Martina Wolf mit Schuelerin

Bad Wurzach - Wegen der Corona-Krise müssen wir uns zurzeit in vielen Dingen umstellen. Auch junge Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule stehen vor ganz neuen Herausforderungen: „Die normalen Unterrichtsstunden können derzeit nicht stattfinden!“ Die Lehrer der Jugendmusikschule haben aber in den letzten Wochen zahlreiche Ideen entwickelt, um den Musikunterricht zumindest eingeschränkt weiterführen zu können. Bild: Klavierlehrerin Martina Wolf unterrichtet ihre Schülerinnen und Schüler zur Zeit per Video-Chat.

 

„Aufgrund der Situation, dass die Schüler nicht mehr direkt zum Unterricht kommen können, haben sich unsere Lehrer einiges einfallen lassen“, so Jugendmusikschulleiterin Petra Springer. "Bislang hatten wir keine Ahnung, wie schnell wir uns auf eine komplett neue Situation einstellen können. Eine Digitalisierung des Musikunterrichts war für uns alle bisher unvorstellbar - jetzt stecken wir mittendrin!" Die bisherigen Erfahrungen und Rückmeldungen seien dabei durchweg positiv, so Springer weiter. „Not macht eben erfinderisch!“. Martina Wolf, Klavierlehrerin an der Jugendmusikschule, unterrichte beispielsweise seit einer Woche per skype ihre Schülerinnen und Schüler. Über Tablet oder Smartphone würden diese den Anweisungen ihrer Lehrerin folgen. Bei den jüngeren Kindern seien die Eltern zusätzlich mit dabei und dies habe bisher auch wirklich gut funktioniert.

 

Weitere Kollegen an der Musikschule würden ähnlich verfahren, Aufgaben und Noten über Email oder Whatsapp verteilen und sich die „Hausaufgaben“ durch Vorspielen der Übungsstücke von den Schülern dann per Video aufnehmen lassen. Anschließend gebe der jeweilige Lehrer dann wieder sein Feedback online oder per Telefon. Georg Stankalla, Klarinetten und Saxophonlehrer, ist sich sicher, dass er auch in Zukunft die Schüler öfter mal ihre „Hausaufgaben“ so aufnehmen lassen werde. „Diese Woche haben einige Schüler mehr geübt als sonst! Die kleine Ausrede "Zuhause hat es noch geklappt" funktioniert bei einer digitalen Aufnahme nämlich nicht mehr.“

 

Der digitale Unterricht ist für Jugendmusikschulleiterin Springer derzeit nicht nur alternativlos, sondern sei auch eine Riesenchance. Denn so reiße der Kontakt zu den Schülern nicht ab. Dies sieht auch Martin Schad, Trompetenlehrer, so. „Bereits Erlerntes festigen“ bringe bei jüngeren Schülern im Moment am meisten. Neuer Stoff erfordere von den älteren Schülern sehr viel mehr Selbstständigkeit im Umgang mit der Musik. „Eine Herausforderung, die den Schülerinnen und Schülern gut tut, und gleichzeitig uns Lehrern zeigt, dass zeitgemäßer Unterricht auch anders gehen kann.“ Trotzdem gebe es gewisse Grenzen. „Eine Trompete klingt live einfach anders als über ein Mikrofon von einem Smartphone oder Tablet. Das verlangt auch eine ganz andere Unterrichtsvorbereitung.“

 

Die größten Beschränkungen gibt es im Bereich des Zusammenspiels, berichtet Petra Springer zu den Herausforderungen des digitalen Unterrichts. Durch die minimale zeitliche Verschiebung sei z.B. ein Zusammenspiel von Schüler und Lehrer nicht möglich. „Und natürlich ist es einfacher, Dinge wie die Haltung eines Instruments oder ähnliches persönlich zu erklären“.

 

Von Dorith Strobel, die Gitarre, Keyboard, Blockflöte und Elementare Musikpädagogik unterrichtet, bekommen die Kinder derzeit täglich kleine "Übeeinheiten", im Moment passend zum Beethoven-Jahr kleine Rätsel rund um das Thema Beethoven. Die Allerkleinsten dürfen mit Wolle zu Hause Notenschlüssel aufkleben. Sogar Noten und Notenlinien mit Straßenmalkreide zu Hause im eigenen „Hof“ aufzuzeichnen gehören mit zu den kreativen Aufgaben. Andrea Mall als Verantwortliche für die „Mutter-Kind-Kurse“ hat zudem zu all den anderen Angeboten über ihren „Youtube-Kanal“ eine Unterrichtsstunde für die Teilnehmer eingestellt.

 

Die Jugendmusikschulleiterin ist jedenfalls stolz auf ihre Lehrerinnen und Lehrer. „Trotz kurzer anfänglicher Skepsis sind alle Lehrkräfte bereit, sich der neuen Herausforderung zu stellen. Die Kreativität kennt keine Grenzen.“ So laufe der Unterricht trotz allem vernünftig und qualitätsbewusst weiter. Einig sind sich dabei alle, dass die Digital-Unterrichtsstunden auf Dauer kein vollwertiger Ersatz für den persönlichen Unterricht sein können. „Aber im Moment ist das eben das einzig Richtige!“ Ein großes Dankeschön gelte auch der Stadt als Träger, den Eltern und den Lehrerinnen und Lehrer für ihren besonnenen Umgang mit der Situation. "Nach Corona sind wir damit hoffentlich auch musikalisch ein Stück weiter!“

 

 

Pressemitteilung der Stadt Bad Wurzach

 

 

hausaufgabe

Lehrerin Dorith Strobel gibt ihren Schülerinnen und Schülern Aufgaben für Zuhause, die sie zum Beispiel mit Kreide im Hof erledigen können.

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter

 

 

Quelle: Center for Systems Science and Engineering der Johns Hopkins University

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.