Landschaftsschuetzer 01Bad Wurzach/Region - 15 Prozent des Welt-Rotmilanbestandes lebt in Baden-Württemberg. Deshalb ist unserem Bundesland durch die europäische Naturschutzgesetzgebung eine besondere Schutzverpflichtung übertragen worden.

 

Dies hatte das Umweltministerium Baden-Württemberg so interpretiert, dass die größte Gefährdung für diesen schönen und stolzen Greifvogel, Windkraftanlagen, dann zurücktreten muss, wenn um den geplanten Standort in einem Radius von 3,3 km ein „Dichtezentrum“ von mindestens vier Revierpaaren, die in der Brutzeit je einen Bruthorst beanspruchen, festgestellt wurde. Ein Bruthorst beherbergt zunächst zwei Altvögel und nach dem Schlüpfen im Durchschnitt noch drei Jungvögel. Insgesamt bis zu 15 Milane innerhalb dieses Radius stellten bereits bisher kein Hindernis dar, erst ab 20 Milanen nach dem Schlüpfen wurde es für die Windkraft schwierig.

 

Das von den Grünen geführte Umweltministerium hat zur Förderung des Windkraftausbaus zwischenzeitlich die Mindestanzahl nachgewiesener Revierpaare innerhalb des 3300-Meter-Radius auf sieben erhöht, weil sich der Rotmilanbestand so erhöht habe, dass durch die Tötung einzelner Vögel keine Gefahr für die Bestandssicherung bestehe. Bei sechs Brutpaaren und 18 Jungvögeln, zusammen also 30 Milanen, sieht das Baden-Württembergische Ministerium für Umwelt keinen Schutzbedarf.

 

„Dichtezentren“ mit einer derart hohen Anzahl von Revierpaaren (35 Milane nach erfolgreicher Brut), werden sich in Baden-Württemberg kaum finden lassen. Bei der angedachten „Massenanpflanzung“ mit bis zu 116 Windkraftanlagen auf der Gemarkung Bad Wurzach wird es also überflüssig sein, nach Horsten des Milans zu suchen. Auch das Windkraftprojekt Haisterkirch/Bad Waldsee, das vor ca. 3 Jahren unter anderem an fünf nachgewiesenen Bruthorsten scheiterte, könnte mit dieser Begründung heute bei der neuen vom Umweltministerium BW geschaffenen Rechtslage nicht mehr verhindert werden.

 

Von Interesse dürfte dabei sein, dass das seinerzeit von der Stadt Bad Waldsee und sonstigen Antragstellern mit hohem Kostenaufwand beauftragte „Umweltbüro“ nur drei Revierpaare gefunden haben wollte, während der Bürgerinitiative „Lebenswerter Haistergau“ mit hohem ehrenamtlichem Aufwand der Nachweis von fünf Revierpaaren gelang.

 

 

Bericht: Bürgerinitiative Landschaftsschützer Oberschwaben/Allgäu e.V.; Hans-Joachim Schodlok

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Quelle: Center for Systems Science and Engineering der Johns Hopkins University

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