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Bad Wurzach - Eine Gruppe von 28 Landwirtschaftsbeamten besuchten in Rahmen einer 8tägigen Europareise, auch Bad Wurzach, das wegen des mit dem Europadiplom ausgezeichneten Naturschutzgebietes Wurzacher Riedes in den Fokus der Reiseplaner gekommen war. Bild: Franz Renner (rechts) erklärt den koreanischen Beamten die Ausstellung Moor Extrem.

 

Nach dem Mittagessen im Kurhaus trafen die 26 Männer und zwei Frauen, die zuvor schon in Tschechien Ungarn und Österreich unterwegs gewesen waren, mit Franz Renner vom Naturschutzzentrum Wurzacher Ried um per Bus eine kleine Rundreise um das sich auf einer Fläche von 8 Kilometer Länge und maximal 4 Kilometer Breite sich ausdehnende Naturschutzgebiet zu unternehmen.

Beim Aussichtspunkt auf der Grabener Höhe erklärte Renner den Asiatischen Gäste durch einen deutschsprechenden Dolmetscher die Entstehungsgeschichte des Wurzacher Beckens und des Riedes. „Sie müssen mir schon glauben daß das Ried da ist, auch wenn man es wegen des Nebels kaum sieht!" sagte er scherzhaft zu den Koreanern, weil man vom Aussichtspunkt gerademal die Wasserflächen in den ehemaligen Torfstichen wahrnehmen konnte. Aber auf der Fahrt über Dietmanns und Unterschwarzach dorthin konnten sich die Gäste bereits einen Eindruck von der Größe des Gebietes, das rund 10 % der Gemeindefläche bedeckt, verschaffen. Nach der Eiszeit vor 150.000 Jahren war durch die abschmelzenden Gletscher das Wurzacher Becken entstanden. Seine jetzige biologische Gestalt bekam es vor 5000 Jahren, als ein sehr regenreiches Klima herrschte, wo durch die Ansiedlung bestimmter Moose begünstigt, das Hochmoor entstand, für das das Naturschutzgebiet als eines von nur acht Naturschutzgebieten in Deutschland mit dem Europadiplom ausgezeichnet wurde. Er erklärte ihnen auch, wie es dazu kam, dass die angrenzenden, landwirtschaftlich genutzten Wiesen wieder extensiv genutzt wurden, wodurch es dort wieder zu einer größeren Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen kam.

Beim Passieren der Glasfabrik, auf der wegen des unwirtlichennaßkalten Wetters rasch angetretenen Rückfahrt kam er auf deren Rolle bei der industriellen Nutzung des Riedes durch den Torfabbau zu sprechen.

Zurück in der warmen Ausstellung erklärte er den Gästen, die fast vom anderen Ende der Welt nach Europa gekommen waren, weshalb in der Ausstellung „Moor Extrem" soviele Monitore und Beamer im Einsatz sind: „Wir wollten keinen Naturnachbau, sondern Dinge zeigen, die zu groß oder winzigklein sind, oder z.B. die 15.000 Jahre bzw nur eine Zehntelsekunde dauern. Er betonte auch den Synergieeffekt des neuen Gebäudes, durch den Bad Wurzach Info und Naturschutzzentrum nun unter einem Dach vereint sind.

Damit die Besucher aus dem fernen Osten doch noch einen direkten Natureindruck vom Ried bekamen, ging es in einer zweiten Exkursion auf den Bohlenwegen hinein in den für Besucher offenen Teil des Naturschutzgebietes. U. anderem auch deswegen, um den Beweis anzutreten, daß der Mensch nicht ausgeschlossen ist Denn einer der Besucher hatte gesagt , dass in Korea ein solches Naturschutzgebiet touristisch erschlossen wäre.

Über Stuttgart und Singen führt der Weg der Reisegruppe via Salzburg am Samstag wieder Richtung Heimat.

 

Text und Bilder von Uli Gresser

 

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Quelle: Center for Systems Science and Engineering der Johns Hopkins University

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