05HPTowerstarsLausitzRavensburg - Die Ravensburg Towerstars haben sich in einem wahrlich verrückten Eishockeyspiel gegen die Lausitzer Füchse zwei Punkte nach Penaltyschießen gesichert. Im zweiten Drittel schien es jedoch nicht gut um sie bestellt, da stand ein ernüchterndes 1:4 auf der Anzeigentafel.

 

Bei den Oberschwaben war erstmals seit seiner Ankunft Rob Flick im Kader, die Frage nach einem überzähligen Ausländer stellte sich an diesem Abend allerdings nicht. Jeff Hayes musste sich aufgrund eines grippalen Infekts krankmelden, auch Thomas Merl und Kilian Keller traf gleiches Schicksal. Auf das Anspielbully mussten die Zuschauer in der CHG Arena 15 Minuten länger warten, die Gäste aus Weißwasser hatten verkehrstechnische Probleme und reisten erst um 19.15 Uhr an. Die Towerstars wollten die kurze Spielvorbereitung der Füchse nutzen und spielten in den ersten Wechseln sofort druckvoll nach vorne.


Die registrierten Torschüsse konnte Weißwassers Goalie Mac Carruth jedoch entschärfen. Nachdem die Towerstars die ersten Angriffe der Füchse mit Zweikampfstärke und solidem Stellungsspiel in der eigenen Zone entschärfen konnten, gerieten sie nach sechseinhalb Minuten mächtig unter Druck. Clark Breitkreuz tauchte völlig frei vor Olafr Schmidt auf, doch der parierte stark. Eineinhalb Minuten später hätte auf der anderen Seite durchaus die Führung fallen können, doch der von Tero Koskiranta abgefeuerte Schuss knallte nur an den Außenpfosten. Insgesamt war das erste Spieldrittel ausgeglichen, Strafzeiten sollten dann in der Schlussphase die Impulse für die ersten Treffer bringen. Pawel Dronia saß wegen Beinstellens auf der Strafbank, eine präzise Kombination schloss Joel Keussen am Torraum zum 0:1 ab.


Nur knapp zwei Minuten später war der Spielstand aber wieder egalisiert. Diesmal saß mit Daniel Schwamberger ein Gästespieler in der Kühlbox, Rob Flick nahm am rechten Bullypunkt einen Pass direkt ab und der Puck schlug zum verdienten 1:1 Ausgleich ein. Der zweite Spielabschnitt startete zunächst vielversprechend, zumal Hauptschiedsrichter Christian Oswald nach knapp zwei Minuten den Arm wegen eines Füchse-Fouls hob und Olafr Schmidt sofort einem sechsten Feldspieler Platz machte. Die Aufstellung formierte sich, doch dann kam aus der Rundung ein missglückter Pass zurück an die blaue Linie und der Puck rutschte über die gesamte Eisfläche als waschechtes Eigentor über die Linie. Ähnliche Kuriosität unterlief den Oberschwaben übrigens vorletzte Saison schon einmal beim Auswärtsspiel in Crimmitschau.


Dieser 1:2 Gegentreffer war absolutes Gift für die Gastgeber, die fortan völlig verunsichert und sprichwörtlich von der Rolle schienen. Die Aufbaupässe kamen selten über die eigene blaue Linie, die Lausitzer Füchse spielten trotz Gleichzahl der Spieler regelrechtes Powerplay im Ravensburger Drittel. Das 1:3 durch Darcy Murphy war die bittere Folge, was sich aber regelrecht abzeichnete. Es kam im zweiten Abschnitt aber noch dicker. Ein derber Patzer an der gegnerischen blauen Linie ermöglichte Luis Rentsch ein Break, das er eiskalt zum ernüchternden 1:4 abschloss. Pfiffe von den Rängen, ratlose Gesichter und gesenkte Köpfe der Ravensburger Cracks auf dem Weg in die Kabine prägten die Sekunden nach der zweiten Pausensirene. Es war klar, dass im Schlussabschnitt für etwaige Punkte ein mittelschweres Wunder her musste.


Doch zunächst einmal machten die weitgereisten Gäste weiter Druck und Olafr Schmidt musste mehrfach retten. Nach fünfeinhalb Minuten setzte Neuzugang Rob Flick aber endlich wieder ein positives Signal, er zog aus der Halbdistanz ab und der Puck schlug zum 2:4 ein. Jetzt hatten die Towerstars auch wieder die Fans auf ihrer Seite, das gab Auftrieb und nur eine Minute später zischte die Scheibe zum direkten Anschlusstreffer ins Netz der Füchse. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Oberschwaben einen Mann mehr auf dem Eis, wieder war Rob Flick der Torschütze, der damit seinen Hattrick perfekt machte. Der Sturmlauf ging sofort nach dem Anspielbully weiter und nur eine halbe Minute nach dem dritten Treffer entlud sich die geballte Anspannung auf den Rängen erneut.


Ein Schlenzer von der blauen Linie fälschte Vincenz Mayer am Torraum ab, der Puck rutschte dann durch die Schoner von Füchse-Keeper Carruth über die Linie. Die Proteste der Gäste veranlassten die Unparteiischen jedoch dazu, den Videobeweis zu konsultieren und die Befürchtungen sollten sich bestätigen. Der Treffer wurde wegen hohen Stocks nicht anerkannt. Die Towerstars drängten weiter, agierten in der 50. Minute allerdings zu nachlässig in der Rückwärtsbewegung. Eine zugegebenermaßen blitzsaubere Passstafette drückte Jordan George frei im Slot zum 3:5 ins Tor. Wieder schien sich Ernüchterung breitzumachen, doch die Towerstars mobilisierten noch einmal alle Kraftreserven und blendeten den Rückstand mental aus. 65 weitere Sekunden machte Rob Flick das 4:5 und mit dem vierten Treffer seinen Einstand rekordverdächtig.


Die Schlussphase brach an, noch knapp zwei Minuten waren zu spielen. Die Towerstars waren im gegnerischen Drittel in Puckbesitz. Torhüter Olafr Schmidt hatte einem sechsten Feldspieler bereits Platz gemacht. 13 Sekunden später war der Ausgleich dann perfekt. Robin Just hatte kurz nach der blauen Linie einfach mal in Richtung Tor geschlenzt, den Puck hatte der offensichtlich überraschte Mac Carruth durch die Schoner passieren lassen. Die Towerstars waren jetzt in einem regelrechten Rausch und erspielten sich eine Vielzahl an Chancen, den Sieg in der regulären Spielzeit zur erkämpfen. Sören Sturm hatte beispielsweise viel Pech, als sein Schlagschuss nur an den rechten Pfosten knallte. So blieb es nach 60 Minuten bei der Punkteteilung, es ging in die Verlängerung. Dort hatten beide Teams ihre Möglichkeiten, die fünf Minuten tickten jedoch ohne Entscheidung von der Uhr. Im anschließenden Penaltyschießen hatten beide Mannschaften offensichtlich ihre Scharfschützen entsandt, die vier ersten Anläufe wurden eiskalt verwandelt.


Andreas Driendl bewies beim dritten Towerstars Penalty ebenfalls Nervenstärke und setzte den 3. Gäste-Schützen Jordan George damit unter Druck. Olafr Schmidt parierte den sechsten Versuch und sicherte sich seinem Team damit den Zusatzpunkt. Am Sonntag sind die Towerstars zu Gast in Bayreuth, dort gibt es die Chance auf die nächsten Punkte. Spielbeginn ist um 17 Uhr, SpradeTV http://www.sprade.tv überträgt live. 




Presseinformation Ravensurg Tower Stars Frank Enderle Bild Kim Enderle


Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok