heike bundestagRavensburg – „Das ist empörend!“ Als Ungeheuerlichkeit bezeichnet die Ravensburger SPD-Kreisvorsitzende und Bundestagskandidatin Heike Engelhardt die Äußerung des AfD-Abgeordneten Rainer Podeswa heute im Baden-Württembergischen Landtag. Der Abgeordnete hatte zur Bekämpfung des Klimawandels dazu aufgerufen, die Hexenverbrennung wieder einzuführen. Dass seinerzeit „Hunderte von Frauen“ verbrannt wurden, habe das Klima gerettet. Ausdrücklich empfahl er, sich dabei an dem mittelalterlichen „Hexenhammer“ des Dominikanermönchs Heinrich Kramer zu orientieren.

 

Dieses Werk galt als Standardwerk für Inquisitoren, deren frauenfeindlichen Verfolgungen von Ravensburg ausgehend im späten Mittelalter allein im Bodenseeraum 48 Frauen zum Opfer fielen. In ganz Europa wurden so Zehntausende, nämlich 40000 bis zu 60000 Frauen verfolgt, erniedrigt, gefoltert und getötet; die meisten von ihnen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. „Es ist eine Ungeheuerlichkeit, dass sich ein gewählter Abgeordneter in einem demokratischen Parlament so vergreift“, erbost sich Heike Engelhardt und empfiehlt dem Herrn, eine Lektion in Geschichte zu nehmen. Gerne in der von ihm angeführten Ausstellung „Hexenwahn“, die derzeit in Ravensburg im Museum Humpisquartier gezeigt wird. Anstelle von Hexenjagd setzt die Bundestagskandidatin auf Erinnerungskultur. „Wir leben nicht mehr im Mittelalter sondern in der aufgeklärten Neuzeit.“ Engelhardt fordert: „Der Abgeordnete Podeswa muss sein Mandat niederlegen und seinen Hut nehmen.“

 

Text von Heike Engelhardt

 

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