AOKKreis Ravensburg - Neuesten Auswertungen zufolge waren in 2015 rund 60.000 AOK-Versicherte wegen einer Infektion der oberen Atemwege in ärztlicher Behandlung - mehr als 15.000 im Bodenseekreis und 25.000 im Landkreis Ravensburg sowie rund 17.000 im Landkreis Sigmaringen.


Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein. „Wir erfassen nur Versicherte, die auch tatsächlich wegen ihrer Erkrankung zum Arzt gehen“, berichtet der stellvertretende Geschäftsführer der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben Bernd Gulde. Insgesamt ist der Anteil Betroffener seit 2011 aber relativ stabil, es herrschen jedoch starke saisonale sowie witterungsbedingte Schwankungen. Bernd Gulde: „Bei Schmuddelwetter in den Wintermonaten fällt eine deutliche Steigerung bei den akuten Infektionen der oberen Atemwege auf“.


Zur Gruppe der akuten Infektionen der oberen Atemwege zählen unter anderem der Erkältungsschnupfen, akute Nasennebenhöhlenentzündungen, akute Entzündungen des Halses oder Rachens, akute Mandelentzündung, eine akute Entzündung von Kehlkopf oder Luftröhre und der bekannte „Grippale Infekt“. Eine Erkältung oder ein grippaler Infekt sollten aber nicht mit der echten Grippe verwechselt werden. Die echte Grippe wird durch Influenza-Viren ausgelöst, Erkältungen hingegen durch mehr als 30 verschiedene Virenarten. Zu den typischen Symptomen einer Erkältung zählen Hals­schmer­zen, Schnupfen und Husten, seltener auch erhöhte Temperatur oder Fieber.


Die Erkältung verläuft meist harmlos und klingt oft innerhalb einer Woche auch ohne Behandlung ab. In Einzelfällen, wie zum Beispiel bei Menschen, die Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems erhalten und Kleinkindern, kann auch eine Erkältung zu schweren Komplikationen führen. Es ist keine Seltenheit, dass ein Kind sechs bis zehn Erkältungen pro Jahr aus der Schule, dem Hort oder Kindergarten mit nach Hause bringt. Erwachsene haben durchschnittlich zwei bis vier Erkältungen pro Jahr, meist im Winter. Der Anteil Betroffener ist im Säuglingsalter und Kindesalter am höchsten und sinkt dann mit zunehmendem Alter kontinuierlich ab.


„Vor Atemwegsinfekten schützen vor allem Händewaschen, genügend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung. Auch wer häufig an die frische Luft geht, mehrmals am Tag die Wohnung gut lüftet und engen Kontakt zu anderen Menschen meidet, kann Erkältungen vorbeugen“, so der stellvertretende AOK-Geschäftsführer Bernd Gulde. Um einer Verbreitung der Viren entgegenzuwirken, sollten Erkrankte beim Husten und Niesen nicht die Hand vor den Mund halten, sondern besser in den Ärmel husten oder niesen. Benutzte Taschentücher gehören in den Müll. Man sollte sie nicht herum liegen lassen. „Wer sich selbst schützen möchte, sollte es vermeiden, Gegenstände mit bloßen Händen anzufassen, die von vielen Menschen benutzt werden, wie zum Beispiel Türklinken oder Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln oder sie nur mit Fingerspitzen anzufassen, da man mit den Händen oft ins Gesicht fasst.“


Die Behandlung bei einer Erkältung wirkt nicht gegen die Krankheitserreger, sondern ist darauf ausgerichtet, die Beschwerden zu lindern. Meist empfiehlt der Arzt dafür Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol sowie Nasensprays. Viele andere Behandlungen sind nicht gut untersucht oder haben keinen nachgewiesenen Nutzen. Dazu zählen im Übrigen auch Hausmittel wie Hühnerbrühe und Kräutertees, frei verkäufliche Produkte wie Vitaminpräparate oder auch der Tipp, viel zu trinken. „Wenn Schmerzen bei der Atmung auftreten, sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen“, warnt Bernd Gulde, „er wird abklären, ob es sich nicht vielleicht sogar um eine Lungenentzündung handelt.“ Auch wer über eine erhöhte Temperatur oder sehr hohes Fieber – ab 38,5 Grad Celsius klagt, das länger als einen Tag anhält, sollte zum Arzt gehen. Er berät auch bei Fragen zur Grippeschutzimpfung.“


Pressemitteilung AOK - Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben


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Quelle: Center for Systems Science and Engineering der Johns Hopkins University

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