Leserbrief Reichenhofen (Leserbrief) - Was sinnfremder Aktionismus selbsternannter Natur- und Artenschützer gelegentlich schon angerichtet hat, ist hinlänglich bekannt. Daß im Leutkircher Teilort Reichenhofen nach Starkregen und Gewitter aus dem bislang harmlosen Eckbach ein stein-, dreck- und schlammführendes Fließgewässer wird, das die Keller der unmittelbaren Anwohner flutete, ist das Resultat eines vor drei Jahren erfolgten massiven Eingriffs in den bis dahin natürlichen Wasserverlauf des Bächleins.

 

So wurden u.a. Rohre mit 80 cm Durchmesser durch 160 cm Rohre ersetzt, was zuerst sinnvoll schien, weil man annahm, daß dadurch das Wasser besser abfließen würde. Daß diese Rohre jedoch anschließend mehr als zur Hälfte mit Steinen und Kies zugeschüttet wurden, um Flußkrebsen ein adäquates Leben zu sichern, erfuhren die Anrainer erst später. Die durch den Starkregen angespühlten Äste und das Geröll verursachten eine Verstopfung dieser vermeintlich großen Rohre und führten dazu, dass der Eckbach an anderer Stelle über die Ufer trat und zum Teil erheblichen Flurschaden anrichtete.

Gerade das Ausbaggern eines Gewässers aber setzt Krebsen enorm zu, weil sie mit ausgebaggert werden. Auch der Wasserbau wie die Kanalisierung eines Fließgewässers oder eine Uferbefestigung (wie passiert) können heimische Flußkrebse vertreiben. Dies kann zum kompletten Aussterben der Population führen. Die Aktion war somit sowohl für die Anwohner als auch für die Tierchen komplett kontraproduktiv.

 

Im wahren Wortsinn "den Bach runter" gingen wohl einige tausend Euro, als eine kleine "Brücke" oberhalb des Baches zwei Mal fehlplanungstechnisch nicht ihre Bestimmung erfüllte und nach dem Unwetter nun ein drittes Mal erneuert werden mußte.

Einen vor dem massiven menschlichen Eingriff mehr als dreißig Jahre lang still und leise vor sich hin plätschernden Bach zur reißenden Brühe werden zu lassen: Ein sowohl fragwürdiger als auch überaus sinnloser Akt.

Nur Dank der tatkräfigen Mithilfe vieler Nachbarn bis weit in die frühen Morgenstunden konnten in der Unwetternacht gravierende monetäre Schäden abgewendet werden.
Angebracht wäre es gewesen, wenn von Seiten der Ortsvorstandschaft Hilfe bei der Beseitigung der Flurschäden angeboten worden wäre.

 

Maria Kasseckert
Reichenhofen

 

Ihr Leserbrief zu diesem Thema

 

 

 

 

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter