgetragenes Textwort. Dessen Nachfolger auf der Bühne war das Schlagzeugregister, die sich als wahre rhythmische Feinschmecker entpuppten, wie sie da mit Kochmütze und Kochlöffel einige Schultische der Grundschüler bearbeiteten.
Da durfte natürlich „Chef“ Wolfgang Grösser nicht zurückstehen und so entpuppte er sich als wahres Multitasking-Talent und Teamplayer. Denn er spielte mit all seinen Extremitäten die Instrumente – zwei Trompeten und zwei Posaunen – seiner Kollegen, die „nur“ noch hineinblasen mussten. Dass W.G. auch einen äußerst talentierten Sprössling hat, zeigte sein Filius Leon. Dieser präsentierte sich als talentfreier Zauberkünstler, dafür bewies er ein gewaltiges Potential als Erzkomödiant. Die Tricks gingen zwar regelmäßig in die Büx, dafür konnte das Publikum aber so richtig ablachen. Der verhinderte Singer-Songwriter Andé Loritz, der eigentlich ein Lied mit eigener Gitarrenbegleitung zum Besten geben wollte, aber vor lauter Erzählen am Ende gar nicht mehr dazu kam, setzte den Schlusspunkt des Programmes. Er setzte dabei die im Vorjahr beim Bockbierfestabend erzählte Geschichte fort, als er als Malermeister im Stress sich kurzerhand selbst auf den Sockel des Heiligen Crispinius stellte, weil er die Restaurierung wegen anderer wichtiger Termine nicht rechtzeitig fertig bekam. Das ging solange gut, bis die alten Damen, die ihn als Crispinius anhimmelten begannen, ihm brennende Kerzen zwischen seine Zehen zu stellen und er die Flucht ergreifen musste.
Frühschoppen am Sonntagmorgen
Den Frühschoppen am Sonntagmorgen, für die Mitglieder der Stadtkapelle nach einer besonders kurzen Nacht, bestritten Bernhard Butscher und sein Musikverein Eggmannsried. Neben einigen Polkas des an diesem Morgen ebenfalls anwesenden Peter Schad konnten die Eggmannsrieder neben vielen Klassikern und Stücken mit Solisten auch mit einer Eigenkomposition ihres Dirigenten aufwarten. Und draußen im Foyer wartete nach dem Essen für die kleinsten Gäste eine Spielstraße, Kinder- und auch Erwachsenenschminken.
Kein Wunder, dass bei so vielen Attraktionen das Fest nicht nur die vergangenen mehr als 50 Jahre überdauert hat, sondern dass das Bockbierfest in Bad Wurzach garantiert noch viele weitere Jahre gefeiert werden kann.
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