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Ravensburg - Die Ravensburg Towerstars haben das Wochenende leider nur mit einem mageren Punkt abgeschlossen. Bei der knappen 4:5 Niederlage beim Tabellendrittel Kassel zeigte man sich im Angriff zwar vielversprechend abgebrüht, es fehlte allerdings in der defensiven Konstanz und kassierte auch die eine oder andere Strafzeit zu viel.



Die Towerstars mussten wie erwartet auf Matthieu Tousignant aufgrund einer Muskelverletzung verzichten, auch Verteidiger Raphael Kapzan stand nach einem eingefangenen Virus erneut nicht zur Verfügung. Die Oberschwaben hatten dennoch einen selbstbewussten Start ins Spiel. Schon nach drei Minuten zeigte sich, dass die Gastgeber ihre Taktik äußerst offensiv angesetzt hatten und den Towerstars so bei Gegenstößen überraschend viel Raum ließen. Bei einer 3-2 Situation wurde Max Brandl prompt schön freigespielt, doch Markus Keller im Huskies Tor offenbarte keine freie Ecke. Dreieinhalb Minute später folgte dann der ersteTreffer der Partie, jedoch auf der anderen Seite. Derek DeBlois wurde nach einem Missverständnis völlig vergessen, der von Jonas Langmann noch abgeblockte Schuss
segelte dennoch zum 1:0 über die Linie.


Die Towerstars hatten allerdings schon 89 Sekunden später die passende Antwort parat. Jonas Schlenker konnte trotz Bedrängnis die Scheibe zum völlig freistehenden Kollegen Daniel Schwamberger spielen, der vollendete letztlich trocken mit der Rückhand zum 1: 1 Ausgleich. Man merkte den Gastgebern deutlich an, dass ihnen dieser Gegentreffer nicht schmeckte. Weitere vier Minuten später legte Ivan Rachunek sogar das 1:2 nach. Sein platzierter Schlenzer wurde von Huskies Keeper Markus Keller noch abgelenkt, auch Vincenz Mayer hatte bei diesem Treffer die Kelle mit reingehalten.


Kurz vor der Pause gab es noch eine Strafzeit gegen Kassel, den Mittelabschnitt konnten die Oberschwaben also in Überzahl beginnen. Trotz guter Szenen konnte der numerische Vorteil nicht genutzt werden. Dafür zeigten sich die Hausherren zwei Minuten später auf der Gegenseite mit mehr Entschlossenheit und auch dem nötigen Glück. Ein verunglückter Versuch durch die Mitte zu klären fing Thomas Merl an der blauen Linie ab, dessen Distanzschuss wurde vom Schlittschuh von Philipp dePaly noch abgelenkt und das Spiel war nach 24 Minute wieder ausgeglichen. Doch wieder schien der Rückschlag mental an den Towerstars abzuprallen. Die Towerstars lösten sich aus einer Drucksituation, Daniel Schwamberger bediente auf linker Seite Vincenz Mayer und dessen Schuss aus spitzem Winkel zischte über die Maske von Huskies Torhüter Markus Keller zur erneuten Ravensburger Führung unter die Latte.


Vorne sah man die Oberschwaben selten so abgezockt, doch in der Defensive fehlte es an Stabilität. So konnten sich die Towerstars nur zwei Minuten lang über den Vorsprung freuen, passte die Abstimmung in der neutralen Zone nicht und mit einem entschlossenen Solo schob Jens Meilleur die Scheibe am umspielten Jonas Langmann zum Ausgleich über die Linie. Kassel drückte vehement, setzte sich teils lange in der Ravensburger Zone fest. Das ging bis zur Schlussphase des zweiten Spielabschnitts gut, doch dann setzte es für Max Brandl eine Strafzeit. Wieder war es Meilleur, der die Puck platziert im rechten Eck unterbrachte, Kassel führte 36 Sekunden vor der zweiten Pausesirene mit 4:3.


Sofort nach Wiederanspiel gaben die Gastgeber hohes Tempo vor, doch doch die Towerstars Abwehr und insbesondere der erneut stark haltende Jonas Langmann waren auf dem Posten. In der 47. Minute gab es dann aber für die Gastgeber eine 2-Minuten Strafe und das Powerplay nutzte Sören Sturm mit einem beherzten „Blueliner“ ins rechte Eck. Beide Teams klappten das viel zitierte „Visier“ noch eine Stufe weiter hoch und das Spiel wog hin und her. Problematisch wurde in der 51.Minute aber eine erneute Strafzeit und wieder ließen sich die Schlittenhunde nicht zweimal bitten. Im unübersichtlichen Getümmel vor dem Ravensburger Tor schaltete Hungerecker am schnellsten und stocherte die Scheibe zum 5:4 über die Linie. Hauptschiedsrichter Sascha Westrich konsultierte zum dritten Mal an diesem Abend den Videobeweis und sah seine zuvor getätigte Entscheidung bestätigt – 5:4 für Kassel.


In der spannenden Schlussphase hatten die Towerstars durchaus gute Möglichkeiten, nochmals zum Ausgleich zu kommen. Besonders vielversprechend war freilich, dass Kassel zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit ein Notfoul zog und die Towerstars in Überzahl agieren konnten. Doch auch als der Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis ging, bescherte das letztlich nicht mehr den nicht unbedienten Ausgleich samt Punkt. „Wir können mit dem Ergebnis freilich nicht zufrieden sein, uns fehlte einfach die Konstanz im Spiel. Nichtsdestotrotz darf man den Jungs auch keinen Vorwurf machen, denn wie schon am Freitag haben sie aufopferungsvoll gekämpft“, sagte Towerstars Trainer Christopher Oravec nach dem Spiel.


Ein kleines Trostpflaster gab es nach dem Spiel dann doch noch. Aufgrund der Niederlage von Bad Nauheim ist der Klassenerhalt drei Spieltage vor Ende der Hauptrunde unter Dach und Fach. Jetzt geht es für die Oberschwaben darum, sich auf jeden Fall das Heimrecht in den Pre-Play-offs zu sichern. Erste Gelegenheit hierzu ist das nächste Heimspiel am kommenden Dienstag um 20 Uhr, zu dem die Towerstars den direkten Verfolger Bayreuth Tigers empfangen. Eher unsicher ist, dass hier Raphael Kapzan zur Verfügung steht. Den Verteidiger schwächt derzeit ein grippaler Infekt. Dementsprechend gilt als wahrscheinlich, dass die beiden Trainer Christopher Oravec und Marcus Bleicher die selbe Mannschaft wie in Kassel aufstellen wird. Chef-Coach Toni Krinner wird am Dienstag ebenfalls noch nicht zur Verfügung stehen, er muss sich nach seinem operativen Entfernen von Gallensteinen noch ein paar weitere Tage erholen.


1:0 06:22 DeBlois 1:1 07:51 Schwamberger (Schlenker ), 1:2 11:49 Rachunek (Lapsansky, Mayer), 2:2 24:05 Merl ( Klinge, Pimm), 2:3 27:09 Mayer (Schwamberger), 3:3 29:15 Meilleur (Hungerecker , Maginot), 4:3 39:24 (5:4) Meilleur (Pimm, Merl), 4:4 48:34 Sturm (Slavetinsky, Mayer) 5:4 52:27 (5:4) Hungerecker (Downing, DeBlois) Strafminuten: Kassel 8 plus 10 Disz. Klinge, Ravensburg 10, Zuschauer: 2967


Pressemitteilung und Bild Ravensburg Towerstars Frank Enderle


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