only für women

Leutkirch - Es muss schon ein ganz besonderer Gast sein, wenn 450 Frauen jeglichen Alters und jeglicher Profession wieder beinahe wie Teenager um ein Autogramm anstehen. So geschehen beim diesjährigen Only for women in der Leutkircher Festhalle, der einzigen alljährlichen Veranstaltung der Leutkircher Bank, bei dem nur das weibliche Geschlecht Zutritt hat. Der Name des Gastes: Jimmy Kelly.

 

Bereits zum fünften Mal hatte Rosemarie Miller-Weber, Vorstand der Leutkircher Bank, die weiblichen Mitglieder der Bank zu einem speziellen Frauenabend in die Festhalle Leutkirch eingeladen. Daß die Veranstaltung rasch ausverkauft war, dafür sorgte allein schon der Name des Künstlers : James Victor „Jimmy“ Kelly, ein Mitglied jener legendären Kelly-Family, deren Scheiben ab Mitte der neunziger Jahre vor allem die weiblichen Fans verzückte.

Doch bevor Jimmy Kelly seinen Auftritt starten konnte, wandte sich Rosemarie Miller-Weber noch mit einem ernsten Thema an die Besucherinnen. Anhand des Beispieles einer 35jährigen Frau, die bis zu ihrem Renteneintrittsalter jeweils 30 € monatlich für eine Zusatzrente einzahlt , erhält bis zu 276 € monatlich zu ihrer gesetzlichen ausbezahlt. Für nur 10 € monatlich zusätzlich zur Pflegeversicherung erhält sie im Pflegefall 656 € monatlich in Pflegestufe 3. Als Anreiz mit Erinnerungspotential für dieses Angebot bekam jede Dame einen Gutschein mit auf den Nachhauseweg.

Ein weiteres Präsent lag auf jedem Platz: eine aktuelle CD des Künstlers, den Rosemarie Miller-Weber als Strassenmusiker in Leipzig gehört hatte und sofort wusste: „Den muss ich für Only for women haben!“ Ihr Mann sei skeptisch gewesen, ob dieses Vorhaben gelingen würde, aber ein Blick auf die Homepage der Bank habe Jimmy Kelly dann doch zusagen lassen, erzählte die Bankvorständin schmunzelnd, ehe sie die Bühne für den mit einer Deutschen verheirateten Künstler freigab.

Gesegnet mit einer großen Stimme, zog er die Frauen sofort in seinen Bann. Noch faszinierender als seine Lieder, die er im Stile eines Strassenmusiker, Gitarre, Mundharmonika,Mikrofon und Verstärker vortrug, aber waren die Geschichten die erdazu erzählte.

 

Etwa die bewegende Geschichte eines Mannes, der am 3. Oktober diesen Jahres bei einem Strassenkonzert in Leipzig vor ihm stand und weinte. Vor 25 Jahren, habe dieser schon einmal mit seiner Frau einem Konzert der Kelly Family gelauscht gehabt, die von Hoffnung, Liebe und Zukunft gesungen habe. Damals in der Wendezeit hatten sie alle gedacht: „Jetzt ist alles möglich!“ Nun seien sie beide wieder an der gleichen Stelle dagestanden, er selbst ohne Geschwister, der Mann, geschieden ohne Frau und ohne seine Töchter.

„Ich lebe von der Strassenmusik," sagte Jimmy Kelly. „Und ich war naiv“. Die Kelly Family habe in ihren besten Zeiten 200 Mio DM im Jahr verdient, die Geschwister hätten sich nach dem Tod des Vaters gestritten, sich auseinandergelebt.

Er habe nicht für Geld Musik gemacht, aber er musste eine Familie ernähren. Deswegen sei er wieder als Strassenmusiker unterwegs. Die Menschen, die er dabei trifft, faszinieren ihn immer wieder. Etwa die alleinerziehende Mutter, für die er extra The Boxer (Botschaft: Du bist nicht allein) in sein Programm aufnahm.

„Ihr müsst aufhören Dieter Bohlen zu gucken,“ sagte der Kelly-Sprössling, der viele Angebote abgelehnt hat, Mitglied der Jury von Bohlen oder The Voice zu werden, weil ihn der Aspekt, daß nur einer gewinnen kann nicht gefällt. „Singen ist wie ein Muskel, je mehr man es tut, umso kräftiger und schöner klingt es.“ Den Beweis dafür trat er gleich an: Mit dem Gospel „Let my people go“ lud er alle 450 Frauen zum Mitsingen ein und tatsächlich klang der Refrain nach einem zaghaftem Beginn bei der letzten Strophe schon richtig nach Gospelchor.

 

Nach mehreren Zugaben und stehenden Ovationen für den Künstler ging es zum dritten Teil des Abends: In Windeseile waren die Stühle abgetragen und Stehtische aufgetragen. Nach Kopf und Herz kam nun auch der Magen auf sein Kosten. Mit einem genussreichen kalt-warmen Büffett verwöhnte die Bank ihre weiblichen Mitglieder, die sich danach aber rasch wieder zu einem Stehtisch direkt bei der Bühne aufmachten. Dort gab es Jimmy Kelly zum Anfassen: CD´s wurden von ihm signiert, Fotos und Selfies mit dem Star gemacht oder einfach nur mit ihm geplauscht; Und das mit einer erstaunlichen Disziplin und Gelassenheit.

Man beziehungsweise Frau darf gespannt sein, wen Rosemarie Miller-Weber für das nächste Jahr als Stargast aus dem Hut zaubert, wenn es wieder heißt „Only for Women.“

 

Text und Bilder von Uli Gresser
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