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Konstanz/Landkreis Ravensburg - Aus erster Hand ließen sich die Mitglieder des Verwaltungsausschusses des Kreistages über die aktuelle Situation nach der Polizeireform informieren. Polizeipräsident Ekkehard Falk, Konstanz -er wohnt in Fleischwangen- zog das Fazit, dass nach fünfzehn Monaten in vielen Bereichen Gutes erreicht werden konnte. Anfängliches Holpern in Personalfragen sei unumgänglich gewesen, aber es sei niemand gezwungen worden, von Ravensburg nach Konstanz zu gehen. Dabei mussten in einigen Fällen die Aufgaben neu definiert werden. Bild:  Polizeipräsident Ekkehard Falk informierte den Verwaltungsausschuss des Kreistages über die Neuerungen seit der Polizeireform. Von links: Landrat Kurt Widmaier, Erste Landesbeamtin Eva-Maria Meschenmoser, Kreiskämmerer Franz Baur, Ekkehard Falk.

 

In einem „Interessen-Bekundungs-Verfahren" seien keine Widersprüche oder gar Klagen aufgetaucht. Tatsächlich sei nur in einem Falle ein Polizist gegen seinen Willen versetzt worden. Natürlich erfordere so eine umfangreiche Reform auch Mal ein Gewöhnen an neue Abläufe und Prozesse und teilweise auch ein Umdenken der Kollegen. Dieses brauche Zeit. War es bisher möglich, etwas „im Zimmer nebenan" zu erledigen, geht heute so etwas halt per Mail über Konstanz.

Während bisher in den Landkreisen Sigmaringen, Ravensburg, Friedrichshafen und Konstanz die Personalstärke bei 917 gelegen habe, seien jetzt beim Polizeipräsidium Konstanz 955 Beamte und Angestellte im Dienst. Sehr positiv stellte der Polizeipräsident die neue zentrale Schaltung des Notrufs dar. Im Führungs- und Lagezentrum Konstanz werden täglich über Digitalfunk an sechs Notruf-Abfrageplätzen im Schnitt 500 Einsätze koordiniert. Dank modernster Karten- und Gebäudeplänen können die Einsatzfahrzeuge schnellstens und auf den Meter genau geleitet werden.

Neu angesiedelt wurden an den Standorten Ravensburg und Singen kreisübergreifend die Gewerbeüberwachung und der Umweltschutz. Die Polizeihundestaffel ist jetzt in Ravensburg, Singen und Pfullendorf präsent, hier wurde der Standort Markdorf aufgegeben. Ekkehard Falk sprach auch das demographische Problem bei den Mitarbeitern an, viele der Kollegen seien über 50 Jahre alt. Dieses bringe zum Beispiel große Probleme bei der Aufrechterhaltung des Schichtdienstes. Zudem komme ein erheblicher Bedarf an Wissenstransfer auf die Polizei zu. Im Schlusswort von Präsident Falk kam klar zum Ausdruck, dass sich nach seiner Auffassung an dieser nun vollzogenen Reform nicht so schnell etwas ändern werde. Sonst müssten zur Errichtung neuer Zentralstellen ja die 38 für die Basis geschaffenen Stellen wieder eingesammelt werden.

Landrat Kurt Widmaier sprach in der Diskussion von einem politischen Schlag. Die Gewerbeverwaltung beim Landratsamt monierte die aktuelle Personalsituation. Seit der Polizeireform sei es viel schwieriger, Termine zu bekommen. Während Kreisrat Siegfried Scharpf von unzufriedenen Polizisten im Allgäu sprach, monierte sein Kollege Rolf Engler die mangelnde Präsenz auf der Straße. „Es wurden mehr Fußstreifen in der Stadt versprochen, davon sehe ich aber auf dem Marienplatz in Ravensburg nichts". Die Frage nach dem Baubeginn des neuen Polizeigebäudes in der Gartenstraße, beantwortete der Polizeipräsident selbstsicher: „Ende des Jahres 2015 ist der Spatenstich".

Während die gesamten Straftaten im Polizeipräsidium Konstanz im zehnjährigen Mittel im Jahre 2014 leicht gesunken sind, verzeichnete der Landkreis Ravensburg auf Grund eines erheblichen Betrugsfalles in Bad Waldsee einen Anstieg. Beim Wohnungseinbruchdiebstahl steht der Landkreis Ravensburg dagegen im landesweiten Ranking auf dem letzten Platz.

Bericht von Rudi Heilig

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Quelle: Center for Systems Science and Engineering der Johns Hopkins University

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