MK Wuchzenhofen
Wuchzenhofen
- Wenn das Zitat von Franz Schubert, „Wer Musik liebt, kann nicht unglücklich sein", zutrifft, dann machten die beiden Musikkapellen von Herlazhofen und Wuchzenhofen an diesem Abend bei ihrem Gemeinschaftskonzert in der Festhalle Wuchzenhofen mehr als 300 Besucher glücklich.

 

Jürgen Weh, der Vorstand des Musikvereines Wuchzenhofen konnte unter den Konzertbesuchern auch den Leutkircher Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle mit Gattin, Ortsvorsteher Alois Peter und zahlreiche Ehrenmitglieder beider Vereine begrüssen. Einen ganz besonderen Gast konnte der Vorstand in Toni Inderbizzin begrüssen, der seit 34 Jahren extra für das Konzert aus dem Muota-Tal in der Schweiz anreist.

Standesgemäss mit olympischen Fanfarenklängen „The Olympic spirit" eröffnete die Gastkapelle aus Herlazhofen unter ihrer musikalischen Leiterin Stefanie Spohr den Konzertabend. Viola Rauh, die charmant und mit viel Witz für die Herlazhofer Kapelle durchs Programm führte, attestierte den Herren in den hinteren Reihen, gemeint war damit das „Hohe Blech", in ihrer ersten Moderation nicht etwa einen Alleingang. „Leichte Kost" hatte die Kapelle versprochen, und sie hielt Wort.

Vom Popsong der Bee Gees über die weltbekannten Swing- und Bigband Melodien von Herb Alpert „72 Millionen Tonträger können sich nicht irren" (O-Ton Rauh) bis zum mit einem gefühlvollen Trompetensolo von Daniel Spohr,dem Bruder der Dirigentin, veredelten „Nächtlichen Tränen" von Miroslav Kolstrunk, zeigte die Kapelle ihr handwerkliches Können und ihr musikalisches Spektrum. Dies ist insbesondere deswegen bemerkenswert, weil die Kapelle für einen anderen Musikverein eingesprungen war.

Carl Teike, dem Komponisten deutscher Marschmusik, war einst geraten worden, seinen Marsch „Alte Kameraden" „in den Ofen zu schieben". Mit dem in den 60er Jahren entdeckten Marsch „Neue Kameraden" beendete die MK Herlazhofen den offiziellen Teil ihres Konzertes. Dass das eingangs erwähnte Zitat von Franz Schubert zutrifft, zeigte sich danach: Mit zwei heftig geforderten Zugaben, dem Abel Tasman-Marsch und der Polka „Ein halbes Jahrhundert" verabschiedeten sich die Herlazhofener Musiker vom Publikum. Davor hatte sich Dirigentin Stefanie Spohr noch bei Otto Gaile bedankt, der bei den Proben immer eingesprungen war, wenn sie selbst verhindert war.

Mit einer Grosspackung Gummibärchen beschenkte Bernd Schosser, Dirigent des Musikvereins Wuchzenhofen seine Kollegin Spohr, die am Donnerstag ihren Geburtstag gefeiert hatte, in Anspielung auf ihre nächtlichen „Hausspaziergänge", damit sie dabei die süssen Energiespender dabei immer griffbereit haben solle.

Schwungvoll eröffnete die gastgebende Kapelle mit „Solar Eclipse" von Darrol Barry ihren Konzertteil. Der holländische Komponist Jacob de Haan setzte mit „Ross-Roy" der monumentalen Villa aus dem späten 19. Jahrhundert in Brisbane (Australien), die seit 1945 das St. Peters Lutherian College" beherbergt, ein musikalisches Denkmal. Das Stück hatten die rund 60 Musiker der Kapelle beim Wertungsspiel anlässlich des Musikfestes auf Schloss Zeil gespielt und man sei sich damals einig gewesen, es noch einmal aufzuführen, meinte dazu Dirigent Bernd Schosser, der die Einführung in die einzelnen Stücke selbst übernahm, zu dieser Metapher über die Schulzeit, die alle Register fordernd das hohe Niveau der Kapelle zeigte.

Mit den Musical Highlights aus dem „König der Löwen" entführte sie das Publikum in die Weiten der afrikanischen Steppe. Mit den Bigband Hits von James Last, der nach 66 Jahren auf der Bühne seine Bühnenkarriere im Mai diesen Jahres beendete, begeisterten die Musiker noch einmal die Konzertbesucher. Ein besonderes Stück spielte die Kapelle zum Abschluss ihres offiziellen Konzertteiles: Den Marsch „Tiroler Adler" widmete Dirigent Bernd Schosser einem seiner Vorgänger Hermann König, und verband damit die Hoffnung, „ihn in seinem Sinne zu spielen".

Zwei Zugaben waren natürlich auch für die Wuchzenhofer Musiker Pflicht. Den Marsch „Denk an mich" der für die gleichnamige Stiftung, die sich um Behinderte Menschen in der Schweiz kümmert, komponiert worden war, hatte der Gast aus dem Muota-Tal gespendet. Und mit dem ruhigen Gospel „Lead me home" wollte der Dirigent einfach an die bevorstehende Adventszeit erinnern.

Eine besondere Geschichte gab der Dirigent bei der Vorstellung der Jungmusikerinnen, die erstmals mit der Kapelle auftraten, zum besten. Die mit ihren 15 Jahren Jüngste Musikerin der Kapelle, Anna Horoba, hatte sich als Geburtstagsgeschenk gewünscht, endlich zum Musikverein gehen zu dürfen.

Grund zur Freude dürfte auch der Förderverein der GWRS Wuchzenhofen gehabt haben, der an diesem Abend die Bewirtung der Besucher übernommen hatte. Der Erlös des Abends wird in die Sanierung des maroden Spielplatzes der Schule fliessen. Ob am Ende des Konzertes nun alle „in Glückseligkeit schwammen" war dem Chronisten bis dato nicht bekannt, weit entfernt davon durften alle Beteiligten von diesem Zustand nicht gewesen sein.

Text und Fotos Uli Gresser

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