12indienBad Wurzach - Bereits zum 28. Mal veranstaltete der Verein Indien-Kinderhilfe Oberschwaben seinen großen Indien-Bazar im Pius-Scheel-Haus in Bad Wurzach. Der Erlös geht wieder an verschiedene Projekte in Indien. Bild: der ehemalige Mönch Chumba Lama bei seiner Gesangseinlage. Im Hintergrund Hans Martin Diemer, der Gründer des Vereines Indien-Kinderhilfe Oberschwaben

 



Wer um 11.30 Uhr das Pius-Scheel Haus betrat, konnte sich sicher sein, erstmal mit einem Stehplatz vorlieb nehmen zu müssen. Es war vor allem das leckere Essen, etwa die indische Spezialität Paparkos, oder auch Putengeschnetzeltes was zahlreiche Kirchgänger der Spätkirche den direkten Weg zum Indien Bazar finden liess und die „Köchinnen“ mächtig ins Schwitzen bringen liess.


Seit einigen Jahren verkauft Chumba Lama in Deutschland verschiedene Waren aus Nepal. Der gebürtige Tibeter, der als kleines Kind nach Nepal flüchten musste war persönlich in Bad Wurzach, um seine Waren feil zu bieten. Der ehemalige Mönch ist inzischen mit einer Deutschen verheiratet und finanziert mit dem Erlös seiner Produkte den Ausbau von Schulen im vom Erdbeben vor zwei Jahren schwer gebeutelten Nepal. Aber er verkaufte nicht nur seine Waren, wie im Vorjahr sang er mit geschlossenen Augen sein Lieblingslied aus der Bergwelt seiner tibetischen Heimat. Sein Vortrag jagte den Besuchern Schauer über den Rücken und auch die eine oder andere Träne der Rührung wurde aus den Augenwinkeln gewischt.


Auch in diesem Jahr kommt ein Großteil der Waren, die im Rahmen des Bazars verkauft werden von der Fairhandelsgenossenschaft dwp aus Ravensburg f, unter anderem mit Mango-Produkten der Aktion "Preda" von den Philippinen, Olivenöl aus Palästina und vieles mehr. Wie schon seit vielen Jahren wird der Bazar von der Rapunzel Naturkost GmbH aus Legau mit vielen Lebensmitteln und Leckereien unterstützt.


Der Erlös geht wieder an verschiedenen Projekte in Indien. Dieses Jahr wird allerdings der größte Anteil für Hilfen in Bihar und Uttar Pradesh gebraucht. Hier sind bei der Überschwemmungskatastrophe innerhalb von 1-2 Monate mehr als 2000 Menschen ertrunken. Erschreckend ist dabei, dass es auch jetzt wieder Ureinwohner oder kastenlose Leute getroffen hat. Große Überschwemmungen im Ganges-Becken gab es immer wieder, aber nicht in diesen kurzen Zeitabständen wie in den letzten Jahren.


Der Hauptgrund: Über Jahrhunderten hinweg wurden die Berge im Himalaya abgeholzt. Bei starkem Monsunregen kann das Wasser aber nicht mehr versickern und fließt deshalb ungehindert in das Ganges-Becken. Hier wird wieder einmal der große Umweltfrevel dort erschreckend deutlich.


Ein weiterer Schwerpunkt bildet wieder Allahabad im Bundesstaat Uttar Pradesh. Mehr als 70 misshandelte und missbrauchte Mädchen brauchen dort unsere Hilfe. Eine weitere Dauerbaustelle ist die Kinderarbeit. Kinder ab vier Jahren müssen sich als Arbeitssklaven verdingen, um ihren armen Familien, die von skrupellosen Geldverleihern mit wucherzinsen Geld (20% am Tag!) geliehen bekamen, zu unterstützen.



Bericht und Bilder Ulrich Gresser



  • bild4460
  • bild4463
  • bild4465

  • bild4466
  • bild4467
  • bild4469

  • bild4470
  • bild4471
  • bild4472

  • bild4473
  • bild4474
  • bild4475

  • bild4477
  • bild4478
  • bild4479

  • bild4480
  • bild4481
  • bild4482

  • bild4483
  • bild4487


 

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter