Leserbrief Bad Wurzach - Leserbrief zum Bericht vom 20.01. "MdL Lucha sieht bei seinem Besuch Wurzacher Großprojekte positiv". Man kann sich zunächst vielleicht geschmeichelt fühlen, wenn unserer Gemeinde ein „Mittelzentrums-Charakter" zugewiesen wird.

Der Fläche nach ist Bad Wurzach durchaus die drittgrößte Gemeinde Baden Württembergs und damit flächenmäßig größer als das Fürstentum Liechtenstein, dennoch spricht man von Mittelzentren erst ab einer Einwohnerzahl von mindestens 35.000 Bürgern. Derzeit leben in der Großgemeinde jedoch nur circa 14.000 Einwohner. Zu einem Mittelzentrum gehören in der Regel zudem bedeutende Einrichtungen, wie ein Krankenhaus, Kaufhäuser oder auch ein Kino oder Theater. Ganz richtig ist, dass zu einem Mittelzentrum auch Schwimmbäder zählen. Schwimmbäder wie jene in Bad Wurzach oder im Teilort Hauerz.

Als Bürger der Gemeinde Bad Wurzach haben mich die Äußerungen von BM Bürkle bezüglich der Schließung des Freibades in Hauerz sehr verwundert. Ich vertrete nicht wie er die Meinung, dass die Bürgerinnen und Bürger, wie von ihm behauptet, eine Schließung gutheißen würden. Er beruft sich hierbei auf verschiedene Bürgerversammlungen, auf denen er den Eindruck gewonnen habe, dass die Bürger bei einer Schließung "mitziehen" würden (DerWurzacher vom 20. Januar 2014). Eher teile ich die Einschätzungen von Herrn MdL Lucha - obwohl wir sonst eher selten übereinstimmen - dass eine Schließung des Hauerzer Freibades "umkämpfter" wäre, als die des Wurzacher Bades.

Vor allem die Aussage Bürkles in der Schwäbischen Zeitung vom 21.1. 2014, dass ein Fortbestand des Freibads nur aus Gründen der Profilbildung nicht finanzierbar wäre, kann ich nicht nachvollziehen.

Meiner Meinung nach ist ein Freibad zwar kein Alleinstellungsmerkmal, aber es zieht Besucher aus Nah und Fern an. Wer eine „Profilierung" als einzige Gemeinde mit einem „Hallenbad im Württembergischen Allgäu" möchte, wird nicht dazu gezwungen, andere Einrichtungen zu schließen. Bei dem Bau eines Spielplatzes in Arnach, würde auch niemand auf die Idee kommen den Spielplatz in Seibranz zu schließen.

Interessant wäre für mich immer noch, wie man auf die zu erwartenden Betriebskosten des neuen Schwimmbades in Bad Wurzach kommt. Meine Anfrage in einer Gemeinderatssitzung wurde zwar von Herrn Bürkle beantwortet, aber nicht mit Zahlen unterlegt. Laut des Kurgeschäftsführers und Dezernatsleiters im Rathaus, Alfons Diem, werden die Kosten deutlich steigen "der Abmangel (Verlust) werde sich um etwa 130-150.000 Euro" erhöhen (Schwäbische Zeitung 21.1.). Ich gehe davon aus, dass dort die Schließung von Hauerz bereits mit einberechnet wurde und demnach von über 150.000 Euro Steigerung bei den Betriebskosten für das Schwimmbad in Bad Wurzach ausgegangen werden kann. Bei der Vorstellung der Pläne im Gemeinderat, erwähnte der Planer, dass die Betriebskosten in der Regel 80 Prozent der Kosten eines Bades ausmachen und die Baukosten nur 20 Prozent. Unter dieser Prämisse, wären die Kosten noch deutlich höher.

Man darf gespannt sein, wie sich die Kosten entwickeln, ob aus dem „direkten Thermalwasseranschluss" das Geld sprudelt oder ob der Unmut doch noch bis zu Herrn Bürkle und dem Gemeinderat, der letzendlich entscheidet, durchdrängt.

 

Armin Willburger
Hauerz

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