06BürgerstiftungRV Smartphone2Ravensburg - Bürgerstiftung Kreis Ravensburg veranstaltet Info-Abend über digitale Medien. Ob Whatsapp, Instagram oder Youtube: Solche Internet-Plattformen sind im Alltag vieler Familien gegenwärtig. Doch wie können Eltern und ihre Kinder sicher und sinnvoll damit umgehen? Um dieser Frage nachzugehen, hat die Bürgerstiftung Kreis Ravensburg zu einem Info-Abend rund ums Thema Smartphone ins Humpis-Quartier Ravensburg eingeladen. Bild: Der sinnvolle Umgang mit dem Smartphone ist ihnen ein Anliegen (von links): Medienpädagogin Vera Engelbart, Schüler-Medienmentor Christian Kraus und Dr. Inge Mauch-Frohn, stellvertretende Vorsitzende der Bürgerstiftung Kreis Ravensburg

 


„Das Smartphone hat unsere Gesellschaft in rasant kurzer Zeit verändert“, stellte Vera Engelbart, medienpädagogische Referentin der Landesmedienzentrale Baden-Württemberg, in ihrem Impulsreferat fest. Auch ins Kinderzimmer halte das Smartphone Einzug. So zitierte Engelbart eine aktuelle Studie, der zufolge 39 Prozent alle Sechs- bis 13-Jährigen in Deutschland ein Smartphone besitzen. 98 Prozent dieser Altersgruppe haben die Möglichkeit, das Internet zu nutzen. Die häufigsten Online-Aktivitäten seien Recherchen über Suchmaschinen und das Verschicken von WhatsApp-Nachrichten.


Die Referentin machte deutlich, dass darin Chancen und Risiken stecken. Youtube zum Beispiel sei die Lernplattform Nummer eins, aber eben nicht geführt. Das Problem: „Die Menschen, die dahinterstehen, wollen, dass die Nutzer so lange wie möglich Videos schauen.“ Als weiteres Beispiel nannte Engelbart Kontaktmöglichkeiten über Messengerdienste wie WhatsApp. Sie seien für Jugendliche in der Pubertät auch eine Möglichkeit, um sich mit sich selbst und ihrer Rolle auseinanderzusetzen. Andererseits bestehe die Gefahr des Datenmissbrauchs – etwa über angebliche Gewinnspiele. Zudem erzählte sie von einem Fall, in dem ein Fremder versucht habe, via WhatsApp einen Kontakt zu einer 13-Jährigen aufzubauen. Die Mutter habe ein Treffen verhindert.


Kein Patentrezept
Medien seien nicht grundsätzlich schlecht, betonte Engelbart. „Die Aufgabe besteht darin, das Smartphone so zu nutzen, dass es keinen Schaden bringt, sondern einen Nutzen.“ Eine wichtige Rolle spielten hier die Eltern. Zum einen hätten sie eine Vorbildfunktion bis in die Pubertät hinein. Zum anderen sei ein guter Draht zwischen Kindern und Eltern sehr wichtig – auch um Gefahren zu erkennen. Ab welchem Alter ein Einstieg in die Medienerziehung sinnvoll ist, lasse sich nicht pauschal sagen, antworte die Medienpädagogin auf eine entsprechende Frage aus dem Publikum. „Es gibt kein Patentrezept, denn jedes Kind ist anders.“ Ihre persönliche Meinung sei es, den Einstieg in die digitale Welt so weit wie möglich nach hinten zu schieben.


Auf Datenschutz achten
Die Medienpädagogin empfahl, auf die Sicherheitseinstellung an drei Stellen zu achten: am eigenen Router, am Gerät und in den Apps. Darüber sollten die Eltern auch mit ihren Kindern sprechen. Eine gute Möglichkeit sei es, wie sie am Rande der Veranstaltung sagte, einen Mediennutzungsvertrag mit den Kindern zu schließen, beispielsweise mit Hilfe der Website www.mediennutzungsvertrag.de.
Wie die Einstellungen zum Datenschutz ganz konkret am Smartphone vorgenommen werden, zeigte der 15-jährige Schüler Christian Kraus. Er ist einer von über 600 Jugendlichen, die das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg jedes Jahr zu Schüler-Medienmentoren ausbildet.


Sie können dann ihr Wissen an andere Jugendliche weitergeben. „Wenn Sie ein Bild senden, fragen Sie sich erst mal, ob Sie dieses Bild auch an Ihre Wand hängen würden“, sagte Christian Kraus und empfahl, den Datenschutz in den Apps so einzurichten, dass nicht alles öffentlich sichtbar ist.


Schon bald entwickelte sich im Laufe des Abends eine lebhafte Diskussion, moderiert von Bernd Adler, Redakteur der Schwäbischen Zeitung Ravensburg. Die Fragen und Statements zeigten, dass das Thema Smartphone mit vielen weiteren Aspektes zusammenhängt. So kamen gesundheitliche Gefahren ebenso zur Sprache wie der klimaschädliche Stromverbrauch von Suchmaschinen.


Idee: Anlaufstelle für Bürger
Als Fazit des Abends hatte Dr. Inge Mauch-Frohn, stellvertretende Vorsitzende der Bürgerstiftung Kreis Ravensburg, eine konkrete Idee: Sie schlug vor, eine regelmäßige Sprechstunde anzubieten, bei der Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen zum Thema Internet und Smartphone klären können.

 

 

Presseinformation und Bild Bürgerstiftung Kreis Ravensburg

 

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