Petasch Minsch

Bad Wurzach -  Ein Musikerlebnis der besonderer Art war am Sonntag im Barocktreppenhaus des Wurzacher Schlosses geboten. Mit Valerij Petasch am Flügel und dem jungen Dominik Minsch am Marimbaphon wurde das Treppenhaus mit einer bislang ungehörten Klang-Kombination dieser zwei Instrumente erfüllt.

 

Wolfgang Weiss, der gemeinsam mit Martha Wild und dem Wurzacher Kulturkreis das Konzert im Treppenhaus des Schlosses organisierte, versprach in seiner Begrüßung, dass es weitere Konzerte dieser Art geben werde. Bürgermeister Roland Bürkle mit Gattin Stefanie ließen sich dieses Konzerthighlight ebenso wie sein Amtsvorgänger Helmuth Morczinietz mit Gattin Elisabeth nicht entgehen. Dank der besonderen Akustik des Treppenhauses war auch für die Konzertbesucher, die sich ganz oben einen Platz gesucht hatten, die Magie der Töne, die die beiden Künstler schufen, deutlich spürbar.

 

Valerij Petasch, dessen (deutschstämmiger) Vater ebenfalls Pianist und darüberhinaus Musikwissenschaftler ist, stammt aus Moskau und besuchte dort das Tschaikovski-Konservatorium, Moskaus berühmte Musikhochschule, die er mit dem sehr selten verliehenen „Roten Diplom“ in der Tasche verließ. Anschließend war er ein gefragter Orchester-Solist und begleitete weltbekannte Vocal- und Instrumentalisten. Seine musikalische Liebe gilt der Musik der Romantik und des Impressionismus. Für seine herausragenden Chopininterpretationen verlieh ihm die Chopin Society Chicago Moskau die Ehrenmitgliedschaft. Der Pianist ist aber auch ein begnadeter Komponist. Einige seiner Eigenkompositionen, die ein Spektrum von der Klassik bis zur Moderne abdecken, feierten in Bad Wurzach sogar Premiere. Virtuos entlockte er in rasend schnellen Läufen dem großen Flügel Tonfolgen, die man ansonsten eher in Konzertmetropolen wie New York, Mailand oder Moskau zu hören bekommt.

 

Im zarten Alter von neun Jahren erhielt der waschechte Bad Wurzacher Dominik Minsch, dessen Vater und Schwestern ebenfalls musikalisch aktiv sind, an der Jugendmusikschule Bad Wurzach seinen ersten Schlagzeugunterricht. Zum Marimbaphon kam er mit 12 Jahren. Er wurde Bundessieger bei „Jugend musiziert“ und studiert seit 2013 Percussionsinstrumente an der staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim. Derzeit ist er Gastmusiker im Orchester des Nationaltheaters Mannheim.

Trotz seiner jungen Jahre stand Dominik Minsch seinem Konzertpartner am Flügel an Virtuosität in nichts nach. Sein Repertoire bei diesem Konzert umfasste ebenfalls romantische, aber auch neuere Literatur. Dabei entlockte er dem riesigen  Percussionsinstrument völlig unterschiedliche Tonschattierungen, mal mystisch verklärt wie in Ghanaia des Würzburger Komponisten Matthias Schmitt, oder tänzerisch verspielt in Lilias Lullababy des 1988 geboren indonesisch-australischen Marimbaphon-Solisten und -Komponisten Robert Oetomo. Und bei den gemeinsam gespielten Stücken wie Reel von Steffen Wick oder den Eigenkompositionen von Valerij Petasch „Arieta“ und „Blumenwalzer“ erwies er sich als kongenialer Partner auf Augenhöhe.

 

Den Ritterschlag gab ihm Valerij Petasch bei diesem Konzert selbst: „Als ich vor 25 Jahren nach Deutschland kam, hätte ich mir nicht vorstellen können, jemals mit einem Genie wie Dominik zusammenzuspielen. Zumal dieser damals ja noch nicht einmal geboren war!“

 

Text und Bilder von Uli Gresser

 

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