Jobmesse 560 1

Bad Wurzach -  Der türkische Elternverein in Bad Wurzach hatte zur Jobmesse „Bildung – meine Zukunft“ ins Kurhaus eingeladen und die Liste der Firmen und Institutionen, die gekommen waren,  war beeindruckend: Neben Verallia, Lissmac und der Kreissparkasse Ravensburg als bekannte Ausbildungsbetriebe waren die Polizei, die IHK, die AOK und natürlich die Agentur für Arbeit mit Ständen auf der Jobmesse vertreten.

Fuat Karaismaioglu, der Vorsitzende des veranstaltenden Elternvereines freute sich als prominenten Ehrengast den türkischen Generalkonsul in Stuttgart, Mustafa Türker Ari begrüssen zu können. Karaismaioglu hob in seiner Begrüssung die Wichtigkeit der Sprache und Schulbildung für die berufliche Zukunft der Jugendlichen hervor. „Bildung ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben“ Er stellte klar, dass man mit dieser Messe keine Paralellveranstaltung zu anderen Berufsbildungsmessen in der Raumschaft aufbauen wolle. Er lobte das Schul- und Bildungssystem in Baden-Württemberg, das auch für Quereinsteiger alle Chancen offen lasse.

Bürgermeister Bürkle sagte in seinem Grusswort, dass diese Messe wichtig sei, um den Jugendlichen zu zeigen welche Möglichkeiten es gibt, die bestmögliche Ausbildung für sich zu finden. Dies sei wichtig, um die benötigten Fachkräfte für die prosperierende Wirtschaft zu erhalten.

Für Generalkonsul Mustafa Türker Ari habe berufliche Bildung erste Priorität. Er appellierte an die Kinder und Jugendlichen sich zu informieren, „denn erst wer das System kennt es nutzen!“ Dabei komme den Eltern bei der Entscheidung für einen Beruf eine sehr bedeutende Rolle zu. Die jungen Menschen ständen als gutausgebildete Fachkräfte aufgrund ihrer Mehrsprachigkeit viele Türen offen, sie seien die Synthese aus den beiden Kulturen und könnten aus diesen das beste für sich verwenden.

Der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Ravensburg,Volker Frede, zeigte sich beeindruckt, was die Veranstalter auf die Beine gestellt hatten. Bei der Angebotsvielfalt  von mehr als 300 Ausbildungsberufen sei es schwer , den richtigen für sich herauszufiltern. Er erinnerte sich an eine ähnliche Veranstaltung in Friedrichshafen: Dort wusste etwa ein Drittel der Jugendlichen gar nicht dass es überhaupt eine Berufsberatung gibt. Deswegen sei die entsprechende Beratung so wichtig.

Der Leiter des Polizeirevier in Leutkirch, Anton Kempter, hält  Bildung für den grundlegendsten  Zukunftsfaktor. Vom Kindergarten bis zum Gymnasium sei in Bad Wurzach für die politische Bildung alles vorhanden. Hier und in ganz Oberschwaben gebe es weltweit agierende Firmen. Er forderte die Jugendlichen auf, „2 Sprachen, 2 Kulturen“ beides für den Erfolg zu nutzen. Auch die Polizei brauche diese Kompetenzen.

Bestes Beispiel dafür war die Polizistin in Ausbildung, Enime Kirmizikan, die sich danach den Besuchern der Messe vorstellte. Die 24jährige, in Wangen geboren, erfüllte sich ihren Kindheitstraum. Nach einem „holprigen Schulweg“ und vorzeitig abgebrochener Abendrealschule hatte sie drei Jahre gejobt, ehe sie gegen den Widerstand ihrer Eltern noch einmal die Abendrealschule absolvierte. Nachdem sie diese mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, bewarb sie sich bei der Polizei.Die Polizeischule sei nicht leicht, „aber wer es wirklich will, der schafft es!“ Bei ihrem Streifendienst habe sie nie das Gefühl gehabt ausgegrenzt zu sein, im Gegenteil, sie sei sie sehr herzlich aufgenommen worden und habe dabei ein gutes Selbstbewusstsein bekommen.

Adem Yavuz stellte sich als weiteres Vorbild vor. Als Kleinkind nach Bad Wurzach gekommen, hatte er nach Kindergarten, Grundschule und Realschule eine Ausbildung zum Elektroinstallateur gemacht. Nach der Meisterprüfung bekleidet er bei Verallia seit 2007 eine Führungsposition, seit 2013 sogar mit Personalverantwortung. Er unterstrich die Wichtigkeit einer Ausbildung. Es liege an einem selber, sich Ziele zu setzen und anderen vorurteilsfrei zu begegnen. „Es liegt in eurer Hand!“ Er selbst habe zu Kollegen und Vorgesetzten ein vertrauensvolles und freundschaftliches Verhältnis.

An den Informationsständen der beteiligten Firmen und institutionen herrschte danach noch lange reges Treiben, die rund 200 Besucher, Jugendliche, Eltern wie Grosseltern nutzten die Gelegenheit sich zu informieren.

 

 

Bericht und Bilder von Uli Gresser

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