Montreux – Am vergangenen Sonntag konnte man beim diesjährigen 51. Montreux Jazz Festival gleich zwei lebende Legenden der Pop-Geschichte an einem Abend erleben und eben genau dafür lieben die Musikbegeisterten aus aller Welt Montreux. Zuerst stand der 71-jährige Pop-Dandy Bryan Ferry auf der Bühne, gefolgt vom Mastermind der Beach Boys, dem 75-jährigen Brian Wilson.

 

Bryan Ferry ist immer noch genauso elegant und lässig wie man ihn seit über vierzig Jahren kennt, inklusive weißem Hemd mit offenem Kragen und cooler Intellektuellen-Frisur. Routiniert geht er den Abend an und schöpft aus seinem riesigen Repertoire an neuen und alten Titeln. Schon beim zweiten Song des Abends, dem unvergleichlichen „Avalon“ von seiner früheren Band Roxy Music, hat er das Auditorium Strawinsky für sich gewonnen.

 

Mit seiner Stimme, als Frontmann und auch an den Keyboards konnte Bryan Ferry an diesem Abend restlos überzeugen. Keine Spur von Alterserscheinungen oder nachlassender Energie, er gibt dem Publikum genau das was es erwartet und das auch noch auf höchstem Niveau.

 

Ganz anders beim ehemaligen Kopf der Beach Boys. Brian Wilson wirkt alt und müde und muss von einem Assistenten auf die Bühne begleitet werden. Er setzt sich an einen kleinen weißen Flügel und wirkt oft abwesend und hilflos. Sein Leben war geprägt von psychischen Zusammenbrüchen, Drogenexzessen und ziemlich viel Chaos. So ist dann das Publikum äußerst nachsichtig mit ihm und die meisten sehen es als ein Geschenk an, dass sie diesen genialen Musiker und vor allem sein grandioses Meisterwerk der Popgeschichte, das Album „Pet Sounds“ von 1966, nochmals live erleben dürfen.

 

Begleitet wird Wilson von einer genialen Band, die über seine Unzulänglichkeiten locker hinwegsehen lässt und vor allem die ehemaligen Beach Boys Weggefährten Al Jardine und Blondie Chaplin rocken noch immer so, als wenn sie noch junge Beach Boys wären. Das macht richtig Spaß und es kommt auch tatsächlich die lockere und „easy“ Surfer-Stimmung beim Publikum authentisch rüber.

 

Für die meisten dürfte dies ein unvergesslicher Abend gewesen sein. Musikgeschichte live erleben und das sogar im Doppelpack, sowas gibt es eigentlich nur in Montreux.

 

Text und Bilder von Oliver Hofmann

Bryan Ferry:

 

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Brian Wilson:

 

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