11bildungshausArnach - Es war ein rauschendes Fest: Die Einweihung des Bildungshauses Arnach mit 200 geladenen Gästen. Aber es war mehr als das: Durch die Aufnahme des Regelbetriebes ist aus dem einstigen Modellprojekt ein Haus geworden, das den Kindern eine ausgesprochen positive Lernumgebung bietet. Dementsprechend hatten alle Kindergarten- und Schulkinder und die Schüler der Sprachheilschule samt ihren Erzieherinnen, Lehrern und Pädagogen diesem Tag entgegengefiebert. Bild: Richtig Spaß hatte Pfarrer Paul Notz bei der Segnung der der Räume des Bildungshauses, die er gemeinsam mit Schuldekan Frank Eberhardt vornahm

 

Bei seiner Begrüßung freute sich Bildungshausleiter Andre Radke über die „berstend volle Turn- und Festhalle Arnach“ und an Bürgermeisterin Alexandra Scherer gerichtet: „Ich wüsste da schon ein neues Bauprojekt...“


Mit dem Lied „Komm und sing mit uns“ begrüßten die Kinder der drei „Bildungshausparteien“ die Gäste musikalisch. Mit Auszügen aus dem Musical, das sie in voller Länge am darauffolgenden beim Tag der offenen Tür aufführten, verarbeiteten die Kinder ihre Erlebnisse während der Bauphase mit Lärm Wasserrohrbrüchen. Oder wie der Unterricht in den neuen Räumen vonstatten geht, z.B. etwa beim Biologieunterricht mit Knochenkarle und seinem Pedant für das Innere des Menschen. In seiner Einleitung zu deren Grußwort erwähnte Radke, wie sehr Bürgermeisterin Scherer das Haus sofort in ihr Herz geschlossen habe, nachdem sie es bereits in den Sommerferien, kurz nach ihrer Amtseinführung das erste Mal besucht hatte.


Bürgermeisterin Scherer eröffnete denn auch ihr Grußwort hocherfreut angesichts des Endergebnisses. „Das Bildungshaus ist nun kein Projekt mehr!“ Sie dankte dem Gemeinderat der die Geldmittel zur Verfügung gestellt hatte, dem Ortschaftrat und Ortsvorstehern, die das Projekt mitgetragen hatten. Besonders aber ihrem Vorgänger Roland Bürkle, der eine Menge Arbeit und Herzblut in das Haus investiert hatte. Es sei schön dass alle da seien, die lange auf diesen Tag für das Haus mit dem besonderen und wegweisenden Konzept hingearbeitet hatten.


Julia Höge, hatte wohl die weiteste Anreise zu dem Fest: Sie kam aus Paderborn angereist. Andre Radke freute sich besonders, weil sie die Mitarbeiterin war, von der das Projekt von Prof. Dr. Dr. Spitzer und das Bildungshaus am meisten profitierten, weil sie durch ihre Prozessbegleitung von außen ein objektives Bild davon zeichnen konnte.


Petra Arndt, Geschäftsführerin des ZNL Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm, die das Projekt 10 Jahre begleitet hatte, erklärte zu Beginn ihres Grußwortes, sie glaube wohl, dass die Bauzeit eine sehr anstrengende gewesen sei. Zwischen 2008 und 2015 sind in Baden-Württemberg 33 Bildungshäuser entstanden. Aber Arnach sei immer schon etwas Besonderes gewesen: Weil in Arnach schon zwei Jahre früher mit der Umsetzung dieses Revolutionären Konzept begonnen habe, kamen und kommen viele hierher gepilgert: Vertreter anderer Bildungshäuser, Pädagogen, ja Minister.


Möglich sei dies gewesen, weil auch die Stadt mit Bürgermeister Roland Bürkle an der spitze eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung übernommen habe. „Dies hat sich gelohnt, Bad Wurzach hat auf die richtige Karte gesetzt, die Kinder profitieren davon.“ Ihnen falle der Übergang von Kindergarten zur Grundschule leichter. Sie plagten auch weniger Ängste, kämen auch mit Rückschlägen besser zurecht als Gleichaltrige. Auch Kinder aus sozialschwächeren Familien profitierten, die Sprachförderschule sei noch zusätzlich ein Extra-Plus. Die Großen seien Vorbilder für die Kleinen, die bereits als Kindergartenkinder Lesen können. Die Lese- und Schreibleistungen sind daher auch besser wie bei Gleichaltrigen. Auch die Eltern seien hochzufrieden. Auch die Lehrkräfte seien trotz höherer Belastung zufriedener.


Heidi Doubek, die Leiterin der Sprachheilschule, eröffnete das gemeinsame Grußwort des Bildungshausführungsteams. Sie lobte die schöne Lernumgebung und das tolle Miteinander. Schüler und Lehrer fühlten sich hier sehr wohl, seit die Gehörlosen- und Sprachbehindertenschule 2008 als erste Außenstelle der Sprachheilschule Ravensburg in die Räume der ehemaligen Hauptschule eingezogen sind. Man mache mit den anderen Nutzern gemeinsame Pausen und auch andere Unternehmungen.
Andre Radke meinte dazu: „Ich genieße es, wenn Leben im Haus ist.“ Damit meinte er nicht nur die Zusammenarbeit mit der Sprachheilschule, sondern auch die Intensivkooperation mit dem Kindergarten. „Bildungshaus ist inzwischen ein bekannter Begriff.“ Doch das sei nicht immer so gewesen. 2006 habe er ein erstes Gespräch darüber mit Prof. Spitzer und Bürgermeister Roland Bürkle stattgefunden, die damit den ländlichen Raum unterstützen wollten. „Bürgermeister Bürkle wollte, dass das Projekt in Arnach umgesetzt wird.“ „Das ist etwas für uns“ habe der gesagt, den Gemeinderat ebenso wie ihn (nach kurzer Bedenkzeit) überzeugt, denn im ersten Jahr wurde das Projekt alleine von der Stadt getragen.
Radke ist sich bewusst, dass Bürkle damit genauso gut in eine andere Teilgemeinde hätte gehen können. Dass dieses Projekt gelungen ist, sei auch mit der Verdienst den Leiterinnen des Fachbereichs Bildung und Kultur bei der Stadtverwaltung, Irene Brauchle und Sonja Wetzel geschuldet.


Carmen Müller, die Leiterin des Kindergartens berichtete von den oft schwierigen Gesprächen, die Eltern der Kindergartenkinder für das Projekt Bildungshaus zu gewinnen. „Wir mussten heraus aus unserer dörflichen Komfortzone.“ Und als die ängstlichen unter den Eltern die Oberhand zu gewinnen drohten, sandte ihnen Prof. Spitzer Unterstützung in Form von kompetenten Mitarbeitern, dank denen mit den Eltern der Vorschulkindern die ersten Befürworter gewonnen werden konnten.


Ein Großteil der Pädagogen-Teams wollten das Experiment Bildungshaus wagen und konnte für die Arbeit mit Vier- bis Zehnjährigen zu arbeiten gewonnen werden. „Wir wollen jetzt mit dem neuen Haus kraftvoll starten. Dank euch Lehrern und Erziehern stehen wir jetzt da, wo wir stehen!“ sprach sie den Dank des Leitungsteams aus.


Andre Radke erklärte, dass dieser Weg nicht einfach war: „Wir mussten in diesen 12 Jahren Bildungshaus in Bad Wurzach unablässig kämpfen. “ Sechs Kultusminister, drei Landtagsabgeordnete, je zwei Bürgermeister, Amtsleiter und Ortsvorsteher habe man in diesem Zeitraum gesehen, die man alle davon überzeugen musste. „Wer solange an einem Projekt wie dien arbeitet, ist davon 100% überzeugt.“ Er sagte Danke an die Stadt und Land, die in den letzten zweieinhalb Jahren 4,5 Mio. Euro in die Hand genommen hatten, an die Ortsvorsteher, die das Bildungshaus als der Entwicklung des ländlichen Raumes gesehen hatten, an die ausführenden Baufirmen. „Es waren so viele Menschen beteiligt, aber wir haben es für die Kinder gemacht, die gerne auf ihre Zeit im Bildungshaus zurückblicken sollen.“ Und mit blick auf den seit Schuljahresbeginn laufenden Regelbetrieb: „Am Bildungshaus in Arnach kommt kein Kultusminister mehr vorbei!“


MdL Raimund Haser erzählte die Geschichte des Bildungshauses auf seine Art. „Politik ist (manchmal) ein einfaches Geschäft, “ erläuterte er. Der Vorvorgänger von Raimund Haser, Helmut Kiefl , sagte nach einem Vortrag von Professor Spitzer zu Bürgermeister Bürkle: „Das müssen wir machen.“ Dieser zu Radke: „Das müssen wir machen.“ Es sei kein Zufall, dass das Projekt gerade hier entstanden sei, weil die Leute hier einfach kreativer seien. Und Müller und Radke seien das ideale und außergewöhnliche Führungsteam.


Aber er richtete auch mahnende Worte an den anderen Teil dieser „Verantwortungsgemeinschaft“, die Eltern. Diese seien für die Persönlichkeitsbildung der Kinder verantwortlich, dafür, dass sie zuhause auf einander Rücksicht nehmen und auf einander aufpassten. „Denken sie daran: Als Eltern sind sie Vorbild für die Kinder.“


Ortsvorsteher Michael Rauneker, bekannt für seine originellen Ansprachen wurde seinem legendären Ruf auch bei diesem Festakt gerecht: Von A wie Arnach bis Z wie Zamma z´Arnach hatte er für jeden Buchstaben des ABC einen passenden Begriff wie etwa C für Carmen (Müller), G für Gemeinsam, N für Natur oder R für Radke einen passenden Begriff parat. „Das Bildungshaus bildet die Mitte des Dorfes. Mit ihm wird ein Neues Kapitel der Ortsgeschichte geschrieben, denn Kinder stehen bei uns im Mittelpunkt.“
Bevor Pfarrer Paul Notz gemeinsam mit dem Schuldekan Frank Eberhardt den religiösen Teil der Einweihung anging, dankte Andre Radke Gebhard Baumann, der gemeinsam mit den Musikern des Musikverein Arnach für die musikalische Akzente bei dem Festakt sorgten. Baumann habe ihm fast die gesamte Organisation des Festaktes und des Tages der offenen Tür abgenommen.


Nach dem gemeinsam gesungen „Großer Gott“, einigen von Pfarrer Notz vorgetragenen Gedanken zum Bildungshaus und der von Dekan Eberhardt gelesenen Lesung aus dem Evangelium nach Markus, machten sich die beiden Geistlichen, gemeinsam mit zwei Ministranten, die selbst noch im Bildungshaus zur Schule gehen, gemeinsam mit der gesamten Festgesellschaft auf den langen Weg durch Grundschule, Kindergarten und Sprachheilschule, um die Räume zu segnen. Nicht nur die Geistlichen, sondern alle Politiker, Lehrer und Schulleiter der anderen Schulen in Bad Wurzach, Gemeinde- und Ortschaftsräte waren von dem Ergebnis der zweieinhalbjährigen Bauzeit beindruckt, während viele fleißigen Helfer in der Festhalle die Bestuhlung abgeräumt und das Büfett aufgebaut wurde.
Wie sagte Andre Radke bereits beim Aufbruch durch die Räume des Bildungshauses so passend: „Ich habe heute abend nichts anderes mehr vor...“.

 

Text und Bilder von Uli Gresser
Bildbestellung

 

Die angezeigten Bilder haben eine Bildnummer. Pro Bilddatei berechnen wir 2,50 €. Teilen Sie bitte per Mail die gewünschten Bildnummern mit. Der Fotograf wird sich mit Ihnen bezüglich der Abrechnung und Bezahlung in Verbindung setzen. 

 

  • bild7239bild7239
  • bild7240bild7240
  • bild7241bild7241

  • bild7242bild7242
  • bild7243bild7243
  • bild7244bild7244

  • bild7246bild7246
  • bild7247bild7247
  • bild7248bild7248

  • bild7249bild7249
  • bild7250bild7250
  • bild7251bild7251

  • bild7252bild7252
  • bild7253bild7253
  • bild7254bild7254

  • bild7257bild7257
  • bild7258bild7258
  • bild7261bild7261

  • bild7263bild7263
  • bild7264bild7264
  • bild7265bild7265

  • bild7267bild7267
  • bild7268bild7268
  • bild7269bild7269

  • bild7270bild7270
  • bild7272bild7272
  • bild7273bild7273

  • bild7274bild7274
  • bild7276bild7276
  • bild7277bild7277

  • bild7278bild7278
  • bild7280bild7280
  • bild7282bild7282

  • bild7283bild7283
  • bild7285bild7285
  • bild7286bild7286

  • bild7287bild7287
  • bild7288bild7288
  • bild7292bild7292

  • bild7293bild7293
  • bild7296bild7296
  • bild7298bild7298

  • bild7300bild7300
  • bild7303bild7303
  • bild7306bild7306

  • bild7308bild7308
  • bild7309bild7309
  • bild7311bild7311

  • bild7312bild7312
  • bild7314bild7314
  • bild7315bild7315

  • bild7317bild7317
  • bild7318bild7318
  • bild7319bild7319

  • bild7320bild7320
  • bild7322bild7322
  • bild7323bild7323

  • bild7324bild7324
  • bild7326bild7326
  • bild7327bild7327

  • bild7329bild7329
  • bild7330bild7330
  • bild7333bild7333

  • bild7334bild7334
  • bild7336bild7336
  • bild7337bild7337

  • bild7338bild7338
  • bild7339bild7339
  • bild7340bild7340

  • bild7341bild7341
  • bild7342bild7342
  • bild7346bild7346

  • bild7347bild7347
  • bild7350bild7350
  • bild7353bild7353

  • bild7354bild7354
  • bild7357bild7357
  • bild7358bild7358

  • bild7359bild7359
  • bild7362bild7362

 

 
Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.