Jung Union RavensburgRavensburg - Bis Ende des Jahres soll der Beschluss des Gemeinderats stehen: Tempo 30 auf Ravensburgs Hauptverkehrsstraßen – und zwar ganztags!



Dieser Maßnahme stellt sich der Stadtverband der Jungen Union Ravensburg entschieden entgegen. „Wir fordern eine Versachlichung der Debatte und keine vorschnelle Entscheidung, die die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger einschränkt“, so der Stadtverbandsvorsitzende Samuel Kohler.


In der Tat sprechen gewichtige Argumente dagegen. Tempo 30 führt in Ravensburg nämlich nicht zu einer Verbesserung der Luftqualität, wie auch der Experte Wolfgang Wahl von Rapp Trans bestätigte (Bericht der Schwäbischen Zeitung vom 27.04.2018).


Darüber hinaus hängt die Lautstärke eines PKW oder LKW nicht zuletzt vom Fahrstil bzw. Fahrzeugtyp ab. Zwar bewirke Tempo 30 in Ravensburg im Durchschnitt eine Lärmreduzierung um 2,5 Dezibel. Problematisch ist aber, dass das menschliche Gehör nach allgemeinen Erkenntnissen der Akustik eine Lärmänderung erst ab ca. 3 Dezibel wahrnehmen kann, so das Bundesverwaltungsgericht. Auf dieser Annahme basiert auch § 1 II Nr. 2 der Verkehrslärmschutzverordnung, der eine Erhöhung des Verkehrslärms erst bei über 3 Dezibel für wesentlich hält. Ein Tempolimit ist also nicht geeignet den verfolgten Lärmschutzzweck zu erreichen.


Schließlich ist es nicht zuletzt für die Lebensqualität der Anwohner entscheidend, dass der Verkehr möglichst reibungslos durch die Innenstadt fließt. Tempo 30 und „Grüne Welle“ führen aber nicht per se zu einer Verbesserung des Verkehrsflusses, da es sich bei Tempo 50 und „Grüner Welle“ nicht anders verhalten würde. Ferner könnte Tempo 30 auf den Hauptverkehrsstraßen zu unangenehmem Ausweichverkehr in anliegenden Wohngebieten führen.


Wesentliche Verbesserungen versprechen wohl eher die für Ende 2019 geplante Fertigstellung der B30 Süd sowie der Molldiete-Tunnel und sogenannter Flüsterasphalt. Diese Maßnahmen sind geeignet große Durchgangsverkehrsaufkommen aus der Stadt zu halten und den Lärmpegel – wahrnehmbar – zu senken. Hic Rhodos, hic salta!



Pressemitteilung der Jungen Union Stadtverband Ravensburg

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