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Leutkirch – Nach der Jugendkonferenz ist vor der Jugendkonferenz. Das gilt vor allem dann, wenn eine Veranstaltung zunächst so wenig Anklang findet. Aber die Jugendlichen, die am Samstag im Bocksaal waren, konnten schließlich richtig konkrete Vorschläge für ihre Stadt machen: von Mülltrennung bis zu neuem Mountainbike-Trail erstreckten sich die Diskussionen.

Natürlich zeigten sich die Organisatoren vom Jugendgemeinderat enttäuscht über die wenigen Besucher bei der ersten Leutkircher Jugendkonferenz. „Wahrscheinlich war Samstag morgens ab 9 Uhr doch nicht so der richtige Termin für Jugendliche“, so die einhellige Meinung. „Das haben wir jetzt halt auf die harte Tour lernen müssen“, sagte ein Mitglied dazu.

Denn dass sich Leutkircher Jugendliche Gedanken über ihre Stadt machen und mitreden wollen, daran herrschte trotz allem kein Zweifel. Immerhin haben rund 1130 Schüler die Umfrage ausgefüllt, die der Jugendgemeinderat vor der Konferenz an sieben Leutkircher Schulen verteilt hatte. Die Schüler hatten Fragen beantwortet wie „Möchtest du später in Leutkirch leben?“ oder „Gibt es genügend Events in Leutkirch?“. Über die Ergebnisse diskutierten schließlich 14 Jugendliche – und erarbeiteten konkrete Vorschläge, die der Jugendgemeinderat nun in seine Arbeit aufnehmen will.

So könnte es etwa in Zukunft in Leutkirch Basketballkörbe über Mülleimern geben – ein Anreiz für Jugendliche, ihren Müll richtig zu entsorgen und nicht auf den Boden zu schmeißen, so die Idee der Jugendlichen. Außerdem machten sich die Organisatoren und Besucher der Jugendkonferenz Gedanken über mögliche Baumpflanzaktionen an Schulen und Foodsharing-Projekte in der Stadt. Auch eine Jobbörse, bei der Firmen Nebenjobs für Jugendliche anbieten könnten, war bei der Jugendkonferenz im Gespräch.
Ein weiterer diskutierter Themenkomplex: Freizeitaktivitäten für Jugendliche in Leutkirch. Vor allem Veranstaltungen für Leute ab 16 Jahren fehlen, hieß es bei der Jugendkonferenz. Neue Ideen, die der Jugendgemeinderat nun aufgreifen möchte, wären etwa ein Freilicht-Kino auf der Wilhelmshöhe, ein Weihnachtstreffen für Jugendliche oder ein Talenteabend. Zudem könnte an dem geplanten neuen Grillplatz ein Bauwagen aufgestellt werden, um auch bei schlechtem Wetter einen schönen Treffpunkt für Jugendliche zu erhalten.

All diese Ideen werden nun vom Jugendgemeinderat entweder selbst in Angriff genommen oder an die zuständigen Gremien weitergeleitet. „Die Bereitschaft im Gemeinderat ist groß, wenn es gute Ideen gibt, da auch Geld dafür in die Hand zu nehmen“, zeigte sich Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle in seinem Grußwort überzeugt. Er war einer der wenigen Erwachsenen, die bei der Jugendkonferenz, die von „Demokratie leben!“ und der Partnerschaft für Demokratie Leutkirch – Aichstetten – Aitrach unterstützt wurde, zugelassen war.

Der Oberbürgermeister riet den Jugendlichen außerdem, sich nicht von der verhaltenen Resonanz entmutigen zu lassen. „Das ging uns in der Verwaltung schon ganz oft so, da muss man sich dann einfach überlegen, ob vielleicht eine andere Uhrzeit beim nächsten Mal besser wäre“, sagte Henle. Genau das wollen die Jugendlichen nun auch tun. Eine „Neuauflage“ der Jugendkonferenz ist am Freitag, 15. November, geplant – dann um 15 Uhr im Leutkircher Jugendhaus.

 

Bericht: Hannah Keil, Stiftung St. Anna

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