LandschaftsschuetzerLeserbrief - Zur Veranstaltung 50/80/90 am 11. November in Bad Waldsee:
Gleich vorweg – diese Veranstaltung fand nach unserem Empfinden in einem angenehmeren, sachlicheren Klima statt als eine ähnliche Veranstaltung mit Herrn Untersteller in Bad Wurzach. Die Veranstalter dürfen dies als Lob werten!


Gleichwohl konnten viele Antworten des Herrn Ministerialdirektor Helmfried Meinel nicht befriedigen. Mein Bestreben war es, Herrn Meinel und den anderen Zuhörern an Hand nicht zu widerlegender Daten die Unmöglichkeit der Erreichung der von der Landesregierung propagierten Ziele bezüglich unserer zukünftigen Stromversorgung vor Augen zu halten.

Offizielle Daten: Lt. Mitteilung des Umweltministeriums BW vom 10. Nov. 2014 sind in Baden-Württemberg derzeit 387 Windkraftanlagen mit einer Gesamt-Nennleistung von 546 MW und Photovoltaikanlagen mit einer Gesamt-Nennleistung von 5010 MW in Betrieb. Diese beiden Werte der installierten Leistung sollten mit der tatsächlich ins Netz abgegebenen Leistung in Beziehung gesetzt werden. Diese Leistungsdaten können von jedermann unter Transnet BW „Windkraft", bzw. „Fotovoltaik" viertelstundengenau über Jahre zurückverfolgt und als Graphik oder als Tabelle abgerufen werden.

Für eine sichere Versorgung sollten die Einspeisedaten über längere Zeiträume möglichst nicht allzu weit von den Daten der installierten Leistung entfernt sein. In den nachfolgend abgebildeten Tabellen können Sie ablesen, dass bei der Windkraft über Stunden hinweg die eingespeiste Leistung zwischen 0 MW und 40 MW schwankte und erst gegen 24.00 Uhr einmal mehr als 10 % der Nennleistung erreichte. Bei der Fotovoltaik habe ich die Darstellung des Tagesgangs auf den Zeitraum der Sonnenscheindauer, also von 07.00 bis 17.15 Uhr, beschränkt. Es handelte sich am 10. November um einen Tag mit idealem Verlauf bei der Fotovoltaik, da die Eispeisedaten von 07.00 mit 1 MW bis 12.00 Uhr mit 532 MW kontinuierlich zu- und bis 17.15 Uhr mit 0 MW kontinuierlich abnahmen. Dies sind Werte im Vergleich zu den rund 500 MW, die die Windkraft und den rund 5000 MW, die die Fotovoltaik wenigstens über einige Stunden hinweg bringen sollten.

Was die Windkraftbefürworter nicht wissen wollen: Der Lastverlauf des Übertragungsnetzes ist die Summe aller Einspeisungen ins Netz von Baden-Württemberg während eines bestimmten Zeitabschnittes. Am 10. Nov. um 20.00 Uhr wurde bei einer Last von 9419 MW eine Windkraftleistung von gerade 20 MW eingespeist, was somit einem Gesamtanteil von Solareinspeisung (0 MW) und Windkrafteinspeisung (20 MW) von 0,21 % an der gesamten Strombereitstellung bedeutet. (Um 12.00 Uhr, beim Höchstwert der Fotovoltaik, waren es 5,98 % bei der Fotovoltaik und 0 % bei der Windkraft.)

Wunschträume eines Grünen: Herr Meinel entgegnete, es befänden sich neue Maschinen mit noch höheren Türmen und noch größeren Rotoren in Entwicklung, an die Generatoren geringerer! Leistung gekoppelt werden (Um die Bremswirkung auf den Rotor zu verringern, damit sich dieser auch bei geringeren Windgeschwindigkeiten dreht). Mit Hilfe dieser Maschinen wird Baden-Württemberg lt. Herrn Meinel seine Eigenversorgung mit Ökostrom auf mehr als 100 % des gesamten Strombedarfs erhöhen, so dass Baden-Württemberg dann sogar noch Ökostrom an benachbarte Länder wird abgeben können. Selbstverständlich bei gleichzeitigem Verzicht auf alle Kohlekraftwerke und alle Kernkraftwerke.

Kommentar: „Wundermaschinen" sollen also in der Lage sein, auch bei Flaute große Mengen Strom ins Netz zu liefern. Nun gilt leider für den Wind, dass die ihm innewohnende Bewegungsenergie sich mit der dritten Potenz der abnehmenden Windgeschwindigkeit vermindert. Deshalb sollten wir allen Versprechungen des „Energiesiegs" mit Hilfe von „Wundermaschinen" gegenüber misstrauisch sein.

Text Hans-Joachim Schodlok

Anlage

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Quelle: Center for Systems Science and Engineering der Johns Hopkins University

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