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Aulendorf - Zur Einwohnerversammlung im Schulzentrum hatten sich am Dienstagabend rund 60 Bürgerinnen und Bürger eingefunden. Dabei beantwortete Bürgermeister Matthias Burth Fragen zu relevanten Themen jüngster Zeit. Als erstes wurde in der Einwohnerversammlung die Planung „Neubau Kindergarten“ vorgestellt. Dabei war auch vor Ort der mit dem Bauplanung beauftragte Architekt Andreas Hack der Arbeitsgemeinschaft Hack, Lanz und Schwager.

 

 

Seit 2016 ist klar, dass der Bedarf an Kindergartenplätzen langfristig nicht ausreichend ist unf bis 2030 rund 70 bis 100 Plätze fehlen werden, erklärte Burth. Als geeignete Fläche wurde ein Platz oberhalb des Schulzentrums ausgemacht und bei verstärkt nachgefragter Ganztagesbetreuung heißt es zudem, Essensbereich und Schlafplätze vorzuhalten.

 

Ab einer Investition von 221 000 Euro ist eine europaweite Ausschreibung notwendig und der Gemeinderat entschied sich für einen beschränkten Wettbewerb mit 10 Architekturbüros, wobei Hack, Lanz Schwager den 1. Preis gewannen. Zunächst im ersten Entwurf als 4-gruppiger Kindergarten in einem rechteckigen, zweigeschossigen Bau geplant, wurde dieser Entwurf 2019 um eine Gruppe erweitert. Von der Gebäudeform wurde aus einem Rechteck ein U und inklusive Sanierung der Parkplätze an der Schule betragen die geschätzten Baukosten rund 7, 5 Millionen.

 

Nach Beteiligung des Kommunalverbandes Jugend Soziales (KVJS) an der Planung im nächsten Jahr und der Ausschreibung der Gewerke, könnte ein Baubeginn im Frühjahr 2021 stattfinden. Beantragt werden Mittel im Ausgleichsstock für finanzschwache Kommunen, um die hohe hohe Investition besser tragen zu können.

 

Auf die Kritik einiger Bürger, zu teuer, zu viel Glas , antwortete Hack, „wir wollen nicht den teuersten Kindergarten aller Zeiten bauen“, sondern nachhaltig mit hochwertigen Materialien. Auch Burth pflichtete bei, es ist kein Luxusbau, durchschnittlich kosten Kindergartenneubauten 1 Mio. pro Gruppe und sind nie kostendeckend zu betreiben, Die Gebühren der Eltern könnten etwa 20 Prozent der jährlichen Kosten einspielen.

 

 

Ruhestörung und Vandalismus, Beschwerden von Anwohnern waren das nächste Thema. Durch offene Jugendarbeit im Jugendtreff und Schulsozialarbeit hätte sich die Situation verbessert, jedoch in jüngster Zeit, berichtete Burth von vermehrten Klagen von Anwohnern im Bereich der Stadthalle. Erst am Tag zuvor hatte der Gemeinderat eine verschärfte Ordnung auf dem Schulgelände mit Alkohol- und Drogenverbot, sowie Schließung ab 21 Uhr beschlossen. Auch fahre die Polizei Altshausen am Wochenende verstärkt Streife und selbst der Einsatz von Security über zwei Monate brachte nicht den gewünschten Effekt,

 

Doch diese Verschärfungen verdrängen nur die Jugendlichen und lösen kein Problem. Gefragt ist Pädagogik und aufsuchende Sozialarbeit, z. B. am neuen Treffpunkt bei der Jet-Tankstelle. Anwohner beklagten auch die Straßenbeleuchtung. Schon um 12 Uhr ist es dunkel und damit auch gefährlicher für heimkehrende Töchter, so einer der Fragesteller. Ein anwesender Jugendlicher fragte nach dem ins Spiel gebrachten Ausweichgelände und bezeichnete das Feuerwehrhaus am Spitalweg als zu weit entfernt und nicht geeignet.

 

 

Nächstes Thema, obwohl nicht auf der Tagesordnung, waren Verkehrsbeschränkungen. Gefordert wurde zu einen eine stationäre Anzeige im Fußgängerbereich der Hauptstraße, und mehr Geschwindigkeitsmessungen.

 

Zur Finanzsituation die Zahlen des Nachtragshaushalts vom 4.11.2019 mit einem Umfang von 39,3 Mio., bei 29,8 Mio. Verwaltungshaushalt und 9,5 Mio. Investitionshaushalt. Anfang 2020 versprach der Bürgermeister den Hebesatz Grundsteuer B beraten zu lassen mit dem Versuch, diesen moderat zu senken, denn er ist mit 750 % einer der höchsten im Ländle. Die Einnahmen der Gewerbesteuer betragen zum 2. Mal über 10 Mio.. Im Vergleich 2008 lagen sie bei 2,9 Mio. Die Verschuldung 2018 von 13 Mio. wurde 2019 um 2,5 Mio. abgebaut

 

Der Sachstandsbericht zu laufenden Verfahren beleuchtete die durch die Elektrifizierung notwendige Veränderung der Bahnbrücke Rugetsweiler. Kurz gesagt, ein Rettungsweg verpflichtet zu einem Fahrweg für die Feuerwehr, der Artenschutz für Fledermäuse schützt die Allee vor einem Abriss, so der aktuelle Plan der neuen Bücke mit Fahrradverkehr.

 

 

Das Bebauungsplanverfahren „Buchwald“ am Ortsrand Richtung Saulgau geht von 59-60 Bauplätzen aus. Eine weitere Informationsveranstaltung dazu ist vorgesehen. Schon jetzt gaben Anwohner zu bedenken, die Anbindung der Hillstraße an die Saulgauer Straße verleite zu einem schnellen Weg in die Stadt und forderten eine bauliche Beschränkung des Fahrwegs plus Tempo 30,, sowie überhaupt ein Gesamtverkehrskonzept unter Einbeziehung aller Verkehrsteilnehmer, so auch Radfahrer.

 

Eine gute Überleitung war dies zum nächsten Punkt Radwegesituation. Beschlossen wurde dieses Jahr schon der Radweg Tannhausen nach Haslach. Ein Lückenschluss nach Laimbach wurde zwar nicht erreicht , aber die 100 m bis zur Abzweigung nach Michelwinnaden. Der seit langem geforderte Radweg nach Ebersbach sei so der Verkehrsminister Hermann möglich, wenn Kommunen in Vorleistungen bei Planung und Grunderwerb gehen. Mit seinem Kollegen Hauk habe er eine Machbarkeitsstudie dazu vereinbart , so Burth. Auch sei er mit dem „Radgipfel“ im Gespräch, die unter anderem einen Fahrradbeauftragten installieren wollen. Dies werde im November im Ausschuss für Umwelt und Technik beraten Ein Radweg Münchenreute-Blönried wurde zwar allgemein für notwendig erachtet, aber ist nicht in der Radwegeplanung enthalten, so Burth. Von der Poststraße zur Stadt werde der Fahrradstreifen rechts fortgeführt bis zur Bushaltestelle. Doch es könnte Frühjahr werden bis zur Fertigstellung.

 

Text und Bilder Gerhard Maucher

 

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