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Bergatreute - Mit der Idee, Paul Sägmüller und „Mu Siege" für eine Veranstaltung der Bürgerstiftung Bergatreute, ins Boot zu holen, hat diese absolut ins Schwarze getroffen. Mit so einem Ansturm hätten die Veranstalter nicht gerechnet. Paul Jung – Vorstand der Bürgerstiftung Bergatreute – zeigte sich hocherfreut über den Zuspruch. Hatten sie doch noch die Tage überlegt, für wie viel Personen man wohl stuhlen solle. Wenn so 40 kämen wäre dies doch ein Erfolg. Das am Schluss etwa 180 Personen den Bürgersaal füllten war herrlich. 

 

Auch Paul Sägmüller und Siegfrid Schoch zeigten sich überwältigt von der Menge der Zuhörer.

Vor etwa 1 ½ Jahren haben die beiden sich zum Duo „Hirnkatheter" zusammen gefunden. Mit gewohnt trockenem Humor führten die beiden das Publikum an das bunte Abendprogramm heran.

Paul Sägmüller hat noch im Drogeriemarkt ein „kabelloses Mikrofon" besorgt – eine Flaschenbürste – denn wenn er das Publikum interviewen möchte, ist die Hemmschwelle zu sprechen etwas weniger.

Hirnkatheter? – was versteht man darunter? Einen Katheter setzt man an um dem Körper etwas zuzuführen oder zu entziehen. So wie in diesem Fall – Sachen die im „Hirn" entstehen nach außen zu führen. So wurde der heutige Abend eine Fortführung des Programms „Hirnkatheter" nur mit dem aktuellen Titel „Etz wird's brenzlig". Ja brenzlige Situationen wurden genügend beschrieben.

Wie ist es anders, wenn Paul Sägmüller eine Veranstaltung hat – der Rahmen passt doch immer zum Programm. So wie bei der Buchvorstellung – Freitag der 13. – als ein Zuhörer umfiel und ins Krankenhaus eingeliefert werden musste (und das am Freitag den 13.) so fuhr heute genau bei der Vorstellung ihres „Dienstfahrzeuges" die kleine Isetta „Feuerwehr", die „großen Kollegen" wie sie liebevoll genannt wurden zum Einsatz.

Mit ihrem eigenen Feuerwehrauto wollen sie keine Konkurrenz zu den „Großen" sein, sondern mehr für die „Kleinbrände" zuständig sein. So findet man auf der Seite „nurithudla.de" ein Formular welches man im Brandfalle ausfüllen kann. Die Angaben hier sind wichtig, denn man muss ja wissen, ob ein zweiter Löschkanister mitgenommen werden muss.

Die beiden wechselten sich während des Abends immer wieder ab. Siege – unterhielt immer wieder mit eigenen Pointen humorvoll zu ebenso „brenzligen" Themen wie Paul auch. Nachdem die Kinder mittlerweile aus dem Haus sind, wurde es für ihn sehr ruhig im Haus – zumal seine Frau noch zum Schaffa geht. Nachdem sie ihn ja nicht mitnehmen könne, riet sie dem Siege doch zum Therapeuten zu gehen – der würde schließlich von der Krankenkasse fürs zuhören bezahlt. Nach einigen Sitzungen kam dann dieser zum Entschluss, bei dem Siegfried würde klassische Langeweile vorliegen. Er solle sich ein Hobby suchen – vielleicht malen oder Salzteig kneten. Das kam aber für ihn nicht in Frage da die Fenstersimser bereits von den Töpfersachen seiner Frau belagert wurden. Also schaffte er sich einen Hund an, denn der Hund ist der beste Freund des Menschen. Ab sofort hat er den treuen Begleiter Harald an seiner Seite, was im Zusammenleben mit dem Nachbarn nicht immer stressfrei ist, da dieser ebenso den Namen Harald trägt.

Im Laufe des Abends folgten von Siege noch seine beliebten Lieder, wie das Liebeslied für einen sparsamen Schwaben, Vollmond über Mochenwangen, Das Lied zur frühkindlichen Phobie, „90 Kilo", sowie „Nackert am Frauentor". Das Publikum war so begeistert, dass es immer wieder mit einstimmte und kräftig mitsang.

Wer den Paul Sägmüller kennt, weiß, dass bei seinen Geschichten kein Auge mehr trocken bleibt – er hat die Gabe die Geschichten so lebendig zu erzählen, dass man das Gefühl hat, man wäre live dabei gewesen.

Seine erste Geschichte handelte von seinem Kumpel Braas und den Erlebnissen seiner Fahrschulzeit. Wie es so in der Jugend war, hatten die einen bereits den Führerschein, während sich die anderen noch in den Unterrichtseinheiten der Fahrschule Bott in Bad Waldsee die Zeit um die Ohren schlugen. Da waren immer diejenigen gefragt, die bereits die „Pappe" hatten und somit als Chauffeur agierten. So auch an jenem Abend, als sich Pauls NSU 1200 auf der Waldseer Hochstatt in Flammen aufging. Das der Alkohol nicht eine unerhebliche Rolle spielte, ist der damaligen Polizei nicht auffiel, war nur ein Teil der „Brenzligen" Situation.

Der Kumpel Brass war am heutigen Abend in Sachen Auto immer wieder gut dabei. Mit ihm gab es so manch brenzlige Situation zu hören. Ein weiterer Kumpel – Geri – kam auch noch ins Spiel als sie sich eine wilde Polizeiverfolgungsjad in Richtung Altann lieferten. Allein die Ausführungen, wie sich der alte VW Käfer Stück für Stück in Einzelteile auflöste, ließ kein Auge trocken und forderte die Lachmuskeln.

Die Geschichte vom Ausflug nach England zu „lsle of man" (dem legendären Motorradrennen) als sie zu viert – eigentlich ja zu fünft, denn ein Kumpel hatte seine Frau dabei (denn die brauchte man ja zum Kochen), über den Kanal fuhren, zeigte auch mal wieder auf, wie es so zugeht, wenn vier „Kerle" unterwegs sind. Für Paule war es enorm wichtig den Anschluss nicht zu verlieren, da er aufgrund mangelnder Englischkenntnisse völlig verloren gewesen wäre. Wie sagte es so schön: „Hätt ich die Jungs verloren, ich würd heut noch in England sitzen". In London angekommen musste man feststellen, dass man hier nicht so einfach sein Zelt aufschlagen kann und suchte nach einer bezahlbaren Herberge – diese fand man auch – allerdings sehr fragwürdig. Auch wenn man eine Suite gemietet hatte, so machte diese den Eindruck, als hätten gerade erst die Hausbesetzer diese verlassen. Als dann noch die Badewanne zusammenbrach und der Suite unter ihnen einen Regen im Raum bescherte, mussten sich die Jungs schnell und in einer Nacht und Nebel Aktion aus dem Staub machen.

Der zweite Teil des Programms, beschäftigte sich dann mit den medizinischen Aspekten, die teilweise auch sehr nachdenklich stimmten, wenn man die Entwicklung unseres Gesundheitswesens durchleuchtete. Aber auch hier hatten die beiden sich ihre Gedanken gemacht und im Angebot einen 2 Wochenende Kurs für Dr. Hob (Hobbyarzt). Dieser könnte dann ja für die leichteren Fälle eingesetzt werden – und wer dann noch eine nichtbenötigte Garage zur Verfügung stellen könne, wäre absolut auf der Seite des Gesundheitswesens. Auch verschiedene Therapieangebote hätten sie im Programm – wie mittlerweile englisch – „Fresh air snapping" – Frischluft schnappen, oder „Video Television viewing" – Fernsehschauen mit Radiobeteiligung.

Welch wundersamen Lauf eine Erstversorgung haben kann, wurde erzählt als Paul Sägmüller als damaliger Lehrling beim Böhringer – damals noch Thomae – die Ausbildung zum Ersthelfer im Betrieb begann. Diese hatte den Vorteil, dass man in den Genuss kam 1 x die Woche eine Schulung zu genießen und zudem eine Woche in Stuttgart beim Roten Kreuz zu erleben. Sein erster großer Einsatz war dann als der „Werner" auf seiner Putzmaschine zusammengebrochen war. Auch wenn er mit seinem Kollegen Alfons nicht unbedingt die optimale Rettungskette eingehalten hat – um es mal vorsichtig zu formulieren, so kann doch der Zufall auch eine große Hilfe sein – die einem manchmal sogar eine Belobigung mit Sonderzahlung zukommen lassen kann.

Die Geschichte vom Frühstück in Paris erzeugte ebenfalls eine Anspannung auf die Lachmuskeln. So ist es nicht verwunderlich, wenn man nach einer Flasche Bacardi den Weg nach Frankreich über Bregenz und Romanshorn sucht. Allein die Ausführungen über den Zustand der Autos die zum Einsatz kamen und das Ende der Überfahrt auf der Fähre von Romanshorn nach Friedrichshafen inklusive Fischfütterung brachten den Saal zum Lachen.

Paul Jung bedankte sich bei den beiden für den überaus unterhaltsamen Abend und versprach, dass es wieder ein Programm geben wird, in dem es dann neue Geschichten geben wird. Allerdings entließ er die beiden nicht, ohne noch um eine Zugabe zu bitten, was sie auch humorvoll erledigten.

Während Siege mit seinem Song „Nackerd am Frauator" punktete, gab Paul eine Geschichte vom Vertrauen zum Besten. Hier konnte man erleben, wie schwierig es sein kann, wenn man nach dem „Bauerntanz" im Sternensaal in Reute, nicht mehr wirklich weiß, wie der Weg nach Bergatreute geht und man im Vertrauen dem Kumpel – der diesen Weg auch nicht wirklich mehr wusste – im Vertrauen folgend einen etwas holprigen Weg über den Wald von Ankenreute nahm.

 

Text und Bilder von Steffi Rist
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