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Biberach – Es sind immer noch Frauen, die das Bild der Klimabewegung prägen. Lokal, landes-, bundes- und weltweit. Wobei sich global eine Leerstelle auftut. Was macht eigentlich Greta Thunberg? Carolin Schäfer (22) weiß es nicht. Ebenso wenig wie Claudia Albrecht-Ries (63). Die beiden Frauen sind zum Gespräch in die Stadtbuchhandlung in Biberach gekommen. Beide sind Klimaaktivistinnen, die Jüngere engagiert sich bei Fridays for Future, die Ältere hat die Omas for Future in Biberach gegründet. Beide kennen sich, beide ziehen an einem Strang. Beide halten das Fähnlein der Klimabewegung in der Rissstadt hoch. Beide sind aus beruflichen Gründen nach Biberach gekommen. Carolin Schäfer studiert Architektur, Claudia Albrecht-Ries ist Chemikerin im Vorruhestand. Beide lassen sich nicht entmutigen, trotzallem. Zwei Powerfrauen erzählen, wie sie das schaffen.

Was hat Sie bewogen, welche Motive haben Sie, sich für den Klimaschutz zu engagieren?

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Albrecht-Ries: Die Fridays for Future Bewegung bei ihren Demos zu unterstützen war mir ein Anliegen, da ich das Thema immer schon als sehr wichtig angesehen habe. Bei solch einer Demo bin ich auf die Omas for Future aufmerksam geworden und war begeistert darüber, dass es eine Gruppierung gibt, die auch in unserem Alter für den Klimaschutz aktiv ist. 
Die Geburt meines Enkels und der fast zeitgleiche Eintritt in den Vorruhestand waren dann der Auslöser dafür, mich einer Gruppe der Omas for Future anzuschließen und da es hier keine gab, beschloss ich eine solche Gruppe zu gründen.

Schäfer: Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der unsere Umwelt immer eine Rolle gespielt hat. Als Greta Thunberg 2019 auf die Straße ging und Fridays for Future als Bewegung entstand, wusste ich sofort, dass ich dabei sein wollte. Ich möchte meinen Kindern eines Tages sagen können, dass ich alles versucht habe, was möglich war. Außerdem bin ich fest davon überzeugt, mich für das Richtige einzusetzen und kann es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, weiter zuzusehen, wie die Mächtigen dieser Welt unseren Planeten zerstören.

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Wie lange engagieren Sie sich schon?

Albrecht-Ries: Seit Herbst 2023

Schäfer: Ich bin seit Beginn von Fridays for Future 2019 bei den Demos dabei und seit Sommer 2021 auch in verschiedenen Orgagruppen aktiv, zuerst in Mannheim und seit gut zwei Jahren in Biberach.

Es macht den Eindruck, dass die SchülerInnen, die sich bei Fridays for Future engagieren, dramatisch weniger wurden. Warum?

Albrecht-Ries: Die Corona-Zeit hat vermutlich den Schwung gebremst. Nach der Zeit mussten die Jugendlichen sehr viel an sozialem Miteinander aufholen, da stand bei einigen vielleicht die Klimakrise nicht an erster Stelle. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass bei vielen eine gewisse Resignation eingetreten ist, da sich trotz der Dringlichkeit des Themas nicht genug geändert hat.

Schäfer: Da kommen sicher einige Gründe zusammen. Ich denke, dass Corona für uns als Bewegung eine schwierige Zeit war. Danach haben wir es leider nicht mehr geschafft, so viele junge Menschen auf die Straßen zu bringen wie davor. Was sicher auch damit zusammenhängt, dass andere Probleme und Krisen in den Fokus gerückt sind. Aber auch das Gefühl, mit unseren Protesten von der Politik nicht ernst genommen zu werden, führt nicht gerade dazu, dass junge SchülerInnen bei uns aktiv werden.

Vor kurzem fand in Biberach eine Klima-Demo statt, bei der nur wenige SchülerInnen dabei waren. Die Älteren, die Omas for Future, waren eindeutig die Mehrzahl. Übernehmen nun die Alten das Ruder beim Klimaprotest?

Albrecht-Ries: Nein, das glaube ich nicht. Vielmehr soll es ein Miteinander für die gleiche Sache sein. Wir Älteren sind einfach zahlenmäßig mehr, und wir engagieren uns für eine lebenswerte Zukunft unserer Kinder und Enkel zusammen mit den jüngeren Generationen.

Schäfer: Auf den Demos hier in Biberach mag das so aussehen und es ist auch wichtig, dass alle Generationen auf die Straße gehen. Ich sehe aber nicht, dass die gesamte Klimabewegung von älteren Generationen übernommen wird. Vielleicht sind junge Menschen auch zu ‚radikaleren‘ Protestformen übergegangen, als sie gemerkt haben, dass sie mit ihren Demonstrationen nicht gehört werden.

Ganz aktuell wurde von Wissenschaftlern vermeldet, dass der Januar der bisher wärmste weltweit war. Wie beurteilen Sie den Fortgang beim Klimaschutz?

Albrecht-Ries: Kritisch. Die beiden letzten Klimakonferenzen in Dubai und Baku haben keinen Fortschritt gebracht, die USA unter Trump sind aus dem Klimaabkommen ausgetreten – das ist frustrierend. Ich hoffe auf die nächste Weltklimakonferenz in Brasilien, damit die Weltgemeinschaft sich wieder auf den Klimaschutz konzentriert, dann eben ohne USA. Meine Hoffnung ist, dass der massive Ausbau der erneuerbaren Energien dazu führt, dass weniger fossile Brennstoffe benötigt werden.

Schäfer: Aufgrund dieser Info wird sich sicherlich nichts ändern, denn auch viele Monate davor waren bereits die heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Selbst die Meldung, dass der Golfstrom noch dieses Jahrhundert versiegen könnte, was große Teile Europas und der ganzen Welt dauerhaft unbewohnbar machen würde, hat bisher keine Auswirkung auf den Klimaschutz gezeigt. Aktuell bildet sich politisch ab, dass der Klimaschutz wohl eher vernachlässigt werden soll. Allerdings hat das Bundesverfassungsgericht das Klimaschutzgesetz so gefestigt, dass es auch für Friedrich Merz verpflichtend ist. Daher wird sich auch eine kommende Regierung mehr um Klimaschutz kümmern müssen, als es ihr lieb ist.

Wie motivieren Sie sich?

Albrecht-Ries: Indem ich mich mit gleichgesinnten Menschen umgebe, Zeit mit meinen Enkeln verbringe, die Natur genieße – sie alle sind es wert, nicht aufzugeben.

Schäfer: Natürlich gibt es auch Phasen, in denen ich das Gefühl habe, dass mein Aktivismus nichts bringt. Dann habe ich keine Lust mehr weiter zu machen. Sehr hilfreich ist dann, dass man Aktivismus nie alleine macht. Fast mein gesamter Freundeskreis ist aktiv und so kann man sich in solchen Phasen gegenseitig motivieren. Es macht auch einfach Spaß mit FreundInnen etwas auf die Beine zu stellen. Und wenn die Angst vor der Zukunft und der Klimakatastrophe hoch kommt, dann hilft es am meisten, aktiv zu werden.

Der Klimaschutz spielte weder in den Wahlprogrammen noch im Wahlkampf eine große Rolle. Wie kann die Klimaschutzbewegung es schaffen, die Wichtigkeit des Klimaschutzes in Politik und Gesellschaft wieder verstärkt ins Bewusstsein zu rücken?

Albrecht-Ries: Durch Aktionen, die bewusst machen, wie wichtig der Klimaschutz ist. Wir müssen dranbleiben!

Schäfer: Eine aktuelle Umfrage von Forsa zeigt: für WählerInnen sind Klimawandel und Umwelt weiterhin das wichtigste Problem der Politik. Erst danach kommen die wirtschaftliche Lage und Einwanderung. Wir sehen also, dass der Wahlkampf aktuell an den Sorgen der Menschen vorbei gemacht wird. Es braucht neue Aufmerksamkeit für das Thema. Wir müssen es schaffen, Klimaschutz in der Politik, den Medien und auch auf Social Media wieder präsenter zu machen. Ich sehe da aber auch ein Versagen und eine große Verantwortung bei der Presse und den Medien. Egal wie laut KlimaaktivistInnen schreien, egal wo sie sich festkleben, ob und wie das zum Thema gemacht wird, entscheidet die Presse. Aktuell kann das auch bei den Protesten gegen die gemeinsame Abstimmung von CDU und AFD gesehen werden. Obwohl hunderttausende auf die Straße gehen, wird relativ wenig über den Protest berichtet. Als Fridays for Future 2019 noch sehr viel mehr Aufmerksamkeit hatte als heute, wurde trotz wissenschaftlich fundierten Forderungen vor allem über das Schule schwänzen berichtet. Initiativen wie zum Beispiel ‚Klima vor acht‘, die seit Jahren versuchen, die Sendung ‚Börse vor acht‘ mit Klimanachrichten zu ersetzen, müssen endlich vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk übernommen werden. Allerdings habe ich ehrlich gesagt keine Ideen mehr, wie die Klimabewegung das erreichen kann.

Die ‚Letzte Generation‘ hat es mit Verkehrsblockaden versucht und scheint damit gescheitert zu sein. War es der falsche Weg und welcher ist der richtige?

Albrecht-Ries: Es war ein mutiger Weg und viel radikaler als Infostände oder Demos. Aber viele der  Leute, die wegen der Blockaden im Stau standen, waren genervt und  haben die Botschaft nicht gehört. Aber es wurde darüber berichtet und so war die Klimakrise Thema in den Medien und das war gut. DEN  richtigen Weg kenne ich nicht. 

Schäfer: Der Weg der letzten Generation war durch die Dringlichkeit des Handelns sicher richtig. Klar ist aber auch, dass die rein auf Aufmerksamkeit ausgerichtete Pressestrategie nach hinten losgegangen ist. Auch wenn es angesichts des drohenden Kollapses des Klimasystems sachlich richtig wäre, noch viel radikalere Maßnahmen umzusetzen, halte ich es für wichtig, die Gesellschaft mitzunehmen. Daher halte ich derzeit vor allem Massenaktionen wie Klimastreiks oder gezielte, friedliche Kleingruppenaktionen wie Baumbesetzungen zur Verhinderung des Straßenausbaus für den richtigen Weg.

Wie viel Klimaschutz steckt in den Demos gegen Rechts, die aktuell die Menschen mehr bewegt?

Albrecht-Ries: Die Demos gegen Rechts sind Demos für Demokratie. Die Demokratie ist die Basis auf der wir unsere Arbeit tun können. So helfen die Demos gegen Rechts auf jeden Fall indirekt dem Klimaschutz. Und man sieht auf diesen Demos ganz viele der Gruppierungen, die sich auch für den Klimaschutz engagieren, die Schnittmenge ist groß.

Schäfer: Die Ziele der Klimagerechtigkeitsbewegung sind das Gegenteil der Ziele von Autokraten und Rechtsextremisten. Alleine schon, weil man für die Klimagerechtigkeit akzeptieren muss, dass alle Menschen gleich viel Wert sind, und daher auch die Zukunft eines jeden Menschen schützenswert ist. Für den Klimaschutz, für den Regionen, Länder und Kontinente zusammen kommen müssen, um die Klimakatastrophe gemeinsam einzudämmen, ist es daher unglaublich wichtig, dass keine rechten Parteien an die Macht kommen. Denn wir sehen bei Trump, aber auch bei der AFD, dass der menschengemachte Klimawandel geleugnet wird. Gemeinsames Handeln ist dadurch nicht mehr möglich. Deshalb ist der Schutz unserer Demokratie und unseres Rechtsstaates auch die Grundlage für Klimaschutz.

Die Politik soll es richten, ist ein Standpunkt, der die individuelle Verantwortung eher abschiebt. Richtig oder falsch?

Albrecht-Ries: Weder noch. Die Politik muss Vorgaben machen und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, damit Firmen und Privatpersonen sich auf geänderte Bedingungen einstellen können. Zum Beispiel Ausbau der erneuerbaren Energien, Abbau klimaschädlicher Subventionen, Einführung eines Tempolimits etc. Aber auch jeder einzelne sollte sich fragen, was er oder sie im Alltag ändern kann, um den CO2 Ausstoß zu verringern. Zum Beispiel weniger Fleisch zu essen, weniger mit dem Auto zu fahren, Flugreisen vermeiden etc.

Schäfer: Jeder individuelle Schritt zu mehr Klimaschutz ist wertvoll. Aber eine individuelle Konsumentscheidung baut das Bahnnetz nicht aus, bringt kein Tempolimit auf Autobahnen, baut die fossile Heizung in der Mietwohnung nicht um und stoppt auch keine klimaschädlichen Subventionen. Deshalb werden wir die Klimakatastrophe nicht stoppen können, ohne an den großen politischen Stellschrauben zu drehen. Deshalb ist es so wichtig, an dieser Stelle Druck zu machen. Dazu ist jeder und jede eingeladen, auch wenn er oder sie selbst nicht klimaneutral lebt, denn das ist unter den aktuellen Rahmenbedingungen gar nicht möglich.

Was tun Sie in Ihrem Alltag für den Klimaschutz und leben Sie gut damit?

Albrecht-Ries: Ich fahre im Sommer kurze Strecken mit dem Rad und im Winter mit dem Bus und nutze für längere Strecken häufig die Bahn. Ich esse nur noch sehr wenig Fleisch und kaufe, wenn immer möglich, Bioprodukte ein. 
Wir haben auf Ökostrom und Ökogas umgestellt, haben seit einem Jahr eine PV-Anlage und werden in diesem Jahr unsere alte Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen. Und wir fahren ein e-Auto, das wir überwiegend mit eigenem Solarstrom laden. Es geht mir sehr gut damit.

Schäfer: Alles, was ich für das Klima tue, empfinde ich als Bereicherung. Ich fahre so wenig wie möglich Auto, ich habe selbst keinen Führerschein. Im Zug kann ich lernen, Podcasts hören oder lesen, anstatt gestresst im Stau zu stehen. Ich verzichte auch aufs Fliegen. Trotzdem war ich schon mit Zug und Fähre in Griechenland und habe dabei wohl mehr erlebt als auf einem 3-Stunden-Flug. Ich ernähre mich vegan und gehe ab und zu Containern, was gemeinsam mit FreundInnen auch einfach Spaß macht.


Mit Herz und Verstand

Es ist ihr wirklich eine Herzensangelegenheit. Das zeigt nicht nur das symbolische Herz mit der Erde als Inhalt, sondern auch der Titel „Omas for Future“. Cordula Weimann ist die Gründerin des Vereins, der seit 2019 an der Seite von Fridays for Future für den Schutz der Mutter Erde und gegen die Ursachen der Klimakrise kämpft. Omas und EnkelInnen Seit’ an Seit’, so könnte es gelingen. Wie, das schildert die einstige erfolgreiche Unternehmerin, dreifache Mutter und mehrmalige Oma in ihrem 2024 erschienen Buch „Omas for Future. Handeln! Aus Liebe zum Leben“.

Claudia Albrecht-Ries, die sich von der Idee anstecken ließ und in Biberach die Initiative ergriff, findet sich darin wieder. Es ist auch ihre Geschichte. Inzwischen ist die 63-Jährige nicht mehr allein. Ein Dutzend Frauen und ein Mann engagieren und mischen sich ein. Organisieren wie jüngst eine Ausstellung im Rathaus und der Volkshochschule, demonstrieren für einen autofreien Marktplatz und sind selbstverständlich zur Stelle, wenn die arg geschrumpfte Fridays-for-Future-Truppe zur Demo aufruft. Sie fallen dabei auf mit ihren großen Herzen.

Das Herz einer Oma ist riesig, das weiß jedes Kind. Das Bild ist aber nur die eine Seite der Medaille, die andere ist das Wissen, um die Bedrohung durch den Klimawandel und die Bereitschaft für die Zukunft der Enkelkinder dagegen anzukämpfen. Persönlich und politisch. Cordula Weimann schildert eindrücklich ihren Weg dorthin. Die Jahrzehnte im Beruf und mit der Familie, die ihr keine Luft ließen und ihre ganze Kraft und Konzentration abverlangten. Alles andere wurde ausgeblendet, bis sie schließlich in die Augen ihrer Enkelkinder schaute, deren grenzenloses Vertrauen spürte und wusste, sie trägt Verantwortung für deren Zukunft. Von da an war sie nicht mehr nur Oma, sondern auch Aktivistin. Sie gründete Omas for Future und bildete sich zu vielen Fragen und Ursachen des Klimawandels fort. Sie wurde Expertin, die leicht und verständlich erklären kann. Ihre Analyse ist ernüchternd: „Unser System ist krank.“ Aber als Psychotherapeutin, zu der sie sich berufsbegleitend fortgebildet hatte, weiß sie, dass der Mensch eine positive Vision braucht für eine positive Zukunft. „Dieses Buch ist ein Aufruf an Frauen 50 plus, die Stimme zu erheben, sich anzuschließen – damit wir ein neues Bewusstsein auf die Erde bringen, warum wir leben und wie Leben gelingen kann“, appelliert die Powerfrau. Claudia Albrecht-Ries ist ganz ihrer Meinung.

Als Dipl. Chemikerin ist sie Naturwissenschaftlerin und weiß, worum es bei der Klimakrise geht und weiß auch wie die Buchautorin, dass es auf ihre Generation der Babyboomer ankommt, weil sie viele sind im Vergleich zu den wenigen Jungen. „56 Prozent der WählerInnen in Deutschland gehören – wie wir – zur Generation 50 plus“, stellt Weimann fest. Und in der Demokratie bestimmt die Mehrheit. Es kommt auf die Alten an, ob die Enkelkinder (auch noch) gut leben können.

Cordula Weimann: „Omas for Future. Handeln! Aus Liebe zum Leben“; Scorpio Verlag, 2024.

http://www.omasforfuture.de

www.omasforfuture.de/regionalgruppen/biberach 

Autor: Roland Reck



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