Titel 560

Bad Wurzach - Mit perfektem A-Capella Gesang, aber auch Comedy mit kabarettistischen Zügen sorgten die sechs durchaus ansehnlichen jungen Damen in „Oma´s bestem Kostüm“ von Halba Drui und deren vier männliche Gegenstücke vom Ziegelbacher Quartett für die rund 400 Zuhörer, darunter auch Bürgermeister Roland Bürkle und seine Frau Stefanie im ausverkauften Kursaal in Bad Wurzach für einen vergnüglichen Abend.

Ganz Ziegelbach dürfte, ebenso wie die Heimat der sechs Damen, Unteropfingen, an diesem Samstagabend wie ausgestorben gewesen sein, denn für beide Gruppen war das Gastspiel im Kursaal wie ein Heimspiel. Bühne frei und natürlich „Ladies first“ hiess es dann kurz nach acht, nachdem Florian Strobl die Damen von Halba Drui namentlich vorgestellt hatte (und dabei die körperlich zweitkleinste vergessen hatte, wofür sich diese sich dafür aber verbal gut ins Gedächtnis rief).
„Schwäbisch isch au deitsch“ lautete das Motto des Abends und was die Damen Karin, Beate, Uli, Karin, Birgit und Steffi vom „schwäbischen Stapel“ liessen über Kaffeklatsch, Tupperabend und Winterschlussverkauf zeigte alle Facetten, von saugrob bis ironisch, der Oberschwäbischen Mundart auf.  Mit dem Lästerlied, nomen est omen, eröffneten die Damen den Abend.

Sich selbst gehörig auf die Schippe nehmend „So an Hals hon i keht“ „Aha, dei Doppelkinn kommt von dem Eikauf!“ Über den Inhalt ihrer Handtaschen, die Ode an die Damenbinde „Always“ führte sie ihr Weg im ersten Programmteil zum Sport nach dem Motto „Mit dem neia Fernseher zur Traumfigur“. Bei dem Musical-Klassiker „Die Schöne und das Biest“ boten die wunderschönen Stimmen einen herrlichen Kontrast zum Outfit der (jungen) alten Damen. Mit „Mir spannt dr Ranza“ über die Entstehung des berüchtigten Hüftgoldes nahmen die sechs den immer weiter um sich greifenden Diätwahn aufs Korn und überliessen damit den vier Ziegelbacher Männern die Bühne.

Die hielten ihr Versprechen, dass „Koiner krähtiger hoimgoht wie´r komma isch!“ Kuno, Bruno, Walter und Günther sorgten mit ihren den Damen in keinster Weise nachstehenden Stimmen dafür, dass sich das Stimmungsbarometer weiter im höchsten Bereich festsetzte. Bruno meinte bei der Aufforderung zum Badelied, da dürfe er nicht mit, er habe Badeverbot, weil er die Badehose einmal falsch getragen habe...

Auch aktuelle Themen nahmen die vier ins Visier: Nach ihrem Lied „Schwäbisch isch g´sond,“ gehe es  174% der Leute im Saal besser – laut ADAC-Statistik! Aus dem Beatles Klassiker „Yesterday“ wurde beim Ziegelbacher Quartett, natürlich mit schwäbischem Pilzkopf „Jessasnei“, ein Lied über die vielen kleinen und grossen Missgeschicke des Lebens, z.b. wie das Auto im Graben landete u.ä.

Die Gelegenheit zum Mitmachen liessen sich die begeisterten Besucher beim Flashmop vor der Pause natürlich nicht entgehen.Der letzte Zug ist Bad Wurzach im Wortsinne schon lange abgefahren und so brauchten die mit grossen Koffer bewaffneten Damen von Halba Drui sich zu Beginn ihres zweiten Auftrittes nicht grämen. Sie konnten sich schnell von ihren Urlaubsträumen („a billettle uf D´Malediva“) verabschieden und dafür  von ihren Tupperabenden träumen.
„Wie erklär ich´s meinem Ma, I glaub des nennt ma Kaufrausch“ Während sie bei ihren  musikalischen Träumen bei „Wenn ich ein Vöglein wär“ textlich sehr beim Original blieben, hatten sie für Satchmo´s „What a´wonderful world“ eine spezielle Bad Wurzach-Version auf Lager, die Sehenswürdigkeiten wie das Schloß und die Eisdiele mit seinen in allen Farben schimmerden Sorten wurde darin ebenso besungen wie das Lebensgefühl „Isch des Leba doch schee in Wuza“.  Mit ihrem Klassiker „Halba Drui“ wollten die sechs sich eigentlich von ihrem Publikum verabschieden. Doch das liess sie natürlich nicht ohne Zugabe ziehen.

Mit einem kleinen Quiz fanden die vier Ziegelbacher schnell heraus dass „Bauer sucht Frau“ auch hierzulande geschaut wird. Selbstredend nahmen sie die Kuppelshow kräftig auf die Schippe. Aber auch die Politik wurde tagesaktuell literarisch behandelt: „Frau Schavan goht in dr Vatikan und d´Frau Bürkle bendelt mit Sigmaringen a“ und „Frau Merkel hoht mit der GroKo ihren erschda Spendaskandal am Hals, Gabriel hot ihr 100 Euro fir dr Friseur gehba – und koiner woiss, wo dia na komma sind. Das Bitterböse Lied „Veralbern ist ihr Trick“ über die Politik wurde natürlich von Merkels gern zur schaugestellten Fingerraute begleitet. Mit dem Lied „Radar“ zeigten die Sänger die schlitzohrige Seite der Schwaben. Und mit seinem Solo bei Mamma Leone sang sich Kuno in die Herzen der Damen.
Das Männerquartett bedankte sich mit je einer Rose und einigen Reimen auf die „Alten Rittersleut“  bei den Damen von Halba Drui. Nach dem gemeinsamen Stanzllied „Jo jo du woischt es doch gar so gut“ , bei dem sich die beiden Geschlechter noch einmal freundlich die Meinung sangen,  überliessen die Männer den Damen für eine letzte Zugabe das Feld. Die gaben schon eine kleine Vorschau auf ihre Befindlichkeiten des kommenden Tages, ehe, es war schon kurz vor Mitternacht, die angehenden Saallichter zum Aufbruch mahnten.

Bericht und Fotos: Ulrich Gresser

 

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