Bastiani

 Haisterkirch - Da kann man nur staunen, wie viele Menschen sich nicht nur am Sebastianstag (20. Januar) aufmachen, um in der Kapelle St Sebastian zu beten, zu meditieren und um den Beistand des Heiligen zu bitten, erklärte Hauptzelebrant Pfarrer Stefan Werner beim Festgottesdienst in der Haisterkircher Pfarrkirche.


Trotz eisiger Kälte waren auch dieses Jahr wieder Hunderte von Gläubigen aus dem nahen und ferneren Umland zum Sebastiansfest nach Haisterkirch gekommen. Vor allem aus der Seelsorgeeinheit Bad Waldsee, aus den Dörfern und Weilern der Stadt Bad Wurzach und des südlichen Landkreises Biberach, aus Aulendorf mit Pfarrer Anantham Antony an der Spitze, Bergatreute, Wolfegg und dem Schussental kamen wie gewohnt die Menschen zum Festgottesdienst und zur anschließenden Wallfahrt anlässlich des Gedenktags des hl. Sebastian.

 

Die Pfarrkirche war schon vor Gottesdienstbeginn um 9.00 Uhr voll belegt
Insgesamt sechs Priester und drei Diakone feierten zusammen mit den Gläubigen die Eucharistie. In die Schar der Gottesdienstbesucher und Pilger hatten sich auch kommunalpolitische Vertreter so Bad Waldsees Bürgermeister Roland Weinschenk - er ist inzwischen ein Dutzend mal dabei - die Ortsvorsteherin Rosa Eisele (Haisterkirch), die Ortsvorsteher Achim Strobel (Reute-Gaisbeuren) und Franz Spehn (Mittelurbach), Hauptamtsleiter Alfred sowie Altbürgermeister Edgar Schaz (Baindt) eingereiht.

Ein Jubiläum durfte auch Pfarrer Günther Gerlach feiern, der seit 25 Jahren am Sebastianstag nach Haisterkirch kommt und inzwischen als Pfarrer i. R auch Wallfahrtspfarrer des „Herrgöttle von Bihlafingen“ (Laupheim) ist.
Die Kirchengemeinde Haisterkirch könne stolz darauf sein, dass ihre Sebastianskapelle in Oberschwaben einen solch hohen Pilgerzuspruch erfahre, betonten etliche Pilger.

In seiner Begrüßungsansprache und in der bewegenden, zukunftsweisenden Predigt merkte Pfarrer Stefan Werner an. „Heute am 20 Januar 2017 schaut zwar alle Welt auf den Amtsantritt von Trump, aber wir schauen auf den hl. Sebastian“. Schließlich habe Sebastian durch sein mutiges Bekenntnis zu Jesus, uns Zeichen des Lichts gegeben. Jesus habe selber gesagt: „Ich bin das Licht der Welt“. In seiner Nachfolge sei der Märtyrer Sebastian ein leuchtendes Vorbild für uns und so auch zum Licht geworden. Im Interview vor der Predigt hatte eine Gottesdienstbesucherin auf die Frage, was denn ein Heiliger sei, die passende Antwort gefunden: „ Ein Heiliger ist ein Mensch, auf den das Licht der Gnade Gottes fällt“.

Sebastian nachzueifern, bedeute also Licht für andere zu werden, zuhören können, stützen, feiern, teilen, schenken, versöhnen, vergeben, beten...   Kurz gesagt: „ Barmherzig zu sein und so in Spur des Heiligen zu kommen“

 

Feierliche musikalische Umrahmung

Unter der Gesamleitung von Karsten Maluck hatten der Kirchenchor Haisterkirch und ein Bläserquintett erstmals hier die „Festliche Singmesse“ des Tiroler Komponisten Siegfried Singer zur musikalischen Umrahmung des Festgottesdienst aufgeführt. Das Bläserensemble, besetzt mit Musiklehrern, vermochte mit großer Klangfülle die feinen Gesangsbeiträge des Chors zu den Sätzen „Erbarme Dich unser“ ,Ehre sei Gott“, „Zwischengesang“, „Gabenbereitung“, „Heilig“ und „Lamm Gottes“ wirkungsvoll und gekonnt zu begleiten. Dirigent, Bläserquintett (Posaunen und Trompeten), Kirchenchor und Organistin durften sich am Schluss des Festgottesdienstes am spontanen, riesigen Beifall erfreuen.

 

Wallfahrt

Als sich dann die große Pilgerschar hinauf zur Sebastianskapelle betend und singend auf den Weg machte, drangen ganz kurz Sonnenstrahlen aus der Hochnebelschicht hervor und umstrahlten die Sebastianskapelle. Die Besucher des Festgottesdienstes hatten dieses beglückende Erlebnis nicht mehr, durften sich aber ebenso an der prachtvollen Winterlandschaft erfreuen. Voraus mit Fahnen und Kreuz schritten drei Dutzend Ministranten, die alle von den verschiedensten Schulleitungen großzügig schulfrei bekommen hatten. Wer übrigens im Waldbereich genau hinsah, konnte unter den zugeschneiten Jungfichten Bäumchen entdecken, die mit Christbaumschmuck nett dekoriert worden waren. Letztes Jahr schon hatten anonyme Schmücker drei Bäumchen verziert und heuer waren es sogar doppelt so viele.

Oben an der Kapelle warteten weitere Pilger, die von Haidgau, Graben und Hittelkofen her gekommen waren und ebenfalls der Bitt- und Gedenkandacht um die Mittagszeit beiwohnen wollten. .Die Gebete und Lieder wurden mit Lautsprecher nach außen übertragen, wo sich eine unübersehbare Pilgerschar versammelt hatte.

Den ganzen Nachmittag über trafen weitere Gebetsgruppen hier oben bei der Kapelle ein. Dazu gehörte auch eine Gruppe pensionierter Lehrkräfte vom Schulzentrum Döchtbühl. Diese hatten den beschwerlichen Weg durch den tiefen Schnee von Hopfenweiler aus über Hittelkofen hinauf zur Sebastianskapelle gewählt.

Für Kapellenmesner Bernd Schmid und Ehefrau Rosmarie bedeuten die Tage um „Bastiane“, dass in nächster Zeit etliche zurückgelegte Opferkerzen nachzulegen und anzuzünden sind. Am Sebastianstag brannten in den neuen, roten 116 Glasbehältern stets alle Kerzen. Bernd Schmid, der vor einem Jahr das Mesneramt von Hans Wirth übernommen hatte, wusste zu berichten, dass im vergangenen Jahr 13200 Kerzen benötigt worden sind. Das entspricht etwa geschätzten 50.000 Besuchern in der Kapelle im Jahr 2016. Seit August sind im neuen Fürbitt- und Wallfahrtsbuch auf 75 Seiten etwa 300 schriftliche Einträge (zumeist Bitt- und Dankgebete) inzwischen auch in arabischer und rumänischer Sprache vorgenommen worden. Ein Beweis dafür, dass ungewöhnlich viele Menschen den Heiligen als Fürbitter bei Gott verehren und ihm vertrauen.

Auch am „Bastiane-Abend“ machten sich unter Anleitung von Pfarrer Stefan Werner nochmals knapp fünfzig überwiegend Berufstätige als Fackelträger auf den „spirituellen Weg“ nach St. Sebastian.

 

Einkehr im Klosterhof

Streng hatten es wieder die Mitglieder des Kirchenchors und des Kirchengemeinderates - viele davon mussten sich ja auch einen Urlaubstag nehmen - denn sie hatten ganztägig dafür Sorge getragen, dass sich die Pilger im Klosterhof mit Speisen und Getränken sowie Kaffee und Kuchen stärken konnten. Der Vorstand des Kirchenchors Herbert Eisele und sein Serviceteam hatten alle Hände voll zu tun, um die zahlreichen Einkehrer nach dem Pilgergang gut und zügig zu bewirten.

 

 

Text und Fotos: R. Martin

 

pi5

Erkärung zum Foto Kommunalpolitiker: (von links) Altbürgermeister Edgar Schaz (Baindt), Bürgermeister Roland Weinschenk, OV Franz Spehn, OV Rosa Eisele, OV Achim Strobel.

 

 
 

  • Bergatreuter PilgerBergatreuter Pilger
  • Einkehr1Einkehr1
  • Gebetsgruppe HifringenGebetsgruppe Hifringen

  • KCH-teamKCH-team
  • KirchenchorserviceKirchenchorservice
  • PilgereinkehrPilgereinkehr

  • Schulzentr.Pens.Schulzentr.Pens.
  • Schulzentrum PensionreSchulzentrum Pensionre
  • Spirit. Weg3Spirit. Weg3

  • Spirit.Weg1Spirit.Weg1
  • Spirit.Weg2Spirit.Weg2
  • Spirit.Weg4Spirit.Weg4

  • Warten2Warten2
  • Warten3Warten3
  • ba1ba1

  • ba2ba2
  • ba3ba3
  • ba4ba4

  • ba5ba5
  • ba6ba6
  • ba7ba7

  • ba8ba8
  • ba9ba9
  • bas1bas1

  • bas2bas2
  • bas3bas3
  • bas4bas4

  • bas5bas5
  • bas6bas6
  • bas7bas7

  • bas8bas8
  • bas9bas9
  • bast1bast1

  • bast2bast2
  • bast4bast4
  • bast5bast5

  • bast6bast6
  • bast7bast7
  • bast8bast8

  • bast9bast9
  • basti1abasti1a
  • basti2basti2

  • basti4basti4
  • basti5basti5
  • basti6basti6

  • basti7basti7
  • basti8basti8
  • basti9basti9

  • bastiabastia
  • bastia1bastia1
  • bastia2bastia2

  • bastia3bastia3
  • christbaum im Waldchristbaum im Wald
  • p1p1

  • p2p2
  • p3p3
  • p4p4

  • p5p5
  • p6p6
  • p7p7

  • p8p8
  • p9p9
  • pi1pi1

  • pi2pi2
  • pi3pi3
  • pi4pi4

  • pi5pi5
  • pi6pi6
  • pi7pi7

  • pi8pi8
  • pi9pi9
  • pilpil

  • pil1pil1
  • pil3pil3
  • pil4pil4

  • pil5pil5
  • pil6pil6
  • pil7pil7

  • pil8pil8
  • pil9pil9
  • pilgpilg

  • pilg1pilg1
  • pilg3pilg3
  • pilg4pilg4

  • pilg5pilg5
  • pilg6pilg6
  • pilg7pilg7

  • plig5plig5
  • wenn 116 Kerzen brennen....wenn 116 Kerzen brennen....

 

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter

 

 

Quelle: Center for Systems Science and Engineering der Johns Hopkins University

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.