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Bad Waldsee - Die SMV (Schülermitverantwortung) des Gymnasiums Bad Waldsee organisierte für die Oberstufe eine politische Podiumsdiskussion rund um das Thema Migration, Terrorismus und innere Sicherheit Deutschlands. Vertreten waren Bundestagsabgeordnete aller sechs Bundestagsparteien und diskutierten über die Fragen, die sich Schülersprecher und Moderator der Gesprächsrunde Nico Gläser überlegt hatte. Bild (v.l.n.r.): Jessica Tatti (Linke), Martin Gerster (SPD), Agnieszka Brugger (Grüne), Axel Müller (CDU), Benjamin Strasser (FDP) und Peter Felser (AFD) diskutiren zum Thema innere Sicherheit und Terrorismus. 

 

 

Nico Gläser erklärte bei seinen Willkommensworten, dass es bereits im letzten Jahr eine Podiumsdiskussion gab, die bei den Schülern so gut ankam, dass sich die SMV das Ziel gesetzt hatte, wieder eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Dazu wurde sogar ein eigener Arbeitskreis-Podiumsdiskussion ins Leben gerufen.

Wie wichtig solche Veranstaltungen sind betonte Schulleiter Robert Häusle. Die Oberstufenschülerinnen und Schüler (alle zwischen 15 und 18 Jahren alt) seien politisch durchaus interessiert und teilweise ja auch schon wahlberechtigt bzw. dürfen dann bei den anstehenden Kommunalwahlen wählen. Oftmals jedoch sei Berlin und die dortige Politik für die Schüler einfach zu weit weg und zu abgekapselt und daher sei es besonders erfreulich, dass alle sechs Parteien einen Vertreter zu der Diskussion entsandt hatten.

 

 

Als erstes stellten sich die sechs Vertreter dem jungen Publikum vor und erklärten grundsätzlich für was die jeweiligen Parteien stehen. Anwesend waren: für die Linke MdB Jessica Tatti aus dem Wahlkreis Reutlingen, für die SPD MdB Martin Gerster aus dem Wahlkreis Biberach, für die Grünen MdB Agnieszka Brugger aus dem Wahlkreis Ravensburg, für die CDU MdB Axel Müller aus dem Wahlkreis Ravensburg, für die FDP MdB Benjamin Strasser aus dem Wahlkreis Ravensburg und für die AFD Peter Felser aus dem Wahlkreis Oberallgäu.

 

Die erste Frage Gläsers forderte die Vertreter zu einer Stellungnahme zur aktuellen inneren Sicherheitslage in Deutschland auf. Dabei waren sich die Vertreter aller Parteien, mit Ausnahme der AFD einig, dass es zwar grundsätzlich nie sicher genug sein kann, wir in Deutschland aber keinen Grund haben uns Sorgen zu machen. So brachte es FDP-Abgeordneter Benjamin Strasser auf den Punkt: „Wenn Sie nachher nach Hause gehen ist die Wahrscheinlichkeit statistisch gesehen 3773 Mal höher, dass Sie sich eine Grippe einfangen und an dieser sterben, als dass Sie aufgrund eines terroristischen Angriffes ums Leben kommen.“

 

Im Anschluss wurde diskutiert, inwiefern die Immigranten zum steigenden Gefühl der Unsicherheit in der deutschen Bevölkerung beitragen. AFD-Abgeordneter Felser nutzte diese Frage um deutlich Kritik an der Regierung zu üben: „Wer glaubt dass wir es schaffen alle Immigranten aufzunehmen, die mit gepackten Koffern in Ihren Ländern sitzen, der nutzt eine Lebenslüge.“ Anders bezogen die anderen fünf Parteien Stellung, die sich zumindest in dem Punkt übereinstimmten, dass man nicht jeder Statistik Glauben schenken darf und auch nie vergessen sollte, dass in Deutschland momentan die niedrigste Kriminalitätsrate seit 20 Jahren vorliegt.

Agnieszka Brugger von den Grünen wies besonders darauf hin, dass es ja auch genügend deutsche Straftäter gibt und es für sie keine Rolle spielt, ob ein Straftäter Immigrant oder Deutscher ist: „Mir ist es ganz egal welche Identität der Mann hat, der eine Frau belästigt. Eine Frau gehört nicht belästigt und Männer im Übrigen auch nicht.“

 

Zu guter Letzt wurde diskutiert was man gegen die Gefahr des islamischen Extremismus unternehmen sollte. Dabei verwies CDU-Bundestagsabgeordneter Axel Müller vor allem darauf, dass es ja nicht nur den islamistischen Extremismus und Terror gibt sondern auch links- und rechtsradikalen: „Terror ist Terror und Extremismus (egal ob linker, rechter oder islamistischer) ist Demokratiefeindlich.“ Und davor müsse man Deutschland beschützen.

Für SPD-Vertreter Martin Gerster hingegen ist besonders wichtig, dass man die Gefahr von Extremismus nicht durch geschlossene Grenzen bekämpfen kann, sondern durch das Schaffen von Perspektiven: „Ich glaube wir müssen alles daran setzen, den Menschen die zu uns kommen eine Perspektive zu geben, sodass sie erst gar nicht in extremistische Gruppen abrutschen.“

Jessica Tatti von den Linken appellierte schließlich dafür, dass man bei all diesen Überlegungen zur Sicherheit in Deutschland auch die anderen Länder nicht vergessen sollte: „Wir sollten weniger Mauern und mehr dafür arbeiten, dass es uns und auch anderen Ländern besser gehen kann.“

 

Es folgten die Fragen der Schüler, die oft noch einmal auf Punkte der Diskussion eingingen oder auch ganz persönliche Fragen, z.B. zur Meinung der Parteien zur doppelten Staatsbürgerschaft, stellten.

 

 

Bericht und Bilder Leo Seebold

 

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