Rekordbesuch der Bezirkslehrfahrt 2017

Kreis Ravensburg – Über einen Rekordbesuch bei der diesjährigen Bezirkslehrfahrt durfte sich das Landwirtschaftsamt Anfang Juli freuen: Über 700 Teilnehmer zählte der Veranstalter, darunter zahlreiche Landwirte mit ihren Familien, Besucher aus Politik und Wirtschaft sowie etliche Fachbesucher. Im Mittelpunkt der Lehrfahrt standen beispielhafte Bauvorhaben von drei Betrieben im Allgäu. Bild: Rekordbesuch der diesjährigen Bezirkslehrfahrt des Landwirtschaftsamts

 



Als großen Erfolg und Höhepunkt der berufsbezogenen Erwachsenenbildung des Landwirtschaftsamtes verbucht Landwirtschaftsdezernent Gerd Hägele die diesjährige Bezirkslehrfahrt. Sie sei „ein landwirtschaftliches Event, das wir sehr schätzen und auf das wir nicht verzichten wollen“, so Hägele bei seiner Begrüßung auf dem Hof der Familie Otto Allmendinger in Amtzell-Schnabelau. Investieren heiße für Hägele vor allem Ställe zu bauen. Die auf der Lehrfahrt präsentierten Ställe seien hinsichtlich Tierwohl und anderen gesellschaftlichen Anforderungen absolut beispielhaft, so Hägele. Auch Landrat Harald Sievers stattete der Bezirkslehrfahrt einen Besuch ab und dankte den Bauherren, die ihre Ställe für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht hatten.


Familie Otto Allmendinger in Amtzell-Schnabelau entschloss sich im Jahr 2013 zu einem Anbau von 93 Kuhplätzen und dem Neubau eines Melkzentrums, da das Altgebäude „zu niedrig, zu dunkel und die Luft schlecht“ war, so Allmendinger. Der bestehende Stall wurde zum Jungviehstall umgebaut. Um Kosten zu sparen, hat Allmendinger den bereits 2008 im Altstall eingebauten Melkroboter aufgerüstet und einen zweiten dazu gekauft. Eine Besonderheit ist die neu gebaute geschlossene Güllegrube: Der als Laufhof genutzte Deckel der Grube ist leicht gewölbt. Am Rand sind Kanalgrundrohre eingelassen, welche die anfallende Jauche direkt in die Grube ableiten.


Familie Bruno Briegel in Kißlegg-Waltershofen investierte vergangenes Jahr in einen Neubau mit 54 Kuhplätzen als Anbau an das bestehende Stallgebäude samt Heubergehalle mit Heulüfter und Kran sowie Tiefstreubereich für die Kälber. Der luftige und lichtdurchflutete Stall hat eine Firsthöhe von stattlichen 13 Metern. Zur Unterstützung des Entmistungsroboters und besseren Reinigung des Spaltenbodens werden die Laufgänge über eine Sprenkleranlage genässt. Das verwendete Regenwasser wird in einer unter dem Futtertisch des Nebengebäudes gelegenen Zisterne aufgefangen. Gemolken werden die 70 Kühe des Bio-Heumilch- und Weidebetriebs im neuen Stall mit zwei Melkrobotern. Die Heutrocknung erfolgt über einen mit Öl betriebenen Zwei-Stufen-Warmluftofen mit einer Leistung von 30 kW und über die Nutzung der Dachwärme.


Familie Robert Wespel in Kisslegg-Haslach ist nach neun Monaten Bauzeit im Jahr 2016 in den neuen Boxenlaufstall mit 164 Kuhplätzen, integriertem Laufhof und Kälberstall für Kälber bis drei Monate eingezogen. Dieser ist als sechs-Reiher mit außenliegendem Futtertisch ausgeführt. Der sieben Meter breite Lichtfirst, bestehend aus einer Rundbogenkonstruktion und darüber gespannten Gittergewebeplanen, bricht das Licht und streut es breit in den Stall, ohne diesen stark aufzuheizen. Die Entmistung der Spalten ist ebenso automatisiert wie das Nachschieben des Futters. Die Gülle wird vom Stall über 120 Meter in die Biogasanlage gepumpt, die 2007 von ursprünglich 70 kW auf 150 kW erweitert wurde. Da die Gülle mit dem Schleppschlauch ausgebracht wird, wird diese vor der Ausbringung separiert.


Pressemitteilung und Bild Landratsamt Ravensburg

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