170823 OH DSCF0932Kreis Ravensburg (spd) – Mit der Diskussion um die Zukunft der gewerblichen Schulen im Kreis Ravensburg hat sich der SPD-Kreisvorstand in seiner jüngsten Sitzung befasst. Für Unverständnis sorgt die Haltung der Kreisverwaltung. „Da sollen in einem Hauruck-Verfahren nun Nägel mit Köpfen gemacht werden, anstatt die Argumente transparent und öffentlich auszutauschen“, kritisierte die Kreisvorsitzende Heike Engelhardt. Bild: SPD-Kreisvorsitzende Engelhardt fordert: Gleiche Chancen für alle bei der Berufswahl

 





Die SPD-Fraktion im Kreistag hatte beschlossen, sich nicht von „Kirchturmdenken“ beeinflussen zu lassen. Erst nach Besichtigung aller derzeitigen Standorte wollte man zu einer eigenen Abwägung kommen. Es geht schließlich um Lösungen mit Langzeitwirkung, die für die ganze Region von erheblicher Bedeutung sind.


Rudolf Bindig, SPD-Fraktionschef im Kreistag, betont: „Dabei geht es auch um ein sehr beträchtliches Finanzvolumen. Wir konnten uns bereits im letzten Jahr überzeugen, dass in Wangen und Leutkirch gut funktionierende Strukturen vorhanden sind. Ohne Not muss man hier keine tiefgreifenden Änderungen vornehmen. Das Wort der „Kleinklassenproblematik“ wird ständig hervorgehoben, obwohl es dort gar nicht akut ist.


Daher plädiert die SPD-Fraktion im Kreistag auf jeden Fall für nur minimale und unbedingt erforderliche Eingriffe in diese aktiven Strukturen zum jetzigen Zeitpunkt und in den nächsten Jahren.“ Kreisrat Gerhard Lang ergänzt: „Wir sind der Überzeugung, dass nur durch eine Verlängerung der Informations- und Beratungsphasen eine wirkungsvolle Schulentwicklung möglich ist. Wir haben daher beantragt, dass im Schul- und Kulturausschuss nach Abschluss von fünf Schulbesichtigungen im Januar 2018 öffentlich beraten und eine Entscheidung erst mit der Kreistagssitzung am 22.3.2018 getroffen wird.“


Wenn die Belange der Schülerinnen und Schüler und der Eltern nachgefragt und die Interessen der Ausbildungsbetriebe eingebracht werden, ist eine Entscheidung möglich, die allen gerecht wird.
Die SPD steht grundsätzlich dazu, sehr kleine Klassen auf ihre Zukunftsfähigkeit hin zu prüfen, nicht zuletzt im Hinblick auf gerechte Verteilung von Ressourcen, organisatorische Herausforderungen und pädagogische Qualität.


„Schulen müssen handlungsfähig sein“, sagt Bildungsexpertin Heike Engelhardt. In der Zusammenlegung von Standorten und Verlagerungen von Ausbildungsgängen sieht sie allerdings keine Lösung und pflichtet Fraktionschef Bindig bei: „Da greift das Land in die Berufswahl der Jugendlichen ein.“ Wenn eine 15-Jährige zur Ausbildung in ihrem Traumberuf von Isny in die Berufsschule nach Ravensburg gezwungen werde, müsse sie sich für einen Beruf entscheiden, den sie in Wohnortnähe erlernen kann. Heike Engelhardt fordert gleiche Chancen für alle bei der Berufswahl.


Auch Juso-Vorsitzender Maximilian Kremer betonte in der Sitzung, unter Jugendlichen werde das Thema „heftig diskutiert“ und kündigte an, der SPD-Nachwuchs werde sich mit Aktionen einmischen.
Nicht zuletzt sieht die SPD auf Seiten der Kreisverwaltung einen „Denkfehler“. Das Land verpflichtet sich, allen Schülerinnen und Schülern zumutbare Wege zu Bildung zu ermöglichen. „Hier ist die Kreisverwaltung klare Antworten schuldig. Wir wollen sichergestellt wissen, dass die Wege zu den angedachten Standorten in jedem Fall zumutbar sind. Das ist auch eindeutig die Rechtslage“, sagte Rudolf Bindig.




Presseinformation SPD Kreisverband und Kreisfraktion

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