03flockiArnach/Bad Wurzach - Der Arnacher startete „nach der längsten Saison seines Lebens“ nun auch noch bei den Deutschen Meisterschaften der Senioren-Sportkegler in der Altersklasse B und kam nicht über die Qualifikation hinaus. Aber – und das will er nicht als Entschuldigung für seine schlechte Leistung gelten lassen – da war er beileibe nicht der Einzige. Bild: Arnold "Flocki" Zapf beim Training in gewohnter Umgebung in Bad Wurzach.

 

Noch am Vorabend der Meisterschaften hatte er noch ein sehr gutes Bauchgefühl gehabt, sagt er im Rückblick. Ebenso auf der Fahrt nach Ludwigshafen Oggersheim, wo die Meisterschaften in diesem Jahr ausgetragen wurden. Denn eigentlich habe er in der Vorbereitung alles richtig gemacht: z.B. zum Training auch mal nach Roßberg gefahren, dort wo ebenfalls auf Plattenbahnen gespielt wird.

 

Dabei war er vorgewarnt gewesen: Die TSG Mannschaft der weiblichen A-Jugend hatte, obwohl im Vorfeld der Meisterschaft an gleicher Stelle als Favorit fürs Podium gehandelt, mit den als schwierig geltenden Plattenbahnen bereits ebenfalls ihre Müh und Not gehabt. Vielleicht deshalb platzten damals ihre Ambitionen auch aufgrund der Tatsache, dass zuhause im Wurzacher Keglerheim die Wettbewerbe und das Training auf etwa 30 Jahre alten Asphaltbahnen gespielt werden.

 

„Ich bin einfach nicht ins Spiel gekommen“, erklärt er sein schlechtes Abschneiden. Neben seiner bekannten Schwäche beim Spiel in die Vollen, „von 60 Teilnehmern aller Altersklassen waren 59 vor mir“, hatte er darüber hinaus Schübe beim Abräumen, wo es um ganz wenige Kegel ging. Und das Ganze, obwohl er nur einen einzigen Nuller schob.

 

Aber damit war er beileibe nicht der einzige: Von den sechs Titelverteidigern schafften nur zwei die Qualifikationshürde, einer wurde in der Endabrechnung Siebter und nur einer, Friedrich Schmid aus Aalen-Oberkochen konnte seinen Titel bei den Senioren C verteidigen. Selbst die Europameisterin Gitta Hein musste den Bahnen und den dem Kreislauf gewaltig zusetztenden Bedingungen, „da drinnen stand die Luft“ Tribut zollen, wie der Bad Wurzacher beobachten konnte. Flocki möchte das aber nicht als Entschuldigung für seine Leistung sehen: Konstant sei er ja gewesen, sagt er selbstironisch, allerdings auf allen vier Bahnen „konstant nix.“

 

Nachdem er 16. von 20 Teilnehmern in seiner Klasse geworden war, habe er sich am Abend beim Sommerfest der Kegler sich zwar einige Kommentare anhören müssen, gleichzeitig aber vergaß keiner, dass das ja schließlich die „Deutsche“ gewesen sei, wo auch die Teilnahme als Erfolg anzusehen ist. Nachdem er eine Nacht darüber geschlafen hatte, sei auch die Enttäuschung bei ihm selbst verflogen gewesen.

 

Aber eines werde er in den nächsten zwei bis drei Wochen machen: „Ich werde solange keine Kugel in die Hand nehmen.“ Fitnesstraining ja, um die Kondition zu halten. Zweiflern hält seine Frau Margret entgegen: „Der war etz lang gnug weg, der kriagt jetzt drhoim en Haufa Arbeit!“

 

 

Bericht und Bild: Ulrich Gresser

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