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Haidgau - Mit einem Ehrengastempfang im Katholischen Gemeindehaus, bei dem sich beinahe das gesamte Präsidium des Alemannischen Narrenringes (ANR) der Jubiläumszunft die Ehre gab und damit die Wertschätzung, welche die Chadalohs innerhalb des ANR genießen, deutlich machten, eröffneten die Chadalohs ihren Feiermarathon mit insgesamt vier Veranstaltungen an zwei Tagen. Bild: Zunftmeister Wassner und sein Vize Peter Rösch mit den Ehrenmitgliedern.

 

Eine kleine Besetzung der Hoigamer Stroßa Hup´r eröffnete musikalisch den Empfang, zu dem die Haidgauer Narren ihre Patenzünfte, die Narrengilde Reute die als Gette für die Aufnahme in den ANR fungierte, die Riedmeckeler Bad Wurzach, die mit Rat und Tat in den 70er Jahren der jungen Zunft auf die Beine half, eingeladen. Nicht fehlen durften natürlich die Vogter Heufresser und die Dornstadter Doraweibla, für die Haidgau jeweils die Patenschaft im ANR übernommen hatte und zu denen seit vielen Jahren freundschaftliche Beziehungen bestehen. Hauptpersonen aber waren die Gründungs- und Ehrenmitglieder Sigrid Kohler, Franz und Juliana Ritscher, Erika Karg, Josef und Annemarie Schad, Fritz Ludescher und Paul Rösch, die damals die Chadalohs aus der Taufe gehoben haben bzw. mit viel Einsatz zu dem gemacht hatten, was sie heute darstellen.

Als Bürgermeisterstellvertreter über brachte Karl-Heinz Buschle, der sich stolz zu seinen Haidgauer Wurzeln bekannte, die Glückwünsche der politischen Gemeinde Bad Wurzach. „Ihr ausgedienter Zunftmeister taugt immer noch als guter Ortsvorsteher." sagte er zu beginn seines Grußwortes. Die Haidgauer Zunft habe sich immer als Vorreiter betätigt: Auch ohne Frauenquote hätten sie Doris Bendel zur Zunftmeisterin gemacht. Auch bei der Integration von Zigeunern hätte sie eine Vorreiterrolle übernommen.

Als Gastgeschenk hatte er ein LKW-Verbotsschild für Haisterkircher Berg im Gepäck. Und noch ein Schild, mit dem die Straße über den Berg nach Bad Waldsee gleich komplett gesperrt werden konnte, „damit der illegale Handel mit Bad Waldsee eingeschränkt wird."

Ehrenzunftmeister und Ortsvorsteher Franz Ritscher erzählte von den Anfangszeiten der Zunft. „Uns ist 1975 nicht bewusst gewesen, was da auf uns zukommt." Aber man habe mit Hans und Sigrid Kohler zwei Künstler dabei gehabt und im Rückblick alles richtig gemacht. Allein die Frage: Woher kriegen wir einen passenden Kuhschwanz? sei eine monumentale Frage gewesen. Aber mit Durchfragen und ein paar Beziehungen und Durchsetzungskraft habe man es geschafft. Inzwischen springe die dritte Generation auf der Straße, die Zunft gebe weit über die Ortsgrenzen hinaus eine tolle Visitenkarte ab.

Die Vertreter des ANR waren nicht mit leeren Händen gekommen. Mit dem Hästrägerorden wurde die Ehefrau von Zunftmeister Wassner, Sonja Wassner. Entsprechend emotional fiel dessen Laudatio auf die Geehrte aus und wurde mit einem innigen Kuss besiegelt. Die Laudatio für Harald Drengk hielt Vize Peter Rösch.

Ehrenmitglied Paul Rösch erhielt für seine zahlreichen Verdienste bei der Renovierung des Narrenstüble, bei der Hallen- und Straßendeko, beim Zeltauf- bzw. Abbau und vieles mehr vom ANR-Präsidenten August Reichle den Verdienstorden des ANR angeheftet.

Die langjährige Zunftmeisterin Doris Bendel, Fasnetsladerin, Vizezunftmeisterin u.v.m. wurde vom Präsidenten mit einem der höchsten Orden den der Alemannische Narrenring zu vergeben hat, dem Ehrenhäsorden mit Goldschliff, ausgezeichnet. Sie habe viele Ämter und immer Verantwortung übernommen. Er erinnerte an das Freundschaftstreffen 2000, das sie mit ihrem großen Organisationstalent zum großen Erfolg gemacht habe.

Als Gastgeschenk hatte „Gette" Reute eine Kollage mit den Narrenliedern beider Zünfte mitgebracht, während die Vogter ihrem Gette ein Heufresser-Zunftfahne mitbrachten. Zunftmeister der Doraweibla Dornstadt, Andrej Niederreiter, dankte den Haidgauern für deren Bereitschaft, Ende der 90er Jahre die Patenschaft beim ANR für die Dornstädter zu übernehmen.

Anstelle eines Chronikvortrages, mit dem Iris Kohler als langjährige Chronistin bei vielen Generalversammlungen die Mitglieder begeisterte, gab es beim Ehrengastempfang eine kleine „Modenschau" mit Original Häsern von Pebo und Wago aus den Anfangszeiten, als die Hosen der Häser noch weiße Jeans, die bei von einem bestimmten Bad Wurzacher Modehaus gekauft worden waren. Ergänzend dazu hatte sie als speziellen Überraschungsgast Hans-Joerg Jäger eingeladen, der auf Super 8 Film die ersten Gehversuche der jungen Zunft beim Kuhschwanzlüften, bei Umzügen in Langenargen, Bad Wurzach und Isny festgehalten hatte. Ehrenzunftmeister Franz Ritscher sorgte für den sachkundigen Kommentar.

Jeder Ehrengast erhielt mit dem Narrenorden ein Exemplar der druckfrischen Jubiläumsfestschrift, in der die 40 Jahre der Haidgauer Narrenzunft von den Anfängen bis zum Umzugsplan des Jubiläumsumzuges dokumentiert sind.

Nach einem stärkenden Vesper ging der Weg der Festgesellschaft zur nächsten Station der Feiern: Per Muskelkraft stellten die kräftigen Männer der Zunft, musikalisch begleitet von der Musikkapelle Haidgau, bei klirrender Kälte den Narrenbaum vor der Festhalle auf. Dort ging danach der große Jubiläumsabend mit vielen Highlights aus den Programmen der Zunftbälle über die Bühne.

Nach dem obligatorischen Maskeneinsprung mit den Hoigamer Stroßa Hupr stellte der Zunftmeister Daniel Wassner bei seiner Begrüßung die anwesenden Gründungsmitglieder auf der Bühne vor. Zu ihnen gesellten sich verdiente Mitglieder, aber auch Vertreter von Vereinen und Gruppierungen, die in den 40 Jahren die Zunft immer wieder unterstützt hatten.

Die Doraweibla entführten die Besucher mit ihrem Maskentanz in die Wälder bei Dornstadt in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges.

30 Jahre nach dem Haidgauer Narrenlied, dessen Text von Ehrenmitglied Erika Karg stammt, feierte auf dessen Basis der vom Dirigenten der Musikkapelle Klaus Wachter und Iris Kohler gemeinsam geschriebene Hoigamer Narrenmarsch Premiere in der Narrenhalle.

Mit ihrem genialen Schwarzlichttanz vom Ball 2011 begeisterten Zunftfrauen ebenso wie die Männertruppe mit ihrem Bananentanz von 1992. Da bei einigen der damaligen Akteure „die Figur nicht mehr ganz passend sei" trat an diesem Abend eine jüngere Truppe an, die aber trotzdem die Gäste zum Toben brachte.

Gehörig nassgemacht wurden die ersten Reihen von den beiden Protagonisten, die sich mit musikalischer Unterstützung auf unkonventionelle Weise ihre Haare wuschen und große Pfützen auf der Bühne hinterließen.

Mit dem zweiten Auftritt der Doraweibla, dieses Mal mit ihrer Showtanzgruppe, und der Auflösung des von Iris Kohler gestalteten Narrenrätsels mit der Gewinnverlosung beim großen Finale endete das Programm dieses Jubiläumsabends. Schluss war damit noch lange nicht: Die Allgäu-Feager sorgten während und nach dem Bühnenabbau für beste Stimmung in der Halle.

Bericht und Bilder von Uli Gresser

 

zum Bildalbum Ehrengastempfang

zum Bildalbum Jubiläumsabend

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Quelle: Center for Systems Science and Engineering der Johns Hopkins University

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