Umzug haidgau

Haidgau - Zu ihrem Eintritt ins Schwabenalter liess sich die Haidgauer Narrenzunft Chadaloh nicht lumpen: Mit rund 60 Umzugspositionen war der närrische Lindwurm, der sich in diesem Jahr wieder wie früher von der Dangelspitzstraße zur Festhalle bewegte, wieder deutlich größer als in den Vorjahren.

 

Doch nicht nur an der Quantität war der Narrensprung gewachsen, auch die Qualität war dem Anlass entsprechend äusserst hochwertig. Was sich Alex Wild, Zunftmeister der Lauinger Hexen, der das närrische Geschehen von dem als VIP Tribüne dienenden LKW herab kommentierte, und Günther „Turbo" Angele von den Bahwaldbohle aus Ellwangen, der die männliche Sonja Schrecklein des Haidgauer Narrensprungs gab und immer wieder Hästräger auf der Straße interviewte, darbot, war erste ANR Sahne.

Da dürfte auch dem ANR Präsidium, dem amtierenden Haidgauer Obernarr Daniel Wassner und dem Haidgauer Ehrenzunftmeister Franz Ritscher das Herz aufgegangen sein. Weil die Ehrentribüne in diesem Jahr in der Eschstrasse stand, die ganze Zeit von der Sonne verwöhnt wurde, sorgten dort die Masken- und Musikgruppen für beste Laune. Angeführt von der Haidgauer Musikkapelle, die den Haidgauer Narrenmarsch, den sie am beim Jubiläumsabend erstmals gespielt hatte, nun auch „im Marsch-Einsatz" präsentieren konnte, bot der hochkarätig besetzte närrische Lindwurm den Zuschauern ein tolles Spektakel. Mit einem vielkehligen „Wieso-Awaa" sorgten Fahnenabordnung und Narrensamen gleich für beste Stimmung, die die Kommentatoren mit ihren Bemerkungen fleissig am Köcheln hielten. Zwar lautet der Narrenruf der Vogter Heufresser „Heu-her!" doch mit dem winterlichen Viehfutter gingen die laut mit ihren großen Kiefern klappernden Höfener Kühe sehr großzügig um, wie mancher Zuschauer feststellen musste...

Ob furchterregende Hexenfratzen wie die der Neideck Hexen aus Eberhardzell, die Jordan Hexen aus dem benachbarten Bergatreute oder die Saubach Hexen, aus Äpfingen, oder die freundlich und verschmitzt dreinblickenden Waldburger Burgnarren, alle nutzten das, was an diesem Tag in Haidgau reichlich vorhanden war für ihr Spässe: Schnee. Beliebte Opfer dafür waren hübsche Mädchen und natürlich Strassenkommentator Turbo. Eher zart gingen die wilden Gesellen dagegen mit kleinen Kindern um, die gegen den entsprechenden Narrenruf gerne „a Guatsle" in die Hand gedrückt bekamen.

Gut vertreten war auch die musikalische Fakultät an diesem Jubiläums Narrensprung. Schalmeiengruppen, Fanfarenzüge und Lumpenkapellen sorgten für Stimmung. Für den Fall, daß mal keine Musikgruppe in der Nähe ist, kann schon mal eine mitgebrachte rollende Disco zum Einsatz kommen, wie bei den Eintürner Deiflsböck...

Wo abfeiern nach dem Umzug? Da hatten die Narren in Haidgau die Qual der Wahl: Großes Disco-Zelt, Live-Musik in der Festhalle oder etwas gemütlicher im Schützenhaus, für jeden Geschmack war etwas geboten. Und weil es nach dem Sprung noch so richtig angenehm warm wurde und beim Schützenhaus die ersten Biertische im Freien aufgestellt wurden, kann dieser Jubiläumsnarrensprung als Erfolg verbucht werden: Ein wenig wurden an diesem Tag die Narren ihrer Aufgabe gerecht und vertrieben den Winter – wenigstens für einen Tag!

 

Text und Fotos Uli Gresser

 

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Quelle: Center for Systems Science and Engineering der Johns Hopkins University

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