Landschaftsschuetzer 01Bad Wurzach - Inzwischen weiß dank fortschrittlicher und sich äußerst fachkundig fühlender Lehrer jedes Schulkind, dass Deutschlands Strom- und Energieverbraucher möglichst bald auf Strom aus Atomkraftwerken (bis 2022), auf alle „Benzin- und Dieselstinker“ und auf sonstige Energie aus Kohle und Gas verzichten müssen, um die Erde vor dem Hitzetod zu bewahren.

 

 

Laut Schwäbischer Zeitung vom 18. Oktober (Interview mit Entwicklungsminister Müller) sind in den Entwicklungsländern 940 neue Kohlekraftwerke im Bau oder in Planung. Laut der Seite „Energiezukunft“ vom Oktober 2018 sollen es sogar 1380 neue Kohlekraftwerke sein. Nach Meldungen der SZ aus den letzten Tagen geht hervor, dass die Regierung der Tschechischen Republik den Bau neuer zusätzlicher Reaktorblöcke , vor allem für den Stromexport, beschlossen hat. Lt. SZ vom 18. 10.19 will die Regierung der Tschechischen Republik an diesem Vorhaben festhalten, selbst wenn sie damit Europarecht brechen würde.

 

Auch in Frankreich macht man sich über die Energiezukunft Gedanken. Lt. SZ vom 19.10.2019, S. 5, richtet sich der Energiekonzern EDF auf den Bau neuer Atomkraftwerke ein. Der Konzern bat die Regierung, eine Machbarkeitsstudie für den Bau von 6 neuen Reaktoren vom Typ EPR (Neuer Europäischer Druckwasserreaktor; je ein Exemplar wird derzeit in Finnland und in Frankreich gebaut. Deutschland ist an der Finanzierung beteiligt.) in Auftrag zu geben.

 

In Polen, das seinen Energiebedarf nach wie vor hauptsächlich aus den oberschlesischen Kohlevorkommen aus dem Bereich Kattowitz - Hindenburg (Zabrze) - Gleiwitz deckt, bestehen Pläne für die Errichtung von zwei Reaktorblöcken nordwestlich von Danzig ab 2033. Die polnische Regierung beabsichtigt mit ihrem Einstieg in die Atomenergie ihre jetzige annähernd hundertprozentige Abhängigkeit (2018 nur ca. 4,2 % „Erneuerbare“) von fossilen Energieträgern zu mindern.

 

 

Auf Schlussfolgerungen bezogen auf die deutsche „Energiewende“ mit Zehntausenden von neuen „Windrädern“ und riesige Flächen abdeckenden Photovoltaikmodulen aus chinesischer Produktion wird hier absichtlich verzichtet.

Lt. Landesamt für Umweltschutz Baden-Württemberg (Windatlas 2019) und Regionalverband Bodensee-Oberschwaben könnte sich Bad Wurzach mit 116 Windkraftanlagen zu ungefähr 240 m Gesamthöhe und Leutkirch mit mehr als 80 derartigen Anlagen an der „deutschen Weltklimarettung“ beteiligen.

 

 

In der GR-Sitzung vom 07. Oktober 2019 erklärte Frau BGM Scherer auf die Anfrage von GR Buschle bezüglich des gemeindlichen Mitspracherechts bei der Standortfestlegung, dass „wir jetzt abwägen müssen, was sinnvoll ist“, da die deutschen Atomkraftwerke 2022 endgültig abgeschaltet werden. Ob sie mit „wir“ die „Energie-und Landschaftsexperten“ von Bad Wurzachs Gemeinderat und Verwaltung meinte, blieb dabei offen.

 

Hans-Joachim Schodlok
Bad Wurzach
Pressemitteilung der Landschaftsschützer Oberschwaben e.V.

 

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