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Bad Waldsee-Haisterkirch-Wangen i. A. - Zu den Ausstellungen der Gesellenstücke 2017 des Schreinerhandwerks hatte die Schreinerinnung Ravensburg an diesem Samstag (15. Juli) nach Haisterkirch und Wangen i. A. eingeladen. Gekommen waren nicht nur viele Angehörige und Freunde der frisch gebackenen Gesellinnen und Gesellen sondern auch eine große Anzahl interessierter Besucher. Es hat sich herumgesprochen, dass es viel Interessantes und Ideenreiches zu sehen gibt.



Kreishandwerksmeister Michael Bucher aus Bad Waldsee-Hittelkofen – er ist zugleich der Obermeister der Schreinerinnung Ravensburg – begrüßte die jungen Schreinerinnen und Schreiner und die Gästeschar. Er zeigte sich sehr erfreut darüber, dass diese Veranstaltungen inzwischen ein solch großes öffentliches Interesse gefunden haben. Während der Öffnungszeit der Ausstellung war ein ständiges Kommen und Gehen zu beobachten.


Insgesamt wurden 40 recht unterschiedlich gestaltete , individuell bestimmte, sauber erarbeitete Prüfungsstücke gezeigt. Davon waren 10 im Beruflichen Schulzentrum Wangen (ehemals Friedrich-Schiedel-Schule) und 30 in den barocken Räumlichkeiten des Haisterkircher Klosterhofs ausgestellt worden.


Michael Bucher bedankte sich bei der Stadt und der Ortschaft für das stets gezeigte große Entgegenkommen bei Planung, Vorbereitung und Durchführung der Ausstellung. Bürgermeister Roland Weinschenk wurde durch Haisterkirchs Ortsvorsteherin Rosa Eisele vertreten. Sie erinnerte daran, dass diese heutige, moderne Leistungsschau hier im Klosterhof in eine ideale Umgebung eingepasst worden sei. Man erkenne doch augenfällig beim Betrachten der barocken Türrahmen und Türfüllungen oder der Decke im Apothekerzimmer, welch großartige handwerkliche Leitungen hier Schreiner vor bald 300 Jahren - damals ohne Elektrizität und PC - erbracht haben.


Riesiger Applaus brandete auf, als Bucher verkündete, dass alle Prüfungskandidaten die diesjährige Gesellenprüfung bestanden haben und der Gesamtschnitt bei 2,4 liege.  Aus den Händen des Gesellenprüfungsvorsitzenden Klaus Wachter (Taldorf) erhielten die Absolventen 2017 - 9 junge Frauen und 21 junge Männer - das vorläufige Prüfungsergebnis als Schriftstück ausgehändigt. Dazu überreichte Ralph Nolte von der Beruflichen Schule Ravensburg den neuen Gesellinnen und Gesellen einen Gutschein für ein Vesper.


Von den Prüfungsteilnehmern, die ihre schulische Ausbildung im Beruflichen Schulzentrum Ravensburg erfolgreich beendet haben, stammen 16 aus dem Kreis Ravensburg, 10 aus dem Bodenseekreis, 3 aus dem Kreis Biberach und 1 aus dem Landkreis Sigmariingen. Zu den 10 Absolventen in Wangen - mehrheitlich aus dem Allgäu - gehörte eine junge Frau. Grundsätzlich konnte festgestellt werden, dass der Anteil von Mädchen, die ein handwerkliches Examen anstreben, stets im Wachsen begriffen ist.


Die offiziellen Gesellenbriefe gibt es bei einer späteren Feier der einzelnen Kreisinnungen. Bucher lobte die Leistungen der jungen Menschen, die nach einer qualifizierenden Ausbildung über das duale berufliche Bildungssystem eine tolle berufliche Karriere vor sich haben. Weltweit habe dieses deutsches Modell der beruflichen Ausbildung mit der engen Verzahnung von Theorie und Praxis hohe Anerkennung gefunden. Er betonte in seiner Ansprache, wie günstig die beruflichen Perspektiven sind. Zugleich warb er dafür, sich zu den Wettbewerben „ Gestaltete Gesellenstücke“ zu melden, die auf Innungs-, Landes- bis hin zur Bundesebene angeboten werden.


Die Prüfungsstücke bei der diesjährigen Ausstellung im Klosterhof ließen wiederum erkennen, wie vielfältig die gesamte Produktepalette ist.  Die Bestnote (1,3) gab es für das Gesellenstück „Glasvitrine aus Kirschbaum“ von Daniel Burkhardt aus Ravensburg-Weissenau. Daniel erfuhr seine Ausbildung im Betrieb der Schreinerei Burkhardt (Weissenau). Er ist ein Enkel des Mesners Josef Schmid aus Kümmerazhofen, den Pfarrer Stefan Werner, der zu den Besuchern zählte, verwundert fragte, weshalb er denn hier sei. Als er dann erfuhr, dass der Enkel des Mesners auch noch Ministrant sei, war die Freude beim Pfarrer besonders groß.


Pfarrer Werner entdeckte beim Rundgang auch eine Vitrine mit Weihrauchartikeln und erkundigte sich interessiert danach, wie die Gestalterin auf diese Idee kam. Strahlend erzählte ihm die Junggesellin Leah Radau aus Markdorf, dass auch sie Ministrantin sei. Gleich drei Prüflinge nämlich Lisa-Maria Jäger, Alexander Müller und Sabrina Rädle - letztere bekam für ihr Prachtstück „Esstisch aus Esche“ die Note 1,4 - absolvierten ihre Ausbildung mit bestem Erfolg bei der Schreinerei Peter Müller in Aulendorf-Blönried.



Die Adolf Aich-Stiftung Ravensburg hatte wie die letzten beiden Jahre für das kulinarische Angebot Sorge getragen. Der Reinerlös geht wiederum an die Kinderhospiz in Bad Grönenbach. Einige Fotos dazu mit besonderem Bezug zur Raumschaft Bad Waldsee/ Aulendorf im Anhang

 

 

Text und Bilder von Rudi Martin

 

 

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