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Bad Wurzach - In einer familiären Atmosphäre fand im Kurhaus das erste Fantreffen des 2012 gegründeten Fanclubs „Blaue Schwaben“ der Ravensburg Towerstars statt. Mit dabei von Seiten des Eishockeyvereins, der erfolgreich in der zweithöchsten deutschen Liga DEL2 spielt, waren neben dem Geschäftsführer Rainer Schan, dem Stadionsprecher Marcus Haider (seit diesem Jahr auch Stadionsprecher der deutschen Eishockeynationalmannschaft) und Techniker Henry Schwendt auch die drei Spieler Simon Sezemsky, Stefan Langwieder (Verteidiger) und Matthias Nemec (Torwart). Bild: v.l.n.r Die Spieler Nemec, Langwieder und Sezemsky, Sprecher Haider und Geschäftsführer Schan beim ersten Fantreffen der Blauen Schwaben.

Der Vorstand des Fanclub, Mark Haberer, freute sich über die gute Resonanz bei den Fans. Der Club ist eigentlich eine Neuauflage, denn es gab ihn schon einmal, als die Ravensburger Kufenkünstler noch im Freien am Christina Hang ihrem Sport nachgingen. Mit dem Einverständnis der damaligen Mitglieder durften die Fans der Towerstars den Namen Blaue Schwaben für die Neugründung übernehmen. Rund 50 von ihnen waren an diesem Abend ins Kurhaus gekommen und sie brauchten ihr Kommen nicht bereuen.

Marcus Haider, der die Veranstaltung moderierte, eröffnete das Treffen mit einer Interviewrunde mit den Spielern und gab dabei schon einige Einblicke hinter die Kulissen des Vereines.
Simon Sezemsky, erklärte warum er seinen Vertrag bereits während der laufenden Saison verlängert habe. Er fühle sich in Ravensburg sehr wohl, werde seine Ausbildung hier fertig machen. Der Verein sei für junge Spieler besser wie kein anderer geeignet.
Torhüter Matthias Nemec, der bei den Towerstars im letzten Heimspiel gefeiert worden war und nebenbei als Förderlizenzspieler bei den Augsburg Panthers auch in der ersten Liga spielen kann, meinte, dass er immer so gut wie möglich sein wolle.Es sei harte Arbeit mache aber durchaus Spass, wenn ein Puck mit 220 Sachen auf einen zufliegt.

Stefan Langwieder, der sich vor jedem Spiel ein kleines Wortgefecht mit Haider liefert, um sich zu pushen, sieht viel Qualität in der Mannschaft und für sie durchaus Chancen auf den Meistertitel. Für ihn ist die Nichtaufstiegsmöglichkeit nach einem Meistertitel nach wie vor ein Skandal.

Zu diesem Thema gab auch der Geschäftsführer Rainer Schan seine Meinung kund: Im Meisterjahr habe man Pech gehabt, dass gerade in dieser Saison kein Erstligist pleite gegangen sei. Die DEL habe es damals so hingedreht, dass der Verein dies finanziell nicht stemmen hätte können, was er jedoch anders sehe.

Gar nicht lustig fanden die Spieler auch die riesigen Entfernungen und die immer brisanten Duelle mit Bremerhaven in den Playoffs. Vor allem mental seien diese Spiele ermüdend. Zweiter Torhüter Nemec: „Du fährst 12 Stunden mit dem Bus hoch, guckst das Spiel und fährst wieder runter.“
Aber auch Lustiges kam zur Sprache: Simon Sezemsky hatte via Facebook eine Reinemacherfrau für die Spieler WG gesucht, und war erstaunt wie viele sich angeboten haben: Die Wahl fiel dann auf die Studentin Lilli, die ganz nett sei.

Oder über die Gerüche in der Kabine, weil die Großen Teile der Ausrüstung in keine Waschmaschine passen. Zitat eines englischsprachigen Kollegen dazu: „It smell´s like hell!“
In der Fragerunde wurden verschiedene Themen angesprochen: Der spielerische Unterschied zwischen erster und Zweiter Liga, die besten Stadien, die Rituale vor dem Spiel oder auch das Thema Sicherheit.

Der Geschäftsführer der Towerstars sprach auch auf Nachfrage das Thema Catering an: Der Vertrag laufe aus, man habe 10 Jahre die Halle gefüllt und nichts davon gehabt, im Frühjahr werde neuverhandelt. Und Marcus Haider sprach die technischen (und bürokratischen) Probleme an, die oft nerven würden.  „Hier wäre die DEL eine gutes Argument, wenn die Ü-Wagen des Fernsehens kommen und 30 Km Kabel verlegen.“ Geschäftsführer Schan versprach, über gutes Eishockey den Druck hochzuhalten, sodass irgendwann auf die Wünsche eingegangen werde.

Stefan Langwieder und Marcus Haider gaben auch an diesem Abend noch eine Kostprobe ihrer Wortduelle:
Stefan: „Seit du bei der Nationalmannschaft bist, geht es spielerisch mit ihr bergab!“ Marcus: „Wir wollen das Niveau soweit absenken, dass sogar Du mitspielen kannst!“

Verständnis zeigte Geschäftsführer Schan für die manchmal nicht immer sicheren Schiedsrichterleistungen: Viele erfahrene hätten praktisch gleichzeitig aufgehört, den Jungen fehle es halt noch an Erfahrung. Positiv sei, dass viele ehemaligen Spieler, trotz des rauhen Umgangstones, Schiedsrichter werden würden.

Mit einem gemeinsamen Gruppenfoto und dem Signieren der mitgebrachten Fantrikots endete der erste Fanabend der „Blauen Schwaben“, den diese durchaus als Erfolg verbuchen können.

 

 

 

Text und Bilder Uli Gresser

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