LeserbriefLeutkirch/Aichstetten - Leserbrief zur Windkraftplanung Bereich Leutkirch/Aichstetten – Gemeinderatssitzung am 04.11.2013
Eine Vorgabe des Regionalverbandes und auch des Windatlasses ist die Vermeidung der Zersplitterung der Standorte von Windkraftanlagen. Aus diesem Grunde sollten keine Standorte mit weniger als drei Anlagen geschaffen werden. Solche Standorte sollten zur Wohnbebauung – auch bei Einzelgehöften – einen Abstand von mindestens 700 m aufweisen.

Da solche Standorte nicht zu finden sind, hat der Regionalverband alle Standorte südlich von Haisterkirch/Bad Waldsee abgelehnt. Um diese Abstandsregelung zu umgehen, sieht die Planung für den Raum Leutkirch/Aichstetten nur Standorte mit zwei Anlagen vor, womit nach BImSchG der Mindestabstand auf 450 m sinkt.

Einwände bezüglich der Belastung der unmittelbar Betroffenen wurden vom Planungsbüro nicht berücksichtigt. Das Landratsamt hat allerdings die Pflicht, solche Einwände, wie auch die Belange des Arten- Landschafts- Denkmal- und Bodenschutzes zu prüfen und kann dabei zu von der Beurteilung des Planungsbüros abweichenden Ergebnissen gelangen. Zumindest bisher wurde auch ein Wirtschaftlichkeitsnachweis verlangt, der sich nicht allein aus den Angaben des Windatlasses ergibt, sondern durch konkrete Messungen belegt sein musste. I

m Raum Messkirch (- 35 % unter der Prognose) und im Raum Schwäbisch Gmünd (- 48 %) hat sich der Windatlas als nicht zutreffend erwiesen. Den „Sodar"-Messungen eines Planungsbüros für den Windpark Simmersfeld mit 6,4 m/s Jahres-Durchschnittswindgeschwindigkeit stehen reale Messungen an den Anlagen von ca. 5 m/s entgegen, womit der Windpark Verluste einfährt und nicht erweitert wird.

Die einzig sichere Messmethode ist die Mastmessung in Höhe der Gondeln über mindestens 1 Jahr, wobei Messwerte auch nahegelegener Standorte sich als nur bedingt übertragbar gezeigt haben.

Den teilweise euphorischen Ertragsprognosen sollten der Leutkircher Gemeinderat und die Stadtverwaltung mit der gebotenen Vorsicht begegnen, zumal private Planungsbüros ein fundamentales finanzielles Interesse an der Verwirklichung von Standorten besitzen.


Für die Bürgerinitiative Landschaftsschützer Oberschwaben/Allgäu
Hans-Joachim Schodlok

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