27towerRavensburg - Die Ravensburg Towerstars haben sich mit einem 4:1 Auswärtssieg den zweiten Derbysieg gegen Kaufbeuren geholt. Vor 3100 Zuschauern waren Torhüter Jonas Langmann, ein starkes Penaltykilling und drei Tore innerhalb von 52 Sekunden die entscheidenden Faktoren.




Die Vorfreude auf das Derby in Kaufbeuren war riesengroß, natürlich auch bei den Ravensburger Fans, die in großer Zahl ins Allgäu mitgefahren waren. Es hätten durchaus ein paar Dutzend mehr sein können, allerdings war die „ergas schwaben arena“ schon einige Tage zuvor ausverkauft.


Towerstars Coach Jiri Ehrenberger konnte für das Topspiel beim Tabellendritten nicht gerade seine beste Aufstellung aufs Eis schicken. Topscorer Andreas Driendl erlitt im Spiel gegen Freiburg am Sonntag eine leichte Gehirnerschütterung und fällt bis auf weiteres aus. Auch in der Defensive gab es einen Ausfall: Kilian Keller bekam im Training am 1. Weihnachtstag einen Puck an den Hinterkopf.


Beide Teams versuchten die Scheibe gleich in den ersten Szenen schnell in Richtung gegnerisches Tor zu bringen. Bereits nach 71 Sekunden schoss der Puls der Ravensburger Fans gleich einmal nach oben. Ein Schuss aus halblinker Position von ESVK-Topscorer Blomquvist rutschte Towerstars Torhüter Jonas Langmann aus der Fanghand und kullerte zumindest kurzzeitig gefährlich in Richtung Torlinie.


Kaufbeuren zeigte im Startabschnitt aggressives Vorchecking und hatte deutlich mehr vom Spiel. Die Towerstars taten sich da schwer, selbst zu gefährlichen Angriffen zu kommen. Positiv war jedoch im Ravensburger Spiel, dass die Penaltykilling Formationen gut standen. Gleich dreimal mussten die Oberschwaben im ersten Abschnitt in Unterzahl agieren. In den letzten fünf Minuten schienen die Ravensburger Cracks doch besser ins Spiel hineingefunden zu haben. Der Spielaufbau lief besser und Robin Just sowie Robbie Czarnik hatten durchaus vielversprechende Einschussmöglichkeiten auf dem Schläger.


In der ersten Pause konnte Towerstars Coach Jiri Ehrenberger offensichtlich die eine oder andere Stellschraube drehen, denn die Oberschwaben waren jetzt deutlich stärker unterwegs. Ondrej Pozivil bekam von der eigenen blauen Linie einen weit öffnenden Pass auf die rechte Seite, sein Schuss rutschte aber einen halben Meter am linken Pfosten vorbei.


Die Reaktion der Gastgeber auf eine starke Ravensburger Phase zu Beginn des zweiten Abschnitts ließ nicht lange auf sich warten. Meist durch Einzelaktionen tauchten jetzt wieder verstärkt Kaufbeurer Stürmer vor dem Ravensburger Tor auf. So auch in der 33. Minute, als Vincenz Mayer seinen vor das Tor gezogenen Gegenspieler nur durch ein Foul stoppen konnte. Die Unparteiischen gaben Penalty für Kaufbeuren. Schütze Chris Billich entschied sich für einen frühen Abschluss, der Puck ging allerdings weit am linken Pfosten vorbei.


In der Schlussphase des zweiten Spieldrittels bekamen dann die Towerstars wieder deutliches Übergewicht an Torchancen. In der 38. Minute setzte Daniel Schwamberger nach einem 2-1 Break die Scheibe aus kurzer Distanz neben das Tor. Nicht viel fehlte auch bei einem Unterzahl-Konter beim Schuss von Sören Sturm. Die wohl größte Chance auf die Führung hatte dann Olivier Hinse zehn Sekunden vor dem zweiten Pausengong. Nach energischem Nachsetzen und einer Torumrundung hatte der kanadische Stürmer die kurze Ecke weit offen, doch Stefan Vajs im Kaufbeurer Tor hatte die Schlägerkelle noch irgendwie dran.


Boten beide Mannschaften trotz fehlender Treffer bis dahin schon eine Partie auf höchstem Niveau, bekamen die Zuschauer im Schlussabschnitt fast schon Szenen mit Play-off Charakter obendrauf. Die Towerstars konnten aufgrund einer übernommenen Strafzeit in Überzahl starten, nach 48 Sekunden war das Powerplay genutzt. Die Pässe wechselten geduldig die Seiten, bis Jakub Svoboda vom linken Bullykreis aus direkt abzog und die Scheibe zum 0:1 Führungstreffer einschlug. Der Dämpfer folgte allerdings auf dem Fuß. Ganze 18 Sekunden nach dem Wiederanspiel stand Saarinen beim Nachschuss völlig frei vor dem Ravensburger Gehäuse und ließ Jonas Langmann keine Chance.


Kaufbeuren zog aus dem Ausgleich ordentlich Selbstvertrauen, in der 42. Minute tauchte Oppolzer nach einem Missverständnis in der Ravensburger Zone frei vor dem Tor auf, doch wieder war der bärenstare Jonas Langmann zur Stelle. Es schien, als ob beide Teams sprichwörtlich die Visiere hochgeklappt hatten. Im Sekundentakt wog die Partie samt dramatischen Torszenen hin und her. In der zweiten Hälfte des Schlussabschnitts wirkten die Oberschwaben aber von Minute zu Minute selbstbewusster und druckvoller. Das 1:2 vor Augen hatte in der 50. Minute Mathieu Pompei, als der ebenfalls stark haltende ESVK-Keeper Stefan Vajs zur Seite abwehrte. Der Puck versprang allerdings und segelte am leeren Tor vorbei.


Doch die Towerstars blieben dran und nutzten geschickt auch den Raum in der neutralen Zone. Ein Angriff kam über nur wenige Stationen wunderschön auf den Schläger von David Zucker, der nach kurzem Antritt das Spielgerät knochentrocken mit der Rückhand unter die Latte lupfte. Der prall gefüllte Ravensburger Fanblock war aus dem Häuschen.


Die 1:2 Führung sechseinhalb Minuten vor Ende der regulären Spielzeit tat den Oberschwaben offensichtlich gut. Nur 41 Sekunden nach dem Wiederanspielbully schickte Vincenz Mayer seinen Sturmkollegen Daniel Pfaffengut auf die Reise und der ließ beim 1:3 seinem früheren Teamkollegen Stefan Vajs keine Chance. Die Gastgeber waren jetzt angezählt, wie sehr zeigte sich schon mit dem nächsten Angriff 12 Sekunden später. Robbie Czarnik brach auf halbrechter Seite durch und setzte die Scheibe mit einem präzisen Handgelenkschuss in den linken Torwinkel. Damit war die Partie durch, auch das zweite Derby ging also an die Towerstars.


Es gab in dieser Partie allerdings gleich zwei bittere Wermutstropfen zu schlucken. Bereits in der 42. Minute musste Pawel Dronia das Spiel vorzeitig beenden, er bekam einen Schlagschuss auf den Knöchel. Ebenfalls durch einen geblockten Schuss erlitt mit Max Kolb ein weiterer Verteidiger eine Verletzung am Schienbein. Bei beiden Spielern stehen statt der Trainingseinheit am Donnerstagmorgen erst einmal ärztliche Untersuchungen auf dem Plan.


0:1 40:48 Svoboda (Pozivil, Mayer, 5:4), 1:1 41:06 Saarinen (Laaksonen) 1:2 53:26 Zucker (Just, Sturm), 1:3 54:07 Daniel Pfaffengut (Mayer), 1:4 54:19 Czarnik (Zucker, Just), Strafminuten: Kaufbeuren 8, Ravensburg 10, Zuschauer: 3100 (ausverkauft).




Presseinformation und Bild Ravensburg Towerstars Frank Enderle

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