Kapellenwanderung

Urlau – Zur 5. Kapellenwanderung trafen sich zusammen mit MDL Paul Locherer, MDL Rudi Köberle, Bundestagsabgeordneten Waldemar Westermayer, Bürgermeister Martin Bendel, zahlreiche Wanderbegeisterte unter der Führung von CDU –Ortsvorsitzenden Alois Peter und seiner Stellvertreterin Monika Heinz zu einer Wanderung rund um Urlau.


Bei idealem Wetter traf man sich um 13.00 Uhr beim „Historischen Dorfgasthof Hirsch" in Urlau. Mit Oldtimer-Fahrzeugen wurden die Wanderer zum ersten Ziel nach Grünenbach zur Kapelle des „Heiligen Vitus" gefahren. Ortsvorsitzender Alois Peter begrüßte die Wandergäste ganz herzlich und gab das Wort weiter an Kapellenpfleger Winfried Rauh. Er hatte wissenswertes und interessantes über die Kapelle zu berichten. Die Kapelle steht auf einer Anhöhe, auch Schlossberg genannt, umrandet von grünen Wiesen. Vor dem Eingang werden die Besucher von einem majestätisch in den Himmel ragenden Lindenbaum – gepflanzt im Jahr 1760 – begrüßt.

Erstmals erwähnt wird die Kapelle bereits im Jahr 1353 und ist dem Hl. St. Vitus geweiht. Der Heiligenlegende nach wurde St. Veit, da er sich weigerte den Göttern zu opfern, unter dem römischen Kaiser Diokletian in einem Kessel mit siedendem Öl gemartert. Als Märtyrer im Kessel sitzend ist er im Aufsatz des Altars zu sehen. Der mittelalterliche Striegel-Flügelaltar ist ausgestattet mit einem wunderschönen Bild der 14 Nothelfer, in ihrer Mitte die „heiligen drei Mädle", Katharina, Margarete und Barbara. Der erneuerte Flügelaltar zeigt viele Stilrichtungen. Die Figuren im Aufsatz sind Rokoko, im Zentrum steht ein neugotischer „Heiliger Wandel" mit Josef und Maria, die das Jesuskind führen. Die Flügel zeigen spätgotische Reliefs. An der Emporenbrüstung befindet sich eine volkstümlich gemalte Bildreihe aus dem Leben des hl. Vitus. Nicht mehr vorhanden sind wertvolle Glasfenster mit Hinterglasmalerei, welche 1945 bei einer Sprengung in der naheliegenden Muna leider zu Bruch gingen. Ebenfalls nicht mehr vorhanden sind 3 Glocken aus dem Jahr 1760.

Nach dem gemeinsam gesungenen Lied „Ihr Freunde Gottes allzugleich" ging es weiter auf dem ehemaligen Fußweg von Grünenbach nach Haselburg, entlang der Eschach, vorbei an Haselburg zur höchsten Erhebung von Urlau, hinauf zum Gipfelkreuz auf „Netzers (Eberles) Berg". Hier wurden die Wanderer mit ihren Gästen von den vier Haselburgern Alphornbläsern musikalisch begrüßt. Ortsheimatpfleger Adolf Menig erklärte dass wir uns hier auf einer Höhe von 732,6 m am Gipfelkreuz befinden und zeigte uns die herrliche Aussicht in unsere reizvolle Allgäulandschaft mit Blick in die ganze Alpenkette. Beeindruckt von den schönen Bildern und der musikalischen

Einlage der Alphornbläser ging es zu Fuß weiter, vorbei am Bergerhof der Familie Netzer, zum Bildstöckchen an der Eschach mit Muttergottesstatue, erbaut im Jahr 1954. Nach dem gemeinsam gesungenen Marienlied „Segne du Maria" wanderten wir weiter zur Pfarrkirche St. Martinus in Urlau, eine der ältesten Kirchen in der Gegend. In einer zweiten St. Gallener Urkunde von 879 ist schon die Kirche als „Basilicae constructe" erwähnt. Zur Pfarrei gehörten damals die Orte Rimpach, Winterstetten, Emerlanden, Häfeliswald, Walkenberg, Maggmannshofen, Buch und Gaggen.

Der gotische Grundriss bezeugt, dass diese sicherlich nicht die erste Kirche sein kann, die an diesem altehrwürdigen romanischen Turm steht. Der Hochaltar aus dem Jahre 1732 ist ein Meisterwerk des Barock. Der sogenannte Bühnenaltar zeigt die plastische Darstellung der „doppelten Todesangst Christi" über dem Tabernakel. Im Hintergrund sieht man Christus am Ölberg und rechts davor die Kreuzigungsgruppe dargestellt. Die Barockisierung des Langhauses begann 1667 und es wurde das noch vorhandene Tuffsteingewölbe abgeschlagen und durch ein Tonnengewölbe ersetzt. Als dann 1732 das gotische Gewölbe entfernt wurde hatte die Barockisierung 1743 durch Johann Schütz ihre Vollendung erreicht. Die Sakristei war damals noch im Turm untergebracht. Um die Glocken läuten zu lassen musste der Mesner wohl über eine Treppe steigen, wo ein Durchgang durch die 3 m dicke Mauer in den Turm führte. Es folgten in den Jahren 1890-92, 1981 – 83 und 2010-14 aufwendige Renovationen. 1994 wurde mussten alle 3 Glocken zur Reparatur vom Turm genommen werden. Hier wurde die Gelegenheit trotz finanziellem Risiko genutzt, abermals 2 neue Glocken gießen zu lassen. So ertönte 1995 zu Ostern das lang ersehnte harmonische Geläute in f-as-b-c-es.

Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein im „Historischen Gasthof Hirsch" bei Kaffee und Kuchen bedankte sich CDU Ortsvorsitzender und Ortsvorsteher Alois Peter und Landtagsabgeordneter Rudi Köberle bei allen Beteiligten für die Wanderführung und die Informationen von der Geschichte.

Bericht und Bild Peter Alois

 

 

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