21jakobusEggmansried - Die Musikkapelle Eggmannsried hat gemeinsam mit dem Organisten der Basilika Weingarten, Stephan Debeur, anlässlich der Weihe der von dem Ertinger Bildhauer Gerold Jäggle geschaffenen Jakobusfigur, die zukünftig die Skulpturennische hoch über dem Eingang der dem Heiligen Jakobus geweihten Kirche in Eggmannsried füllen wird, ein wunderbares Konzert gespielt. Bild: Pfarrer Notz bei dem Versuch, die in sechs Meter Höhe Stehende Jakobusfigur mit dem Weihwasser zu erreichen. Rechts der Bildhauer Gerold Jäggle

 

Mit der Unity Fanfare, einem anspruchsvollen Eröffnungswerk des österreichischen Komponisten Otto M. Schwarz eröffnete die Musikkapelle Eggmannsried würdevoll den Weihegottesdienst und das Konzert. Lange habe die Kirchengemeinde überlegt, mit welcher Art von Skulptur des Kirchenpatrons sie die Nische über dem Kircheneingang füllen könnte, erklärte Pfarrer Paul Notz bei seiner Begrüßung. Nun grüße die Jakobusfigur einladend und freundlich, als wolle sie allen sagen, die sich unten auf der Bundesstraße bewegen: „Kommt doch alle herauf.“


Nach dem Evangelium, in dem Jesus aus Petrus, Jakobus und Johannes Jünger und „Menschenfischer“ für das Wort Gottes machte, spielte die Musikkapelle erstmals gemeinsam mit Stephan Debeur das Lied „Lobe den Herrn“, allerdings in der Jakobus-Version mit einem Text von Wolfgang Schneller, der durch seine Bekanntschaft zum Erzbischof von Santiago den Stein zu dieser Jakobus-Figur mit ins Rollen gebracht hatte. Nach Fürbitten und Vater unser gab es noch einmal beim „Nun danket all“ ein eucharistisches Zusammenspiel von Musikkapelle und Orgel, ehe zunächst der Organist Stephan Debeur, der für gewöhnlich die weltberühmte Gabler-Orgel in der Basilika bespielt, mit dem „Priere“ (Gebet) des französischen Komponisten Alexandre Guilmant als Solist zu glänzen vermochte.


Florian Straub, der für die Musiker als Ansager des Konzertes fungierte, erklärte den rund 110 Besuchern, wie es sein Kann, dass ein so renommierter Organist wie Debeur bei dieser Weihe mitspiele. Die St. Jakobus Kirche habe nämlich neben der jetzt geweihten Patronatsfigur auch noch ein sehr spezielle, weil mechanisch angesteuerte Orgel.


Mit dem Konzertstück „Der Festtag“ von Sepp Tanzer und dem Andantino in G-moll von Franck César setzten Musikkapelle und Organist weitere musikalische Glanzpunkte. Mit der musikalischen Umsetzung des Dietrich Bonhoeffer Gebets „Von guten Mächten“, das dieser kurz vor seiner Hinrichtung schrieb, in der Version von Martin Scharnagl, die erst vor ein paar Monaten auf dem Woodstock der Blasmusik Premiere feierte, schlug die Musikkapelle einen wunderbar ergreifenden Bogen zur modernen Musik, mit dem sie und der Organist das Konzert beendeten.


Im gemeinsam gespielten „Music“ von John traten Orgel und Orchester in einen beeindruckenden Dialog, der die Besucher begeisterte und die kleinen Ministranten beinahe von ihren Bänken aufspringen ließ. Nachdem Pfarrer Notz Geschenke an Künstler und musikalische Mitwirkende verteilt hatte, beendeten Musikkapelle und Organist Debeur das Konzert mit dem gemeinsam gespielten Coldplay-Hit „Viva la vida“, ehe die Festversammlung zur eigentlichen Segnung der nunmehr in sechs Meter Höhe thronenden Figur vor die Kirche ging.


Auch auf die Frage, eines Ministranten wie er die Figur da oben segnen wolle, hatte Pfarrer Notz eine Antwort. Selbstverständlich habe er die Figur bereits gesegnet, als sie angeliefert worden war. Die Jakobusfigur, die an diesem Sonntag geweiht wurde, wird die Nische im Wortsinne mit Leben erfüllen. Denn sie wird sich im Laufe des Tages durch den Licht- und Schattenverlauf stetig verändern, wie der Künstler Gerold Jäggle erklärte. Möglich sei dies einzig durch die Technik des Scherenschnittes. „Es ist eine sehr moderne Figur, nicht im Sinne von abstrakt sondern, weil sie mit modernster Lasertechnik aus einem Metallblock herausgelasert und anschließend gebogen wurde, “ erklärte er den staunenden Weihebesuchern. Der konkaven Nische habe er die konvex gebogene Figur entgegen gesetzt.


Mit dem von der Musikkapelle gespielten „Großer Gott wir loben dich“ endete die Weihefeier. Für alle Teilnehmer der Feier gab es als Geschenk noch jeweils eine Jakobsmuschel mit auf den Nachhauseweg. Doch bis es soweit war wurde neben der Kirche noch bei einem Umtrunk auf die nun weithin sichtbare Patronatsfigur angestoßen.



Bericht und Bilder Ulrich Gresser


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