14towerstars bietigheim

Ravensburg - Die Ravensburg Towerstars haben ein bereits verloren geglaubtes Spiel in der Schlussphase gedreht und sich gegen Bietigheim zwei Punkte in der Overtime gesichert. Damit gelang ihnen der Sprung unter die Top-4. Bild: Der Jubel zum 6:5-Siegtreffer in der Overtime.

 

Die personellen Voraussetzungen waren alles andere als rosig vor diesem Spiel. Neben den bereits vermeldeten Verletzungsausfällen von Tero Koskiranta, Thomas Merl, David Zucker und Pawel Dronia fiel am Freitagmorgen auch noch Andreas Driendl mit den Symptomen einer Erkältungsgrippe aus. Trainer Rich Chernomaz hatte also nur 15 Feldspieler und zwei Torhüter in der Aufstellung.

 

Das dezimierte Team zeigte zu Beginn der Partie trotz der notwendigen Umstellungen druckvolles Eishockey und ließ die Scheibe sehr gut durch die neutrale Zone laufen. Zwar stand die Bietigheimer Abwehr sehr kompakt und hochkarätige Möglichkeiten waren Mangelware, dennoch durften den Towerstars durchaus spielerische Vorteilte zugestanden werden. So war die 1:0 Führung von Jakub Svoboda nach knapp 12 Minuten sicherlich nicht unverdient.

 

Der Gegentreffer war für die Gäste ein regelrechter Weckruf. Sie erhöhten deutlich das Tempo und nachdem Towerstars Keeper Marco Wölf einige Male in letzter Not retten musste, war es in der 16. Minute doch passiert. Tim Schüle zog verdeckt aus der Halbdistanz ab und die Scheibe schlug präzise zum 1:1 im rechten Torwinkel ein. Der Druck der Ellentaler ließ nicht nach und nur 26 Sekunden nach dem Anspielbully besorgte Tim Schüle das 1:2. Bietigheim war zu diesem Zeitpunkt in numerischer Überzahl, Sören Sturm konnte nach nur 15 Sekunden die Strafbank wieder verlassen. Die erste Drittelpause kam zum rechten Zeitpunkt, denn die Towerstars waren auch nach dem zweiten Gegentreffer in arge Bedrängnis geraten.

 

Den zweiten Spielabschnitt begannen die Gastgeber deutlich gefertigter, so hatten nach knapp drei Minuten Vincenz Mayer und Robin Just mit gutem Nachsetzen im gegnerischen Drittel den 2:2 Ausgleich auf dem Schläger. Dann kam es wie so oft im Eishockey: Vorne fehlte das Scheibenglück, hinten schlug das Pech zu. Nach einer druckvollen Kombination der Steelers prallte die Scheibe von der Beinschiene von Marco Wölfl direkt an die Schlägerkelle von Maximilian Kolb und rutschte dann durch die Beine des Torhüters zum 1:3 über die Linie. Dieses kuriose Eigentor warf die Towerstars förmlich aus der Bahn. Bietigheim bestimmte das Geschehen klar und das 1:4 durch Norman Hauner hatte sich leider abgezeichnet. Der Ex-Towerstars Stürmer lauerte am linken Pfosten auf den Nachschuss, diesen verwertete er dann konsequent zum 1:4. Aus Ravensburger Sicht war das natürlich ein höchst ernüchternder Zwischenstand. Immerhin: Towerstars Kapitän Vincenz Mayer sorgte eineinhalb Minuten vor Ende des zweiten Spielabschnitts mit dem 2:4 Anschlusstreffer für ein Lebenszeichen.

 

Dass sich die Towerstars für den Schlussabschnitt viel vorgenommen hatten, war bereits beim Einlauf nach der Pause anhand der Körpersprache zu deuten. Auch setzte Coach Rich Chernomaz ein Signal durch einen Torhüterwechsel, Olafr Schmidt stand fortan zwischen den Pfosten. Sofort nach dem Anspielbully starteten die Oberschwaben eine Druckphase, Yannick Drews hatte nach eineinhalb Minuten den dritten Treffer auf dem Schläger. Wie aus dem Nichts heraus schlug die Scheibe aber dann sechs Minuten später auf der Gegenseite ein. Diesmal hatte Brett Breitkreuz einen Schuss aus der zweiten Reihe abgegeben, Olafr Schmidt sah die Scheibe zu spät und Bietigheim hatte mit dem 2:5 den 3-Tore Vorsprung wieder hergestellt.

 

In der CHG Arena war es jetzt ziemlich leise geworden. Der Spielstand war einfach zu deutlich und die Hoffnung auf eine Wende im Spiel war gegen Null gesunken. Doch die Ravensburger Rumpftruppe wollte sich mit diesem Umstand nicht abfinden und kämpfte weiter verbissen um jeden Puck. Dreieinhalb Minuten nach dem fünften Gegentreffer setzte Justin Volek energisch nach und drückte die Scheibe zum 3:5 ins kurze Eck. Der Treffer wurde besonders laut bejubelt, denn für den 17-jährigen Stürmer aus dem eigenen EVR Nachwuchs war dies das erste Zweitligator seiner Karriere.

 

Die Towerstars waren wieder in Reichweite und das weckte offensichtlich Kraftreserven. Abgesehen vom einen oder anderen Konter der Steelers spielten fast nur noch die Towerstars. Fünfeinhalb Minuten vor Ende der regulären Spielzeit stand Sören Sturm völlig frei und schlenzte das Spielgerät millimetergenau in den rechten Torwinkel. Die Unparteiischen signalisierten zwar auf Tor, doch kurz zuvor war es mit Steelers Torhüter Stephton Williams im Torraum zu einem Kontakt gekommen und diese Szene wollten sich die Schiedsrichter nochmals anschauen. Zwei Minuten später war die Sache geklärt der Treffer zählte – damit war eine richtig dramatische Schlussphase eingeläutet. Die begann zunächst einmal mit einer ärgerlichen Szene. Nach einem fliegenden Wechsel kam Justin Volek zu spät an die Bank, dafür setzte es eine zweiminütige Bankstrafe. Doch die Oberschwaben warfen sich während des gegnerischen Powerplays beherzt in die Schüsse. Eine halbe Minute nach der überstandenen Unterzahl explodierte dann regelrecht die Stimmung in der CHG Arena. Die Towerstars hatten sich mit nur drei Pässen in die gegnerische Zone gespielt und der verzögerte Schuss von Shawn O`Donnell rutschte Steelers Keeper Williams zum 5:5 Ausgleich durch die Schoner.

 

Doch der Punkt, den die Towerstars durch Kampf und Moral vermeintlich vor Augen hatten, war noch lange nicht in trockenen Tüchern. Einen Zusammenprall mit dem gegnerischen Torhüter werteten die Hauptschiedsrichter als Strafzeit gegen Cedrik Schiemenz und die letzte Minute der regulären Spielzeit sahen sich die Towerstars einem gegnerischen Powerplay gegenüber. Doch die Schlusssirene ertönte ohne weiteren Treffer, ein Punkt war dem Team von Coach Rich Chernomaz also schon mal sicher. Allerdings wurde die Strafe in die Overtime übernommen und auch hier wehrten sich die Hausherren erfolgreich.

 

Eine halbe Minute später kam es dann zur Schlüsselszene. Auf halblinker Position im Bietigheimer Drittel wurden Cedric Schiemenz die Beine weggezogen, jetzt konnten die Towerstars in Überzahl für den Zusatzpunkt sorgen. Es dauerte genau acht Sekunden, da war der äußerst unterhaltsame Eishockeyabend zu Ende. Nach gewonnenem Bully kam die Scheibe zu Sören Sturm und der hämmerte den Puck per Direktabnahme aufs Tor. Vincenz Mayer hatte den Schuss vor dem Torraum noch entscheidend abgefälscht. Trotz angespannter Personalsituation sollte der Sieg für das nächste Aufeinandertreffen in Bietigheim am Sonntag um 17 Uhr sicherlich eine Zusatzportion Selbstvertrauen verleihen.

 

1:0 11:56 Jakub Svoboda 1:1 15:08 Norman Hauner ( Dennis Swinnen , Benjamin Hüfner ) 1:2 15:34 Tim Schüle ( Matt McKnight , 5:4) 1:3 26:44 Guillaume Leclerc 1:4 33:02 Norman Hauner ( Robert Kneisler , René Schoofs ) 2:4 38:29 Vincenz Mayer ( Shawn O’Donnell , Kilian Keller ) 2:5 47:54 Brett Breitkreuz ( Chris Owens , Guillaume Leclerc ) 3:5 50:26 Justin Volek ( Michael Fomin , Thomas Brandl ) 4:5 54:33 Sören Sturm ( Matias Haaranen , Robin Just ) > 5:5 57:06 Shawn O’Donnell ( Patrick Seifert ) 6:5 61:21 Vincenz Mayer ( Sören Sturm , Robin Just ) Strafminuten: Ravensburg 8, Bietigheim 8 Zuschauer: 2902

 

 

Pressemitteilung der Ravensburg Towerstars

Bild: Towerstars/Kim Enderle

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.