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Kißlegg - Vier Stengeles, verstärkt mit mehreren Musikern und einem Kinderchor, gestalteten unter der Überschrift „Reiter übern See“ einen in der Region bislang unbekannten Heimatabend der modernen Art. Kulturelle Vielfalt, im Einklang mit wortgewaltiger Theaterkunst und modern arrangierten Liedern hatten über 400 Besucher bei der Seebühne gefangen genommen und begeistert.

 

 

Bernhard „Bene“ Stengele spielte als ausgebildeter Schauspieler und Regisseur seine Karten vollmundig im Dialekt aus. Ungeniert spannte er den Boden von seiner Kißlegger Kindheit, in der ihn besonders Großmutter Josephine geprägt hatte, über die Zeit als in Kißlegg die CDU noch 92% der Stimmen erreichen konnte, bis zu Franz Fabri, der die Kißlegger SPD anführte. Vater Emil legte den Grundstein zur Musik und speziell zum Jazz. Bassist Haebbe Stengele gab respektvoll dem Sohn den Namen des Großvaters. Mit Bruder Stefan ist die Kißlegger Stengele-Connection komplett.

Die verbindende und kulturelle Grenzenlosigkeit der Musik zeigte sich mit dem gebürtigen, welterfahrenen und aktuell in Konstanz lebenden Libanesen Paul Amrod an den Keyboards, mit der in Bulgarien geborenen und in Würzburg lebenden Cellistin Milena Ivanova, dem vor Lebensfreude sprühenden Téné Ouelgo, der in Uganda geboren wurde und in Basel lebt und dem Leutkircher, in der Region bestens bekannten Schlagzeuger, Matthias Jakob. Emotional „geheimatet“ hat es dann mit den Kinderchören Chorrablis und Voice Drops aus Kißlegg, die sich zusammen mit der Jugendmusikschule Württemberg/Allgäu und Corinne Choi-Schutz in die Herzen der Zuhörer gesungen hatten.

 

 

Der Titel der Veranstaltung „Reiter übern See“ fügte sich aus und in die musikalische Grundlage der Doors „Riders on the Storm!“. Das Programm konnte fesselnder, vielfältiger und unterhaltsamer nicht sein. Das vierstimmige „Wie schallts von der Höh“, der Poet Uli Scheitenberger und der Komponist Bernhard Klein wie das imposant vorgetragene Gedicht „Die schwäbische Kunde“ legten den Grundstein zum angekündigten „heimatten“. Bei Oma Josephines Lieblingslied „Ich weiß nicht was soll das bedeuten“, übten sich die Zuhörer in den ersten Mitsing-Künsten. Udo Lindenberg´s „Wozu sind Kriege da?“, vom Kinderchor mit viel Überzeugung vorgetragen, regte die Zuhörerschaft zum Nachdenken an.

 

Welche Bedeutung Märchen in Deutschland hatten und in anderen Kulturen noch haben wurde höchst emotional und unterhaltsam von Téné Ouelgo vorgetragen. In das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten wurden zu den Kindern mit steigender Begeisterung auch die Erwachsenen eingebunden. Bene Stengele übersetzte das Schauspiel in französischer Sprache mit viel Finesse und Witz in das Schwäbische. Solistisch fesselten Paul Amrod am E-Piano und Milena Ivanova am Cello. Paul ist nicht nur Arrangeur und musikalischer Direktor, sein Dirigat im Rücken der anderen Musiker wird von diesen zwar nicht gesehen, aber mit jeder Haarspitze gefühlt.

Die Rhythmik von Stefan Stengele, von Matthias Jakob und auch von Téné Ouelgo, übertrug sich nicht nur auf die Kinder, die sich mit einer Choreografie von Téné bewegten, das Publikum war begeistert dabei. Der Jahrhundertsommer 2003 und die folgenden heißen Sommer waren Benes Einstieg zum allseits bekannten „Summertime!“ das von Corinne Choi-Schutz bestens interpretiert wurde. Den Höhepunkt des Abends gestalteten die versammelten Musiker mit Emil Stengele an der Gitarre und beim Gesang. „Halleluja“ und „Knockin on Heavens Door“ wurden von Emil faszinierend vorgetragen und gelebt.

 

 

Die Kombination aus Poesie, Literatur und Musik zeigt sich als Volltreffer zeitgenössischer und „heimatlicher“ Unterhaltung. Der Ertrag aus zwei Veranstaltungen geht an Organisationen, die Fluchtursachen in Afrika bekämpfen, dazu zählen der Kißlegger Verein Freundeskreis Liweitari und auch die Uganda-AG des Rupert-Ness-Gymnasiums.

 

Am Donnerstag, den 25. Juli findet um 20 Uhr eine weitere Aufführung im Rupert-Ness-Gymnasium statt.

 

Text und Bilder von Wolfgang Weiß  

 

 

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