Aichstetten - Bericht über die öffentliche Sitzung am 28. Januar 2015

 

Erschließung Gewerbegebiet „Lauerbühl“
- Erschließungsplanung
- Freigabe der Ausschreibung

Herr Kohlöffel, Büro Fassnacht Ingenieure GmbH, stellt dem Gremium die vom Büro Fassnacht Ingenieure GmbH auf dem Bebauungsplanentwurf basierende Erschließungsplanung für das Gewerbegebiet „Lauerbühl“ vor.

Kanal

Vorgesehen ist ein zwischen DN 800 und DN 300 dimensionierter Mischwasserkanal, der in einer Tiefe von ca. 6 m an den bestehenden Kanal im Bereich des Gewerbegebiets „Aichstetten“ angeschlossen wird. Am Leitungsende (nördlich der Firma Schreck) liegt die Leitung ca. 2 m tief, so dass alle Gewerbegrundstücke mittels Freispiegelleitung an den Kanal angeschlossen werden können.

Geplant ist ein modifiziertes Oberflächenwasser-Ableitungssystem: die Straßen- und Hofflächen werden in den Mischwasserkanal eingeleitet, die Dachflächen in Sickermulden innerhalb der Baugrundstücke.

Gewässerverlegung

 

Das bestehende und zum Teil verdolte Gewässer II. Ordnung, das bisher quer durch das Gewerbegebiet verläuft, soll im Zuge der Erschließung teilweise verlegt und offengelegt sowie in einen 10 m breiten Grünstreifen eingebettet werden.

Zum Schutz der südwestlich gelegenen Baugrundstücke vor eindringendem Hangwasser soll ein kleiner Schutzdamm aufgeschüttet werden. Anfallendes Hangwasser soll entlang des geplanten Schutzdamms geführt und im Bereich des Grünstreifens in das Gewässer II. Ordnung eingeleitet werden.

Wasserleitung

Zwischen der bestehenden Hauptleitung DN 200 und dem Gewerbegebiet „Aichstetten“ soll im Bereich der geplanten Erschließungsstraße eine Wasserleitung DN 150 durch das Gewerbegebiet „Lauerbühl“ verlegt werden. Durch diesen „Ringschluss“ kann ein ständiger Durchfluss gewährleistet bzw. stehendes Wasser vermieden werden.

Löschwasserversorgung

Um die Löschwasserversorgung (Vorgabe: Entnahme von 53 l/sec bzw. 190 m³/h in einer Entfernung von maximal 300 m) sicherstellen zu können, muss zusätzlich zu dem bereits an der Einfahrt zum Gewerbegebiet „Aichstetten“ vorhandenen Überflurhydrant ein weiterer Überflurhydrant im Bereich des Grünstreifens errichtet werden.

Vorbereitung Breitbandversorgung

Zur späteren Versorgung des Gewerbegebiets mit Breitband usw. soll ein Kabelleerrohr DN 100 mit kleinen Anschlussschächten im Bereich der geplanten Erschließungsstraße verlegt werden.

Straßenbeleuchtung

In der Erschließungsplanung fehlen bisher noch die Standorte für die Straßenbeleuchtungsmasten. Es wird davon ausgegangen, dass in dem Gewerbegebiet „Lauerbühl“ LED-Leuchten zum Einsatz kommen und die Masthöhe voraussichtlich 10 m betragen wird. Die Standorte und die genaue Anzahl der Straßenbeleuchtungsmasten sollen zu gegebener Zeit auf der Grundlage einer noch durchzuführenden lichttechnischen Berechnung in Abstimmung mit dem Arbeitskreis „Straßenbeleuchtung“ festgelegt werden.

Straße und Gehweg

Die Erschließungsstraße durch das Gewerbegebiet hat eine Länge von ca. 420 m. Geplant ist, die Straße mit einer Breite von 6,25 m zuzüglich 1,75 m Gehweg zu bauen. Die Gesamtbreite von 8,00 m entspricht in etwa der Gesamtstraßenbreite im Gewerbegebiet „Aichstetten“.

Die bestehende Straße „Lauerbühl“ soll ab der geplanten Erschließungsstraße Richtung Schützenhaus mit einer Breite von 4,50 m bzw. zwischen der geplanten Erschließungsstraße und der Einmündung in die Kreisstraße K 7913 (Ottmannshofer Weg) mit einer Breite von 6,25 m ausgebaut werden. Ein Gehweg ist in diesem Bereich nicht geplant.

Der geplante 1,75 m breite Gehweg beginnt beim öffentlichen Weg (Flurstück 408) südlich der Firma GISOTON, verläuft ohne Randeinfassung entlang der Kreisstraße K 7913 bis zur Einmündung der Erschließungsstraße und wird dann entlang der Erschließungsstraße mit Randeinfassung (Granit-Leistensteine, Anschlagshöhe 3 cm) weitergeführt bis zur Firma Schreck.

Voraussichtliche Baukosten

Herr Kohlöffel beziffert die voraussichtlichen Baukosten auf netto rund 930.000 € bzw. brutto inklusive Baunebenkosten auf rund 1.255.000 €.

Beschlussfassung

Der Gemeinderat fasst folgende einstimmigen Beschlüsse:
1. Der Gemeinderat billigt die vom Büro Fassnacht Ingenieure GmbH ausgearbeitete Erschließungsplanung für das Gewerbegebiet „Lauerbühl“.
2. Der Gemeinderat beschließt die Freigabe der Ausschreibung der Erschließungsleistungen auf der Grundlage der vorliegenden Erschließungsplanung.

Wasserversorgung Gotteswald
- Information über die Ergebnisse der hydrogeologischen Untersuchungen

Zur Klärung der bakteriologischen Empfindlichkeit der Quelle Gotteswald wurden in den Jahren 2009, 2010 und 2011 die grundsätzlichen hydrogeologischen Verhältnisse im Bereich der Quelle Gotteswald erfasst. Die damaligen Auswertungen führten zu dem Ergebnis, dass im Nahbereich der Quellfassung zeitweise ein Eintrag von Oberflächenwasser nach ergiebigen Niederschlägen sowie bei Schneeschmelze zu erwarten ist. Vermutet wurde, dass diese bakteriologische Gefährdung durch technische Maßnahmen (Dichtungselement, Drainage, oder ähnliches) saniert werden kann. Im Übrigen zeigten die vorgenommenen Messungen und Untersuchungen, dass die weitere Grundwasserverbreitung Richtung Südwesten (Dilpersried) gewisse Unschärfen aufwies.

Anlässlich einer Besprechung im November 2011 wurde daher festgelegt, die Verhältnisse
a. im Nahbereich der Quelle und
b. im Bereich Dilpersried
genauer zu untersuchen.

Die Gemeinde Aichstetten beauftragte in Abstimmung mit dem geologischen Landesamt, dem Landratsamt Ravensburg und dem Wasserwirtschaftsamt Kempten das Büro Dr. Ebel & Co. Ingenieurgesellschaft für Geotechnik und Wasserwirtschaft mbH mit der Durchführung der erforderlichen Detailuntersuchungen. Ziel der Untersuchungen war es,
a. im Nahbereich der Quelle Gotteswald aussagekräftige Aussagen bezüglich möglicher Sanierungsmaßnahmen zu liefern und
b. im Bereich Dilpersried die Abgrenzung der Wasserschutzzone II abzusichern.

Das mit den beteiligten Behörden abgestimmte umfangreiche Monitoring- und Untersuchungsprogramm mündete schließlich in das am 31. Dezember 2014 von Herrn Dostler, Dr. Ebel & Co. Ingenieurgesellschaft für Geotechnik und Wasserwirtschaft mbH fertiggestellte „Hydrogeologische Gutachten“ mit folgenden Ergebnissen:

Die bisherigen Annahmen konnten durch die durchgeführte Detailuntersuchung bestätigt und weiter abgesichert werden. Die geologischen und hydrogeologischen Ergebnisse lassen folgende Beurteilung zu:

a. Nahbereich Quellfassung:

Im Nahbereich der Quellfassung ist in seltenen Fällen und kurzfristig ein Eintrag von Oberflächenwasser möglich. Dies ist dann der Fall, wenn der Zustrom von oberflächennahem Wasser aus dem Mantelbachtal im Verhältnis zum Grundwasserabstrom an der Quelle aus der Gotteswaldrinne so groß ist, dass sich die Fließrichtung lokal von West-Ost zu Südwest-Nordost ändert. Folgende Faktoren begünstigen diesen Fall:
• hoher Mantelbachabfluss (ergiebige Niederschläge, Schneeschmelze)
• niedriger Grundwasserabfluss aus der Gotteswaldrinne (Niedrigwasserstand)
• Verfüllung des ehemaligen Fischteichs (Stauwirkung, lokal schwebendes Schichtwasser)

Offensichtliche Gefährdungen des Quellwassers durch Oberflächenwasserversickerung in dem 500 m südlich gelegenen Grabeneinschnitt im Gotteswald sind anhand des Monitorings nicht zu erkennen. Die Sanierung der Quellfassung kann auf den Nahbereich beschränkt werden.

Als wirksame Sanierungsmaßnahme ist ein Abfangsystem oberstromig, außerhalb der Fischteichverfüllung einzuschätzen. Dadurch können oberflächennahe Wasserzutritte aus dem Mantelbachtal und aus der Fischteichverfüllung abgefangen werden, ohne die Ergiebigkeit der Quelle über Gebühr zu vermindern (Wasserspiegelabsenkung < 5 cm). Die bestehende Probedrainage verringert die bakteriologische Anfälligkeit, bietet jedoch keinen umfassenden Schutz. Zum einen reicht der Sickerstrang nicht bis zum ansteigenden Molassesockel und erfasst daher den möglichen Zustrom aus dem Tal unvollkommen. Zum anderen ist der Sickerstrang nicht tief genug, so dass die wirksame Entwässerungsfunktion erst ab einem Grundwasserstand von etwa 657 m ü.NN einsetzt. Niedrige Grundwasserstandsverhältnisse wie beim Lastfall im Juli 2014 (656,5 m ü.NN) werden nicht umfassend reguliert.

Es wird daher empfohlen, die Quelle Gotteswald im Nahbereich durch ein neu anzulegendes Drainagesystem - ähnlich der Probeleitung, jedoch rund 20 m länger in Richtung Südwesten sowie 0,60 m tiefer - zu sanieren.

b. Bereich Dilpersried:

Der Verlauf der Gotteswald-Rinne setzt sich nach Südwesten gleichsinnig in der Art fort, dass die Grundwasserverbreitung weiter im Nordwesten liegt als beim Basisgutachten zur Abgrenzung des Wasserschutzgebiets angenommen. Das Mantelbachtal, die Ortschaft Dilpersried und die Südostränder der nördlich angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzflächen sind grundwasserfrei.

Es wird empfohlen, die Schutzgebietsabgrenzung unter diesem Gesichtspunkt noch einmal zu überprüfen. Eine Verkleinerung der Schutzzone II in diesem Bereich – angelehnt an die Grenze der Aquiferverbreitung – erscheint sinnvoll.

Die Gemeinderäte nehmen den Inhalt und die Ergebnisse des vorliegenden „Hydrogeologischen Gutachtens zur Detailerkundung des Quellwasservorkommens Gotteswald“ des Büro Dr. Ebel & Co. Ingenieurgesellschaft für Geotechnik und Wasserwirtschaft mbH vom 31. Dezember 2014 zustimmend zur Kenntnis.

Gemeindewald
- Wirtschaftsplan 2015

Gemäß dem vorliegenden Entwurf des Kreisforstamts Ravensburg, Außenstelle Leutkirch, ist im Jahr 2015 ein Holzeinschlag von insgesamt 300 fm geplant. Wenn die Umsetzung des Wirtschaftsplanes 2015 wie erhofft verläuft, kann die Gemeinde mit einem Betriebsergebnis in Höhe von 14.624 € rechnen.

Der Gemeinderat stimmt dem vom Kreisforstamt Ravensburg, Außenstelle Leutkirch, erstellten Wirtschaftsplan für das Haushaltsjahr 2015 einstimmig zu.

Annahme von Spenden, Schenkungen und ähnlichen Zuwendungen

Gemäß bestehenden gesetzlichen Vorgaben darf die Gemeinde Spenden, Schenkungen und ähnliche Zuwendungen annehmen oder an Dritte, die sich an der Erfüllung kommunaler Aufgaben beteiligen, vermitteln. Die Einwerbung und Entgegennahme obliegt ausschließlich dem Bürgermeister. Über die Annahme oder Vermittlung entscheidet der Gemeinderat.

Die Gemeinde erstellt jährlich einen Bericht, in welchem die Geber, die Zuwendungen und die Zuwendungszwecke anzugeben sind, und übersendet ihn der Rechtsaufsichtsbehörde.

Im Jahr 2014 wurden gemäß vorliegenden „Spendenlisten“ von Herrn Bürgermeister Dietmar Lohmiller acht Spenden usw. im Wert von insgesamt 910,00 € für Zwecke der Freiwilligen Feuerwehr Aichstetten angenommen.

Der Gemeinderat stimmt der Annahme der in den Spendenlisten 2014 aufgeführten acht Einzelspenden im Wert von 910,00 € für Zwecke der Freiwilligen Feuerwehr Aichstetten einstimmig zu.

Baugesuche

Der Gemeinderat hat folgenden Baugesuchen zugestimmt und das gemeindliche Einvernehmen erteilt:
• Umgestaltung Betriebsgelände – Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage; Aichstetten, Altmannshofen, Flurstück 143/6, Dorfstraße 35 und 37
• Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage; Aichstetten, Flurstück 287/7, Lautracher Straße 6
• Neubau Lagerhalle und Außenregal; Aichstetten, Altmannshofen, Flurstücke 55/7 und 55/11, Im Wiesengrund 2 und 6


Flurstück 118, Hauptstraße 70
- Errichtung einer Wohncontaineranlage zur Unterbringung von Asylbewerbern

Bürgermeister Lohmiller berichtet, dass in den letzten Tagen im Flurstück 118, Hauptstraße 70, die Fundamente zur Errichtung der Wohncontaineranlage zur Unterbringung von Asylbewerbern errichtet wurden. Eine Baugenehmigung bzw. eine Baufreigabe für das im Dezember 2014 eingereichte Baugesuch liegt bisher nicht vor.

Das Vorgehen des Landkreises Ravensburg sorgte innerhalb des Gemeinderats und in Teilen der Einwohnerschaft für „Verwunderung“ – zumal ein Vertreter des Landratsamts Ravensburg bei der öffentlichen Informationsveranstaltung im November 2014 im Haus der Vereine auf entsprechende Nachfrage ausdrücklich erklärt hat, dass für die Errichtung derartigen Wohncontaineranlagen das Baugenehmigungsverfahren, das geltende Baurecht und die geltenden Fristen in gleicher Weise eingehalten werden müssen wie bei jedem anderen Bauvorhaben.

Bei Recherchen durch die Verwaltung stellte sich nun heraus, dass aufgrund eines Erlasses des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur im Land Baden-Württemberg aktuell beispielsweise die vorübergehende Aufstellung von Wohncontaineranlagen zur Schaffung von Not- und Behelfsunterkünften verfahrensfrei zulässig ist. Erst, wenn Wohncontaineranlage länger als sechs Monate als Unterkunft benutzt werden soll bzw. wird, ist eine entsprechende Baugenehmigung erforderlich.

Bundesautobahn A 96
- Lärmschutz

Entlang der Bundesautobahn A 96 gibt es Initiativen mit dem Ziel einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Autobahn zwischen Lindau und Memmingen auf 120 km/h. Um auf der Grundlage der bestehenden Gesetze und Vorschriften einen Modellversuch mit Tempo 120 km/h auf diesem Autobahnabschnitt genehmigt zu bekommen, müsste entweder durch die Geschwindigkeitsbeschränkung eine Lärmreduzierung um 3 dBA erreicht werden oder der Autobahnabschnitt müsste einen Unfallschwerpunkt bilden. Gemäß einer vorliegenden Grobberechnung würde sich der Lärm bei einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 120 km/h lediglich um ca. 1 dBA reduzieren. Die Bundesautobahn A 96 bildet auch keinen Unfallschwerpunkt.

Unterm Strich muss deshalb - obwohl das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg aktuell beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur einen Antrag auf Zulassung eines Modellversuchs gestellt hat – davon ausgegangen werden, dass die Initiative, an der sich alle Gemeinden entlang der Bundesautobahn A 96 zwischen Lindau und Memmingen beteiligt haben, „ins Leere laufen“ wird.

Vor wenigen Tagen wurden nun alle Gemeinden entlang der Bundesautobahn zwischen Lindau und Memmingen angeschrieben und dazu aufgefordert, entsprechende Gemeinderatsbeschlüsse „pro 120 km/h auf der Bundesautobahn A 96“ zu fassen.

Bürgermeister Lohmiller hält nichts von einem derartigen Gemeinderatsbeschluss, durch den sich seiner Meinung nach nichts ändert an der oben beschriebenen Lage. Deshalb hat er das Thema auch nicht „offiziell“ auf die Tagesordnung gesetzt.

Parallel zu den oben beschriebenen Bemühungen gibt es im Landkreis Ravensburg eine weitere Initiative mit dem Ziel, über das Instrument „Lärmaktionsplan“ eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Bundesautobahn A 96 zu erreichen. Federführend ist hier für alle Gemeinden die Gemeinde Amtzell. Bürgermeister Lohmiller ist davon überzeugt, dass auch diese Initiative „ins Leere läuft“.

Regionale Schulentwicklung
- Unterschreitung der Mindestschülerzahl an der Kooperations-Werkrealschule Aitrach – Aichstetten im Schuljahr 2014 / 2015

Bürgermeister Lohmiller berichtet, dass vor wenigen Tagen ein Schreiben des Staatlichen Schulamts Markdorf eingegangen ist, in dem festgestellt wird, dass in die Klassenstufe 5 der bestehenden Kooperations-Werkrealschule Aitrach – Aichstetten zum laufenden Schuljahr 2014 / 2015 lediglich 13 Schülerinnen und Schüler aufgenommen wurden. Damit wurde die mit der am 1. August 2014 in Kraft getretenen Schulgesetznovelle festgesetzte Mindestschülerzahl für auf Grundschulen aufbauende Schulen von 16 Schülerinnen und Schülern unterschritten.

Aufgrund bestehender gesetzlicher Vorgaben fordert das Staatliche Schulamt Markdorf in dem Schreiben die Schulträger auf, eine regionale Schulentwicklung durchzuführen mit dem Ziel, dass von den Schulträgern eine schulorganisatorische Maßnahme nach § 30 Schulgesetz beantragt wird. Eine solche Maßnahme könnte z.Bsp. die Aufhebung einer Schule oder ein Antrag in Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen sein.

Gleichzeitig wird in dem Schreiben darauf hingewiesen, dass – sofern in zwei unmittelbar aufeinander folgenden Schuljahren ab dem Schuljahr 2014 / 2015 die Mindestschülerzahl von 16 in der Eingangsklasse nicht erreicht und kein Antrag auf eine schulorganisatorische Maßnahme nach § 30 Schulgesetz gestellt wird, die Schule gemäß § 30b Absatz 2 Satz 2 Schulgesetz zum Schuljahr 2016 / 2017 aufzuheben ist. In diesem Fall darf dann im Schuljahr 2016 / 2017 keine Eingangsklasse (Klassenstufe 5) mehr gebildet werden. Eine Aufhebung erfolgt gemäß § 30b Absatz 2 Satz 4 Schulgesetz nur dann ausnahmsweise nicht, wenn ein entsprechender Bildungsabschluss nicht in zumutbarer Erreichbarkeit von einer anderen öffentlichen Schule angeboten wird.

Bürgermeister Lohmiller berichtet, dass es – zur Stärkung des Schulstandorts Aitrach-Aichstetten – derzeit Überlegungen gibt, alle Klassen der Werkrealschule (Klassenstufen 5 bis 9) nur noch an einem Standort zu unterrichten. In Vorgesprächen mit der Gemeinde Aitrach und der Schulleitung der GWRS Aitrach zu diesem Thema wurde schnell klar, dass sich der Standort Aichstetten auf jeden Fall besser eignet zur Zusammenführung aller Klassen der Werkrealschulen Aitrach und Aichstetten als der Standort Aitrach (z.Bsp. bessere bauliche Voraussetzungen am Standort Aichstetten). Auch der Gemeinderat Aitrach und die verschiedenen schulinternen Gremien der beiden Schulen haben sich in den letzten Wochen mit dem Thema bereits entsprechend befasst.
Er kündigt an, dass voraussichtlich am Montag, 2. März 2015, in Aitrach eine gemeinsame öffentliche Sitzung der beiden Gemeinderäte mit dem Thema „Zukunft unserer weiterführenden Schulen“ stattfinden wird.

Bürgermeister Lohmiller weist abschließend darauf hin, dass es trotz aller Bemühungen der beiden Schulen, der Gemeinderäte und der Verwaltungen offen ist, ob die Gemeinden bzw. die Schulen das „Rennen“ um die Mindestschülerzahl 16 für die Klassenstufe 5 im kommenden Schuljahr 2015 / 2016 gewinnen. „Letztendlich entscheiden die Eltern, in welcher weiterführenden Schule sie ihr Kind anmelden. Wir werden aber weiterhin alles dafür tun, um unsere weiterführende Schule in der Gemeinde zu erhalten.“

Aus der Mitte des Gemeinderats wird berichtet, dass die bisherige Werkrealschule am Adenauerplatz in Leutkirch beim Land einen Antrag auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule gestellt hat. Über den Antrag wird im Laufe des Februar 2015 entschieden. Wenn der Antrag bewilligt wird, gibt es in Leutkirch künftig lediglich noch die Werkrealschule in Wuchzenhofen. Es wird die Hoffnung geäußert, dass sich in diesem Fall für den Schulstandort Aichstetten die Chance eröffnen könnte, Schülerinnen und Schüler aus Niederhofen, Unterzeil, usw. für die Werkrealschule in Aichstetten zu gewinnen und damit die geforderte Mindestzahl von 16 Schülerinnen und Schülern zu erreichen.

Arztpraxis

Im Zuge der „Wiederbelebung“ des ehemaligen „Landmarkt“-Areals soll im Erdgeschoss unter anderem eine Arztpraxis angesiedelt werden.

Bürgermeister Lohmiller weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Status Quo mit derzeit zwei halben Allgemeinarztpraxen in Aichstetten auf „wackeligen Beinen“ steht. Dies liegt daran, dass die Kassenärztliche Vereinigung, die in Baden-Württemberg für die Zulassung von Arztpraxen verantwortlich zeichnet, neben dem örtlichen auch den regionalen Bedarf ermittelt und darauf aufbauend – entsprechenden Bedarf vorausgesetzt – Zulassungen für Arztpraxen erteilt.

Laut Berechnung der Kassenärztlichen Vereinigung liegt der örtliche Bedarf in der Gemeinde Aichstetten zwischen 1,0 und 1,5 Allgemeinarztpraxen. Allerdings besteht bei regionaler Betrachtung derzeit eine Überversorgung, die – sobald eine Praxiszulassung zurückgegeben wird – innerhalb des Bezirks entsprechend auszugleichen ist.

Sollte also eine der beiden halben Arztpraxen in Aichstetten aufgegeben werden bevor die bestehende Überversorgung ausgeglichen ist, kann es leicht passieren, dass der zweiten Arztpraxis eine eventuell gewünschte und aufgrund des örtlichen Bedarfs gebotene Aufstockung auf eine Vollzeitpraxis durch die Kassenärztliche Vereinigung versagt wird.

Ziel der Gemeinde muss es sein, die allgemeinärztliche Versorgung der Einwohnerschaft abzusichern und nach Möglichkeiten Perspektiven zu eröffnen, die es möglich machen, eine der bisher als halbe geführten Praxen baldmöglichst auf eine Vollzeitpraxis aufzustocken. Dies setzt zum Einen voraus, dass eine Allgemeinärztin oder ein Allgemeinarzt bereit ist, eine Vollzeitpraxis in Aichstetten zu betreiben und zum Anderen genügend Personal sowie geeignete Räumlichkeiten zum Betrieb einer Vollzeitpraxis vorhanden sind.

Bei der Bereitstellung und Ausstattung adäquater Räumlichkeiten sieht das Land Baden-Württemberg – beispielsweise im Gegensatz zum benachbarten Freistaat Bayern, in dem das Land bei bestehender allgemeinärztlicher Unterversorgung im Ländlichen Raum einem ansiedlungswilligen Arzt einen verlorenen Zuschuss in Höhe von bis zur 60.000 € gewährt – die Gemeinden am Zug.

Bürgermeister Lohmiller geht deshalb davon aus, dass sich der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzungen mit dem Thema Einrichtung und Ausstattung einer Vollzeitpraxis für einen Allgemeinarzt im ehemaligen Landmarkt-Gebäude zu befassen und über eine mögliche finanzielle Förderung des Vorhabens zu entscheiden hat.
 

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